Öffentliches Training in Dortmund

23. März 2018 14:03; Akt: 23.03.2018 14:03 Print

Ja, Usain Bolt kann kicken, aber ...

Usain Bolt trainiert am Freitag öffentlich mit Borussia Dortmund. Der Jamaikaner tunnelt, trifft per Kopf und versenkt einen Penalty.

Schob Tunnels und traf per Kopf: Usain Bolt im BVB-Training. (Video: Tamedia/BVB)
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Der Anlass war gross angekündigt, wie immer wenn Usain Bolt etwas vorhat. Am Freitagmorgen trainierte er das zweite Mal bei Borussia Dortmund mit, dieses mal öffentlich, vor 1400 Besuchern. Zugegeben, schlecht machte der Jamaikaner das nicht, dass er nicht das erste Mal einen Ball am Fuss hatte, war offensichtlich. Bolts Höhepunkte: Er schob einem Gegner ein Tunnel, erzielte im Trainingsspiel ein sehenswertes Kopfballtor und verwandelte am Schluss sogar einen Penalty.

Dass der ehemalige Übersprinter tatsächlich Profi-Fussballer wird, darf dennoch ausgeschlossen werden. Es ist sogar unmöglich, vor allem bei einem der besten Bundesliga-Clubs. Das bewies der Jamaikaner schon, als er nach ersten Sprintübungen ausser Atem war.

Usain Bolt trainiert mit Dortmund

Bolt erhielt Aufmerksamkeit

Bolt sorgte aber dafür, dass die Dortmunder Trainingseinheit überaus gut besucht war. Und das obwohl ein Grossteil des Kaders derzeit mit der Nationalmannschaft unterwegs ist. So zum Beispiel die Schweizer Roman Bürki und Manuel Akanji. Immerhin war Mario Götze da, der von Jogi Löw für die anstehenden Länderspiele gegen Spanien und Brasilien nicht aufgeboten worden war. So hat Bolts Auftritt seinen Zweck mehr als erfüllt: Aufmerksamkeit.

Doch warum genau in Dortmund? Ganz einfach, Bolt ist (wie BVB-Spieler Marco Reus) Markenbotschafter von Puma, dem Ausrüster der Dortmunder. Und von allen von Puma ausgerüsteten Vereinen ist Dortmund neben Arsenal der mit der grössten internationalen Strahlkraft. Trotz Tunnels, Kopfbällen und kurzen Sprints: Bolts absolvierte Trainingseinheit ist also – wenig überraschend – nichts weiter als ein PR-Gag.

Einer der grundsätzlich gut durchdacht war, aber nicht reibungslos funktionierte. So markierte der Superstar in seinen Twitter-Posts stets einen falschen Dortmunder Account. Das blieb unter den Usern natürlich nicht unbemerkt:


Beim ganzen Trainingsstress hat Bolt sogar vergessen, das Preisschild von seiner Mütze zu nehmen:


Stöger äussert sich nicht zu Bolts Profi-Karriere

«Es war ganz okay» – so kommentierte Bolt nach getaner Arbeit seinen Auftritt, der von 137 akkreditierten Medienvertretern beäugt wurde. Und was wird nun mit seiner Traum-Zweitkarriere nach der Leichtathletik? Auch dazu äusserte sich Bolt, versicherte mit treuen Augen: «Das ist definitiv ernsthaft. Ich versuche, mein Bestes zu geben.» Er brauche dafür allerdings noch deutlich mehr spezielles Fussball-Training.

Ob das reicht für einen Profivertrag in irgendeiner Liga? BVB-Trainer Peter Stöger liess sich nicht in die Karten blicken, als er auf das fussballerische Potenzial eines Usain Bolt angesprochen wurde: «Er ist in einem Alter, wo ich sage, er ist nicht mehr so wahnsinnig entwicklungsfähig.» Aber eines bekannte der Österreicher auch, nicht nur wegen des Bolt-Kopfballtreffers: «Man sieht, dass er das Spiel auch versteht. Er ist talentiert. Was ihm fehlt, ist die Mannschaftsarbeit.»

Das könnte man ja locker abstellen, indem Usain Bolt einfach kontinuierlich mit Fussballteams arbeitet. Er versprach schon, wieder nach Dortmund zu kommen. Was in erster Linie bleibt von diesem grauen Freitag voller Bolt-Glanz, ist das, was Stöger mit einem Lachen festhielt: «Usain ist ein unglaublich lässiger Typ, total bodenständig. Es hat ihm, glaube ich, Spass gemacht. Und er hat eine Plattform bekommen, von der er geträumt hat.»

Vorbereitung auf Robbie Williams

Bolt hatte im August vergangenen Jahres nach der Leichtathletik-WM in London seine Karriere beendet. Seither arbeitet der achtfache Olympiasieger auf eine Zukunft im Fussball hin. Sein Lieblingsverein ist der englische Rekordmeister Manchester United. Weshalb kam Dortmund ins Spiel? Der BVB hat den gleichen Ausrüster wie der Jamaikaner.

Dass Bolt kicken kann, ist unbestritten. Aber reicht es ihm zum Profi? Er hatte bereits mehrmals betont, dass eine Karriere als Fussballer ein Kindheitstraum gewesen war. «Das ist ein persönliches Ziel. Mir ist es egal, was andere Leute darüber sagen», bekräftigte der Weltrekordhalter über 100 und 200 m vor nicht allzu langer Zeit. «Ich glaube echt, dass ich eine Chance habe. Ich schaue viel Fussball und verstehe ihn. Mit Training werde ich richtig gut sein.» Wie gut, wird die Öffentlichkeit heute erfahren.

Ende Februar sagte Bolt, er habe seinen ersten Vertrag bei einem Fussball-Verein unterzeichnet – ohne ihn allerdings zu benennen. Am 10. Juni führt er im Old Trafford von Manchester United eine Weltauswahl «Soccer Aid World XI» an. Captain der gegnerischen englischen Mannschaft von Ex-Fussballern und Showgrössen ist Popstar Robbie Williams. Der Erlös des Benefizspiels kommt der Unicef zu Gute.

Pro Evolution Soccer präsentiert Bolt bereits als Profi:

(mro/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Trainingsmeister am 23.03.2018 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    Zuschauer im Training

    Wow....die haben ja mehr Zuschaer beim Training als GC bei den Meisterschaftsspielen.... ;-)

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  • Max73 am 23.03.2018 08:25 Report Diesen Beitrag melden

    Telefonanruf

    Legendär ist sein live Anruf nach Manchester letztes Jahr - und die Moderatorin ihn auch nicht erkennt, als er sich mit "hier ist Usain" meldet. lol

  • Simon am 23.03.2018 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    Zu alt

    Mit 31 wird man nicht mehr zum Fussballprofi. Spielerisch mag er ja was drauf haben, aber es wird an taktischem Verständnis usw. fehlen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • yolo am 23.03.2018 21:50 Report Diesen Beitrag melden

    mal ehrlich....

    nicht böse gemeint... aber wenn bolt wie amstrong die Wahrheit sagen würde ... wäre das dress des bvb in weiter ferne ... keine promo

  • B.S am 23.03.2018 17:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Zuschauer als beim FCZ

    Wow die haben mehr Zuschauer als beim FCZ Heimspiele

  • Anonym am 23.03.2018 16:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Träume werden nicht immer wahr

    Wie gesagt er TRÄUMT von einer Fussball Karierre

    • Rene am 23.03.2018 17:15 Report Diesen Beitrag melden

      Fussball, Karriere oder Fussballkarriere

      Er träumt vielleicht von Fussball, aber von einer Karriere sicher nicht, denn die hatte er längst...und was für eine! Oder meinten Sie vielleicht, dass er von einer Fussballkarriere träumt?

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  • H.R.Sch am 23.03.2018 13:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na ja

    Also na ja, da ist gewaltig viel Promibonus dabei

  • Bebbi am 23.03.2018 12:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verwechslung

    Wieso heisst der plötzlich Bolt, ist das nicht Akanji?