Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
FCZ-Krise
03. Mai 2010 23:10; Akt: 03.05.2010 19:29 Print
Das «Sündenregister» von Canepa
von Sandro Compagno - Das aus Zürcher Sicht Positive vorneweg: Der FCZ hat 2008/09 einen Gewinn von 7,1 Millionen Franken gemacht. Und nun zum Negativen.
Sportlich erlebt der abtretende Meister (abgesehen vom 1:0-Sieg gegen Milan) eine Saison zum Vergessen. Mit dem 0:2 gegen YB am Sonntag verpasste der FCZ sein Minimalziel, die Europa League. Die Misere ist hausgemacht. Die Zürcher, allen voran Präsident Ancillo Canepa, machten zu viele Fehler. Das Sündenregister des FCZ:
FCZ-Krise: Präsident Ancillo Canepa kann nicht mehr hinsehen. (Bild: Keystone)
1. Selbstzufriedenheit: Der Spagat zwischen Meisterschaft und Champions League misslang. Schon früh im Herbst bezeichnete Canepa das Jahr 2009 als «erfolgreichstes der Vereinsgeschichte». Der Jubel zur Unzeit untergrub die Leistungskultur.
2. Rache: Im Herbst wurde Almen Abdi aus dem Kader geworfen, letzte Woche Johan Vonlanthen. Aus Rache für stockende Vertragsverhandlungen? So wird der FCZ für die Spieler und ihre Berater zum unberechenbaren Partner.
3. Kurzsichtigkeit: Mit dem Transfer von Ludovic Magnin wollte Canepa dem Team neue Impulse geben. Der Nati-Verteidiger mit Vertrag bis 2013 ist noch keine Verstärkung, steht dafür U17-Weltmeister Ricardo Rodriguez vor der Sonne.
4. Zorn: Im Ärger verfasste Canepa eine «schwarze Liste» der Berater, mit denen er nicht mehr zusammenarbeitet. Die Liste fand den Weg zu 20 Minuten und an die Öffentlichkeit. Sie dürfte mit ein Grund sein, warum der neue FCZ-Trainer nicht Marcel Koller heisst. Wie sollte Canepa erklären, dass ein Klient jenes Beraters ganz oben auf seiner Liste (Dino Lamberti) neuer Trainer wird?
5. Blinde Liebe: Canepa ist Präsident und erster Fan des FCZ. Als solcher geniesst er es, an den Spielen auf der Bank zu sitzen. Das ist zu viel Nähe. Canepa liebt diesen Klub und diese Mannschaft. Und zwar zu sehr, um ihr einmal einen kräftigen Tritt in den Hintern zu geben. Falls das Intermezzo mit Urs Fischer zur Dauerlösung wird (Canepa: «Fischer macht einen sehr guten Job.»), wird das so bleiben. Und das ist nicht gut.
Hassli: Schreck im FCZ-Training
Es sind ereignisreiche Tage für Eric Hassli: Am Samstag wurde der FCZ-Stürmer Vater eines gesunden Buben, am Sonntag gab er nach seinem Schienbeinbruch und sieben Monaten Rekonvaleszenz ein 15-minütiges Comeback beim FC Zürich – und gestern wurde er 29 Jahre alt.
Doch um ein Haar hätte das Schicksal erneut zugeschlagen. Im Training gestern Vormittag auf der Allmend Brunau blieb der 1,93 m grosse und 97 kg schwere Sturmtank mit den Stollen im Rasen hängen. «Eric bleibt mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden liegen, zieht sofort seinen Schuh aus», beschreibt Blick online die Szene. Die Betreuer kühlen das rechte Fussgelenk, bandagieren es ein, Hassli humpelt vom Platz.
«Ce n’est pas grave – es ist nichts Schlimmes», lässt der Franzose am Nachmittag ausrichten. Er weilt im Spital bei Frau und Kind. Ob er beim Übertreten des rechten Fusses die Bänder verletzt hat, soll eine Untersuchung heute zeigen.




























