Nach Nati-Aufgebot

13. November 2012 05:20; Akt: 13.11.2012 05:20 Print

Bosnien will der Schweiz Hajrovic abwerben

Izet Hajrovic ist der einzige Neuling im Nati-Aufgebot von Ottmar Hitzfeld. Das hat anscheinend in Bosnien unter anderem bei Superstar Edin Dzeko für einigen Wirbel gesorgt.

Bildstrecke im Grossformat »
Die Schweiz gewinnt das Testspiel gegen Tunesien 2:1. Die Rot-Weissen müssen aber lange auf den erlösenden Treffer warten. Erst in der 96. Minute hämmert Shaqiri das Leder zum 2:1-Siegestreffer in die Maschen. Nicht viele Zuschauer haben den Weg ins Stadion gefunden. Im Olympiastadion von Sousse herrscht gähnende Leere auf den Rängen. «Kraftwürfel »Shaqiri ist während der ersten Halbzeit quasi inexistent. Eren Derdiyok (links) erzielt in der 40. Minute den Führungstreffer für die Rot-Weissen. Lange agieren die Eidgenossen zu harmlos, um die Tunesier in Bedrängnis zu bringen. Die Tunesier gehen von Anfang an zur Sache. Immer wieder müssen die Schweizer harte Fouls einstecken. SF-Kommentator Sascha Ruefer ist sich wohl auch andere Arbeitsbedingungen gewohnt. Gartenstühle auf der Haupttribüne. Ein Blick von der Pressetribüne aus. Ein Schmuckstück ist das Stadion in Sousse nicht. Immerhin ist die Temperatur mild und der Rasen in einem guten Zustand. Tunesische Sicherheitskräfte gönnen sich vor der Partie eine kurze Pause. Sommer (l.) und Wölfli beim Training in Sousse. Nati-Coach Ottmar Hitzfeld bekannt, dass Yann Sommer (l.) gegen Tunesien das Tor hüten wird. Marco Wölfli bleibt derweil Ersatz. Blerim Dzemaili (l.) und Admir Mehmedi tauschen sich vor der ersten Einheit aus. Die Stimmung bei der Nati ist hervorragend. Im Stade Olympique in Sousse wird das Testspiel gegen Tunesien stattfinden. Steve von Bergen (l.) und Nassim Ben Khalifa auf dem Weg zum ersten Training. Tranquillo Barnetta und Eren Derdiyok haben ihr Hotelzimmer bereits bezogen. Die Nati-Stars besammelten sich am Montag vor dem Abflug in Zürich-Kloten im Hotel Radisson Blu. Erstmals mit dabei ist Izet Hajrovic. In der Hotel-Lobby kommt es auch zum ersten persönlichen Gespräch zwischen Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld und dem GC-Flügel. Danach begrüsst Hajrovic seine neuen Nati-Kollegen und stellt sich bei jedem einzeln vor. «Ich kenne die meisten nicht persönlich», so der Hopper. Auch das gehört dazu: Kurz vor dem Mittagessen gibt Bayern-Söldner Xherdan Shaqiri noch Interviews. Um 13.30 Uhr geht es Richtung Gate 43, von wo aus die Nati mit dem Flug Swiss WK2012 in Richtung Tunesien abhebt. Granit Xhaka zeigt sein Flugticket, damit allen klar ist: Der Zielflughafen heisst Enfidha-Hammamet und liegt rund 130 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Tunis. Flughafenangestellte packen noch schnell die Gelegenheit beim Schopf und schiessen fleissig Erinnerungsfotos mit Xherdan Shaqiri. Zwei Flugstunden später und langem Warten auf das Gepäck am Flughafen Enfidha macht sich Shaqiri auf den Weg zum Mannschaftsbus, der die Nati ins rund 35 Kilometer entfernt gelegene Sousse bringt, wo das Team logiert und am Mittwoch spielen wird. Wesentlich entspannter wie Shaqiri, dem die Mannschaftskollegen einen Streich gespielt und den Pass versteckt haben, gehen es die Routiniers Eren Derdiyok, Diego Benaglio, Tranquillo Barnetta und Marco Wölfli (vlnr) an. Bis Mittwoch ist schliesslich noch viel Zeit. Training in Sousse am Montagabend. Die Stimmung ist zumindest bei Reto Ziegler (Mitte) gut. Ein Tape für Yann Sommer im Outdoor-Massageraum.

Die Schweizer Nati in Tunesien.

Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Am Mittwoch schliesst die Nationalmannschaft das Länderspieljahr mit dem Test in Tunesien ab. Am Montag reiste der Tross an die afrikanische Mittelmeerküste nach Sousse. Mit dabei ist der Neuling Izet Hajrovic von den Grasshoppers.

Hitzfeld weiss um die technischen Fähigkeiten des Linksfüssers, der in der Offensive auf verschiedenen Positionen eingesetzt werden kann. Dennoch hat das Aufgebot wohl auch sportpolitische Gründe. Hajrovic hat bosnische Wurzeln und könnte dereinst auch für die Nationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina spielen. Ein Einsatz im Testspiel in Tunesien würde ihn noch nicht an die Schweiz binden. Das wissen sie auch auf dem Balkan. Jedenfalls haben sich die Bosnier sofort mit Hajrovic in Verbindung gesetzt, sobald sie Kenntnis vom Schweizer Aufgebot hatten. «Am Wochenende haben sich Trainer Safet Susic, Edin Dzeko, Senad Lulic und noch drei, vier andere bei mir gemeldet», berichtet Hajrovic.

«Ich habe mich für die Schweiz entschieden»

«Auf einmal», hätten sie sich gemeldet. Zuvor hatte der 21-Jährige noch nie etwas aus Bosnien gehört. Hajrovic hält denn am Flughafen auch fest: «Ich habe mich für die Schweiz entschieden.» Doch wie gesagt: Ein Einsatz im Testspiel macht die Türe für Bosnien noch nicht zu. Dafür wären Einsatzminuten in einem Ernstkampf nötig. Der nächste steht erst im März auf Zypern an.

Bis dahin kann noch vieles geschehen. «Ich war überrascht vom Aufgebot», so der GC-Spieler, «Salatic und Zuber hätten es auch verdient gehabt. Meine Vorfreude ist riesig und ich möchte den Moment geniessen.» Alle Spieler kannte der Neuling nicht persönlich, so habe er sich teilweise kurz vorstellen müssen. Auch Hitzfeld traf der Mittelfeldspieler zum ersten Mal vor dem Abflug am Flughafen, wo es in der Lobby zum ersten Gespräch kam.

Erst bei der U20 erstmals aufgeboten

Die Integration wird dem 21-jährigen Aargauer aus Birr in dieser jungen Mannschaft nicht schwer fallen. Gerade die anderen Spieler mit den Jahrgängen 1991, Admir Mehmedi und Xherdan Shaqiri, sowie die 20-jährigen Nassim Ben Khalifa, sein Teamkollege bei GC, Ricardo Rodriguez und Granit Xhaka kennt er bestens. Im Gegensatz zu diesem Quintett ist Hajrovic in den Verbandsauswahlen ein Spätzünder. Als Teenager fiel er durchs Netz und kam erst in der U20 unter Martin Trümpler zu seinem ersten Aufgebot für eine SFV-Auswahl.

Hajrovic ist nach Matias Vitkieviez, Adrian Winter, Alain Wiss, Michel Morganella, Josip Drmic und Marco Mathys der siebte Spieler, der von Hitzfeld in diesem Jahr erstmals in den Kreis der Nationalmannschaft berufen wurde. Ausser Winter kam bei keinem nach den Schnuppertagen eine weitere Nomination dazu. Dass der Weg zu einem Stammplatz in der Nati nicht einfach ist, weiss Hajrovic: «Sich anbieten ist im Moment schwierig, das erschüttert mich aber nicht. Ich kann mich nur auf dem Platz beweisen.»

(ete/si)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hans Hubertus am 13.11.2012 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz/Bosnien???

    Der wird auch nur einmal eingeladen und dann nie wieder, wie die anderen. Und mit Bosnien hat er es nun auch verspielt. In den bosnischen Medien sagte er, er will unbedingt für Bosnien spielen, wurde sogar vom bosnischen Superstürmer Edin Dzeko kontaktiert und eingeladen zur bosnischen Nati zu kommen, aber als es ernst wurde wollte er nicht mehr. Der will auf zwei Hochzeiten tanzen um seinen Marktwert zu steigern, aber am Schluss könnte er ziemlich doof in die Röhre schauen.

  • Damir am 13.11.2012 12:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bosnier ohne Stolz

    ...hat er denn sowas überhaupt nötig ?

  • la luna am 13.11.2012 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schweizer

    Ja das haben wir nötig. und nur so wird fussball interessant.......

  • Blümchen Benjamin am 13.11.2012 11:14 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Verräter

    Hajrovic spielt für das Land, in welchem er aufgewachsen ist. Das ist korrekt so und nicht wie Petric oder Rakitic und und und, die das Land verraten haben!

  • fussballer am 13.11.2012 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    naja

    Er soll sich einfach vo Anfang an richtig entscheiden. Habe kein Problem, wenn er nicht für die Schweiz spielt. Schlussendlich wird ja GC (dadurch auch die Schweiz) vie an ihn verdienen. Zwar hoffe ich, dass er für die Schweiz spielt, aber dann soll er auch mit ganzem Herzen spielen. Will kein Xhaka-theater wieder. Jeder soll selber entscheiden.