Bundesliga

09. Februar 2018 06:00; Akt: 09.02.2018 09:35 Print

Das Preisschild als Handicap

Nationalstürmer Breel Embolo hätte Schalkes grosse Attraktion werden sollen. Jetzt steht der 20-Jährige in seiner zweiten Bundesligasaison – und sehnt sich nach Einsatzminuten.

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Gehört beim Bundesligisten noch immer nicht zum Stammpersonal: Nationalspieler Breel Embolo. (Bild: Keystone)

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Am 26. Juni 2016 waren sie auf Schalke ziemlich zufrieden mit sich. An diesem Sommertag gelang es dem Club, einen jungen Schweizer zu verpflichten, den so viele andere auch gewollt hatten. Sein Name: Breel Embolo. Ein Sturmtalent aus der Schweiz, das mit 19 Jahren schon viel weiter war, als die meisten im gleichen Alter.

Die Marketingabteilung entschied sich, den Coup zu inszenieren, indem alle Logos jener Clubs eingeblendet wurden, die ebenfalls um den Jungen gebuhlt hatten. Darunter Manchester United, der FC Barcelona oder die neureichen Leipziger. Embolo aber wurde Schalker. 22,5 Millionen Euro kostete sie das – nie zuvor hatte S04 für einen Transfer mehr Geld ausgegeben. Aber alle waren überzeugt, dass er das wert sein würde: der Club, die Fans, die Medien.

Nach seinem allerersten Training teilte Embolo ein Bild von sich auf Instagram. Sein Daumen zeigte nach oben. Er lächelte, wie er das immer tut, wenn ihm auf dem Rasen Ausserordentliches gelingt. Und er setzte den Hashtag «Glückauf» unter den Beitrag. Der Ausdruck stammt ursprünglich aus dem Bergwerk. Man drückt damit seine Hoffnung aus, bei der Arbeit Erfolg zu haben.

Embolo, der Bankdrücker

Hoffen musste Embolo bis zu seiner Ankunft in Gelsenkirchen nie. Seine Unbeschwertheit trug ihn weit. Doch in den anderthalb Jahren, in denen Embolo nun schon auf Schalke ist, hat er sie weitgehend eingebüsst. Der Bergmannsgruss ist angebrachter denn je.

Embolo füllt nämlich noch immer nicht jene prägende Rolle aus, die für ihn vorgesehen war. In seinem ersten Jahr lag es an der Verletzung, die er am siebten Spieltag erlitt. Ein Wadenbeinbruch sowie ein Riss der Syndesmose und des Innenbandes beendete seine Saison. Man befürchtete, dass er nie mehr auf Profiniveau spielen könne. Embolo aber kämpfte sich zurück.

Dass er aber auch im zweiten Jahr noch immer nicht zum Stammpersonal zählt, liegt auch an Domenico Tedesco, dem neuen Trainer. Das Verhältnis zwischen den beiden ist nicht unkompliziert. Im Herbst übte der Italiener öffentlich Kritik am Rekordeinkauf, stellte Trainingsfleiss und Kondition infrage. Embolo blieb cool. Heute sagt Tedesco über ihn: «Wenn er reinkommt, macht er das gut. Er gibt im Training Gas, er ist gut drauf.»

Gut drauf zu sein, reicht Tedesco aber offenbar noch immer nicht, um dem Schweizer einen Platz in der Startformation zu geben. Am Mittwoch sass er im DFB-Pokal gegen Wolfsburg einmal mehr auf der Bank. In dieser Saison spielte er erst ein einziges Mal durch – das war im August für die zweite Mannschaft Schalkes.

Unruhige Winterpause

Tedesco sagt, dass Embolo Geduld brauche. Es ist jener Satz, den man so oft hört, wenn sich Club-Exponenten in Gelsenkirchen über ihren jungen Stürmer äussern. Man glaubt noch immer, dass der Tag kommt, an dem Embolo den Verein prägen wird.

Weil er es bisher nicht tat, gab es im Winter einige Destinationen, mit denen er in Verbindung gebracht wurde. Das lag vor allem daran, dass ein dubioser Berater, der zuvor weder mit Embolo noch mit Schalke etwas zu tun hatte, diversen Vereinen den jungen Stürmer angeboten hatte. Erst, als sich Levante beim Bundesligisten meldete, kamen die Machenschaften ans Licht. Schalke-Sportchef Christian Heidel stellte im Anschluss klar, dass man in der Rückrunde fest mit Embolo plane.

Vor kurzem teilte der Jungspund in den sozialen Medien ein Bild von sich, auf dem er sich die Ohren zuhält. Es ist seine Antwort auf all das, was über ihn gesagt und geschrieben wird. Er beteuert auch, dass er noch immer der Alte sei.

«Die Befürchtungen des Sportchefs»

Derweil erzählte Sportchef Heidel der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung», dass er den Eindruck habe, Embolo beginne es zu beschäftigen, wenn Zeitungen ihn als Fehleinkauf bezeichnen. «An Breel hängt das Preisschild. Der Junge kann doch nichts dafür, dass er so viel Geld gekostet hat.» Heidel will Verständnis fördern. Er sagt: «Breel ist noch ein ganz junger Mensch, der das alles verarbeiten muss. Wir glauben an ihn.»

Embolo selbst sagt, dass er sich in der Rückrunde «viele gute Momente» wünsche. Wird es diese nicht geben, dann wird seine Personalie auch im Nationalteam nicht mehr unbestritten sein – und das in einem WM-Jahr. Er glaube, dass Embolo in der Rückrunde explodiere, sagte Christian Heidel im Winter einmal. Davon ist er gegenwärtig noch weit entfernt.

(cst)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Women's Feet lover am 09.02.2018 06:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade Embolo

    viele wollen zu schnell ans grosse Geld.....sie werden von den Vereinsverantwortlichen gewarnt,hören dann aber auf ihre Provisionsgeilen Manager und landen schlussendlich auf der Ersatzbank.

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  • Schweizer am 09.02.2018 06:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Besten

    Es spielen einfach die Besten punkt und Embolo gehört momentan nicht dazu

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  • K.B. am 09.02.2018 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    Regalauffüller

    Das kommt davon, wenn man sich einen gelernten Regalauffüller als Berater nimmt, dessen einzige Qualifikation darin besteht, dass er der Bruder von Xherdan Shaqiri ist.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • SCBern am 11.02.2018 03:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schalke

    Das verstehe ich nicht ganz wie schalke FC04 mit breel Embolo quasi herum spielt!! Aber es geht ja leider immer mehr nur noch um das liebe Geld! Schaade eben für den fussball.

  • muzungu am 10.02.2018 22:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wieder verkaufen

    auf den Papier ist er Schweizer jeder kann Schweizer werden auch ich und ich lebe und arbeite seit 25 in der Schweiz

  • Fernando am 10.02.2018 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    Klasse

    Unterhaltsam welche gründe hier für das scheitern verantwortlich gemacht werden. Hätte der spieler eine gute qualität würde er auch spielen. Abhesehen vom trainer, berater und einer verletzung. Sane, mbappe oder auch bailey sind weltklasse spieler die bei jedem verein gestzt wären. Egal wer dort trainer ist. Das ist nun mal der unterschied zwischen einem klasse und einem durchschnittlichen spieler.

  • Rammirocker am 10.02.2018 15:34 Report Diesen Beitrag melden

    Fussball ist....

    Menschenhandel 2.0 und dann noch legal. Die werden gehandelt wir Ware. Ich nehme diese "Tomate" kriegst aber im Gegenzug meine beiden "Kartoffeln" -_- KEIN Spieler ist soviel Geld wert und die Fans (sage ich selber als Fan) unterstützen den "Lieblingsverein" indirekt. Traurige Entwicklung was die (Kommerzialisierung) des Fussball brachte. Wenn man bedenkt, dass früher die Legende Maradona in der Saison 84/85 von Barca zu Neapel für 13 Mio. gewechselt war, fand man es schon "pervers", was sagt man zur heutigen Preispolitik dieser "Stars", als EIN EINZIGER Spieler 222 Mio "wert" ist.

  • Marc am 10.02.2018 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Mbappé

    Was hatte ich mal gehört: Embolo wäre besser als M'Bappe! Bin immer noch am lachen darüber. Selbst wenn sich Embolo nicht verletzt hätte, Embolo ist und wird niemals auf einem Niveau wie Mbappe sein.

    • Rammirocker am 10.02.2018 15:35 Report Diesen Beitrag melden

      Wer?

      Wer hat den dies behauptet??? Das würde schon an gewissen Realitätsverlust grenzen, oder diese Person hatte zu diesem Zeitpunkt einen Schlaganfall erlitten -_-

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