Trotz Fanprotesten

12. Dezember 2012 16:32; Akt: 12.12.2012 17:50 Print

DFL stimmt für neues Sicherheitskonzept

Die Deutsche Fussballliga (DFL) verabschiedet ein neues, umstrittenes Sicherheitspapier. Damit sollen Gewaltausbrüche in Stadien besser verhindert werden können.

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Die Deutsche Fussball Liga (DFL) hat das umstrittene Sicherheitspapier «Sicheres Stadionerlebnis» verabschiedet. Alle 16 Anträge seien «mit grosser Mehrheit» angenommen worden, sagte DFL-Präsident Reinhard Rauball am Mittwoch in Frankfurt am Main. Der Antrag von fünf Vereinen, die Verabschiedung aufzuschieben, sei abgelehnt worden. Trotz einer sehr intensiven Diskussion sei der professionelle Fussball als Gewinner aus der Tagung hervorgegangen, sagte Rauball.

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Bei der Umsetzung des Papiers gab es laut Rauball einige Änderungsanträge. Die wichtigste Änderung betraf demnach die Eingangskontrollen beim Stadion. Diese sollen nach dem verabschiedeten Konzept «sicher, zügig und angemessen» vorgenommen werden. Rauball wehrte sich gegen den Vorwurf, lediglich auf Druck der Politik gehandelt zu haben. «Wir haben das nicht für die Politik gemacht, sondern aus unserer eigenen Verantwortung heraus», sagte Rauball.

«Beschluss für die Zukunft des Fussballs»

Der DFL-Präsident betonte, bei dem Papier handele es sich nur um «Leitplanken». Die Vereine selbst seien nun aufgefordert, die Vorgaben nach ihren «regionalen Bedürfnissen» auszugestalten. Die 16 verabschiedeten Anträge seien kein Beschluss gegen die Fans, sondern für die Zukunft des Fussballs, sagte Rauball abschliessend.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) begrüsste die Verabschiedung des Papiers. «Es war höchste Zeit, dass der zunehmenden Gewalt in und um deutsche Fussball-Stadien mit konkreten Massnahmen begegnet wird», sagte der DPolG-Bundesvorsitzende Rainer Wendt in Berlin. «Die Verbesserung der Arbeit für die Polizei, die Schulung der Ordnungsdienste, die Bekenntnisse der Vereine zur Ablehnung von Gewalt, Rassismus und Pyrotechnik sowie der Verstärkung der Kommunikation mit Fangruppierungen sind alles Schritte, die zu einer Entspannung der Lage beitragen können.»

In den vergangenen Monaten kam es wiederholt zu Gewaltausbrüchen bei Fussballspielen. Die Innenminister der Bundesländer hatten daher auf ein neues Sicherheitskonzept gedrungen.

Fans gegen das Sicherheitspapier

Die Fussballfans ihrerseits hatten in den vergangenen Wochen bundesweit gegen das Konzept protestiert. In den Stadien der Bundesligisten schwiegen sie zum Beispiel wochenlang für die ersten zwölf Minuten und zwölf Sekunden. Zwei Punkte bringen die Fans besonders auf die Palme: Die Anzahl der Gäste-Tickets soll bei Risikospielen reduziert werden und es sollen Ganzkörperkontrollen bei Risikospielen erfolgen, wenn die Klubs diese für nötig halten.

(dapd/fbu/dapd)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • smoenybfan am 12.12.2012 22:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso?

    Wieso werden Fußballfans wie Schwerverbrecher behandelt? Steht uns bald auch bevor, wenn der Vorschlag der KKJPD angenommen wird! Fußballfans sind keine Verbrecher!

    • Fritz Frey am 13.12.2012 06:47 Report Diesen Beitrag melden

      Und eben doch!

      Also wenn YB bei uns zu gast ist und man unsere Strassen nach dem "Fanmarsch" anschaut, muss man schon das Gefühl haben es handle sich um Verbrecher. Also ich bin nicht Ihrer Meinung!

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  • David Graf am 12.12.2012 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    R.I.P. Fankultur

    R.I.P. Fankultur... Am heutigen Tag ist die Fankultur in Deutschland gestorben... Am Wochenende sehen die Herren was dieses Papier bringt... In den Farben getrennt in der Sache vereint...

  • Fussballfan am 12.12.2012 19:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nachdenklich

    Wiso sind nur die fussballfans immer die bösen. ? An einem wochenede im ausgang gibt es 100% mehr verletzte als rund um alle fussball spiele in deutschland. Wenn mann heute ein fussballspiel in anschauen will, muss man auf viele rechte der menschen verzichten. ( man wird gezwungen welchen zug man nimmt, nackte (!!) Kontrollen. Etc...) Es ist nur logisch das die dauernde repression nach hinten losgeht. Und so nur mehr gewalt provoziert.

    • m.erni am 13.12.2012 07:49 Report Diesen Beitrag melden

      gesellschafts problem

      Die Fussballfans sind die bösen weil man man nicht einsehen will dass fussballfans die gesellschaft wiederspiegeln. in ganz europa nimmt die gewalt zu, nicht nur im fussball, nur wo 50'000 leute aus einer gewaltbereiten gesellschaft aufeinander treffen gibts halt gewaltaubrüche... stellt euch mal vor was pasiert wenn 50'000 leute in den gleichen nachtklub wollen... aber eben da nur der fussball solche massen anzieht ist auch der fussball das problem... vielleicht werden die leute das irgendwann raffen dass das problem wo anders liegt

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  • Markzs niedermeier am 12.12.2012 18:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tot der Fankultur.

    Ende der Fankultur. Danke DFL... Traurig sowas echt. Diskriminierung.

  • reto am 12.12.2012 17:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pro fans

    danke deutschland politiker ihr wisst nich was leidenschaft zum verein heisst. deshalb hooligan kokordat nein keine stimme keine stimmung!!! ich fühle mich sicher