FCZ-Führungsetage

20. November 2012 21:06; Akt: 20.11.2012 23:35 Print

Canepa schlägt Gegenspieler in die Flucht

FCZ-Präsident Ancillo Canepa setzt dem Machtkampf innerhalb der Klubführung ein Ende. Gregor Greber, Gegenspieler Canepas, tritt ab und ab Februar wird erstmals ein CEO eingesetzt. An Sportchef Fredy Bickel hält Canepa fest.

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Ancillo Canepa will den FCZ wieder in ruhigere Gewässer geleiten. (Bild: Keystone)

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Ancillo Canepa sitzt nach einem «House Cleaning» wieder fest im FCZ-Sattel. Sein interner Gegenspieler Gregor Greber trat den Rückzug an. Im Verwaltungsrat der Stadtzürcher soll nun wieder Ruhe einkehren.

Der Präsident des FC Zürich hat den internen Querelen ein Ende gesetzt: «Es herrschte Unruhe, ja. Wir haben das nun behoben und haben die Basis zu einer grösseren Stabilität gelegt.» Wie sehr er den sofortigen und vollumfänglichen Rücktritt von Greber forciert hat, ist nicht restlos zu klären - in seinem Sinne ist der Abgang des Teil-Aktionärs aber ohne Zweifel.

Zur Entspannung der Lage soll die erstmalige Einsetzung eines CEO beitragen. Claudio Ammann wird ab Anfang Februar das operative Tagesgeschäft der Stadtzürcher leiten. Der Präsident hat vor, sich vermehrt um strategische Projekte zu kümmern - das Sponsoring, politische Kontakte und die Stadion-Frage sind für ihn dabei die zentralen Punkte.

Das Engagement Ammanns hat Canepa seit geraumer Zeit vorbereitet. Er pflegte mit dem bald 54-Jährigen langjährigere Geschäftsbeziehungen. Ammann ist erst kürzlich nach 25 Jahren aus dem Sony-Konzern Schweiz ausgetreten.

Greber manövrierte sich ins Offside

Immer wieder geriet der FCZ zuletzt ins Zentrum von Spekulationen, weil hinter den VR-Kulissen ein Machtkampf entbrannt war. Auf oberster Ebene spielten die Schlüsselfiguren die Bälle wohl bewusst nicht mehr in die gleiche Richtung.

Gregor Greber wich immer mehr vom Kurs Canepas ab. Der aufstrebende Geldgeber verursachte mutmasslich erhebliche Dissonanzen. Er peilte Lösungen an, die Canepa «als falsch erachtete». Und Greber, wie Zürichs Boss ein Finanz-Experte, stellte Sportchef Fredy Bickel seit Monaten infrage.

Eine Trennung von Bickel hingegen kam für Canepa trotz der negativen Entwicklung im sportlichen Sektor - nur vier Siege in 16 Runden und Platz 6 - nicht infrage: «Das war für mich überhaupt kein Thema! Fredy bleibt unser Sportchef. Die Diskussionen sind damit beendet.»

Jener, der nicht ganz heimlich (immer wieder wurden in den Medien Hinweise platziert) den Umsturz ausheckte, wurde nun selber ausmanövriert - Greber kapitulierte, Canepa weitete seinen Einfluss aus.

(si)