Super League

11. Februar 2018 19:27; Akt: 12.02.2018 11:45 Print

FCZ mit Moral, GC gibt Spiel aus der Hand

Der FC Zürich gewinnt nach zuletzt drei Niederlagen in Serie. GC verspielt kurz vor Schluss den Sieg und geht leer aus. Leader YB bleibt souverän.

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Befreiungsschlag für den FC Zürich, erneuter Rückschlag für den FC St. Gallen: Der FCZ beendete mit dem 2:1 in St. Gallen seine Baisse, der Heimklub verpasste bei der Heimpremiere der neuen Klubleitung Punktezuwachs.

Für den angezählten Giorgio Contini wird die Luft dünn. Die Bewährungsprobe haben der Trainer und seine Mannschaft trotz 13'323 Zuschauern und guter Unterstützung auf den Rängen nicht bestanden. Glücklich ging St. Gallen durch Marco Aratore nach schöner Passfolge über Toko und Nicolas Lüchinger unmittelbar vor der Pause in Führung. Doch nach dem Wechsel war der Heimklub dem erhöhten Druck und dem höheren Pressing der Zürcher nicht mehr gewachsen.

Rohners Premiere

«Wir vermochten nur noch zu reagieren und konnten den Ball nicht mehr in den eigenen Reihen halten», stellte Abwehrchef Alain Wiss fest. Die Quittung: Zürich glich durch das erste Super-League-Goal des 19-jährigen Eigengewäches Fabian Rohner nach mustergültigem Kombinationsspiel über Pa Modou, Roberto Rodriguez und Dwamena nach 66 Minuten aus. Und elf Minuten später hatte der FCZ das Spiel gedreht. Ein Corner von Rodriguez flog durch den St. Galler Torraum, der aufgerückte Victor Palsson legte auf Dwamena zum Siegestreffer ab.

«Wir haben uns dank dem Pressing nach dem Wechsel belohnt. Dieser Sieg tut nach drei Niederlagen hintereinander gut», meinte Alain Nef, der wieder in die FCZ-Dreierabwehr zurückkehrte. Der FCZ-Sieg war verdient, verzeichneten doch die Gäste mehr Torchancen und trafen durch Michael Frey und Antonio Marchesano zweimal die Torumrandung.

Luzerner Wende in den Schlussminuten

Spät, aber dafür reichlich wurde der FC Luzern bei den Grasshoppers für seine Steigerung in der zweiten Halbzeit bei belohnt. In der 80. Minute traf Tomi Juric zum Ausgleich und drei Minuten später schoss Christian Schneuwly die Luzerner zum erst dritten Auswärtssieg der Saison. Schneuwly, der schon beim 2:1 gegen Lausanne erfolgreich gewesen war, erzielte sein drittes Saisontor mit einem herrlichen Halbvolley leicht ausserhalb des Strafraums.

Der neue Luzerner Trainer Gerardo Seoane, der noch makellos dasteht, musste vor den beiden Toren im Letzigrund mitansehen, wie GC-Goalie Heinz Lindner die besten zwei Möglichkeiten seiner Mannschaft mit starken Paraden zunichte machte. Kurz vor der Pause parierte der Österreicher einen Kopfball des nur wenige Meter vor ihm stehenden Schneuwly, und nach einer Stunde wehrte er einen Schuss des Georgiers Valeriane Gvilia ab. Gvilia, der nach der Pause zu seinem Super-League-Debüt kam, war einer der Faktoren, wieso Luzern nach dem Seitenwechsel viel dominanter auftrat.

Nach der Führung baute GC ab

Die Grasshoppers verpassten es, den Druck nach der guten ersten halben Stunde aufrecht zu erhalten. Sie waren nach dem sehenswerten 1:0 in der 20. Minute durch den Absatz-Treffer von Numa Lavanchy kaum mehr gefährlich. Die beste Offensivaktion der Gastgeber produzierte Luzerns Stürmer Juric, fünf Minuten bevor er das 1:1 schoss: Der Australier zwang mit einem misslungenen Abwehrversuch Goalie Jonas Omlin zu einer starken Parade.

Nach dem guten Start ins 2018 liegt Luzern nur noch einen Punkt hinter den Grasshoppers und hat sich vor allem im Abstiegskampf Luft verschafft. Sion liegt nun neun Punkte zurück.

YB gab sich keine Blösse

Die Berner Young Boys marschieren souverän weiter und meisterten auch die Hürde Lausanne problemlos. In der Tabelle bleibt YB damit weiterhin fünf Punkte vor dem FC Basel, der bereits am Samstag mit einem 2:0-Erfolg in Thun vorgelegt hatte.

Miralem Sulejmani (31.) und Guillaume Hoarau (41.) per Foulpenalty sorgten bereits vor dem Seitenwechsel für klare Verhältnisse im Waadtland. In der 67. Minute traf Hoarau per Volleyschuss zum 3:0. Nach dem Anschlusstreffer von Lausannes Andi Zeqiri sorgte Moumi Ngamaleu in der Nachspielzeit schliesslich für das 4:1-Endresultat.

Resultate vom Sonntag: Grasshoppers - Luzern 1:2 (1:0). Lausanne-Sport - Young Boys 1:4 (0:2). St. Gallen - Zürich 1:2 (1:0).Resultate vom Samstag: Lugano - Sion 1:0 (1:0). Thun - Basel 0:2 (0:1).

Rangliste: 1. Young Boys 21/46 (49:21). 2. Basel 21/41 (41:17). 3. Zürich 21/31 (28:26). 4. Lugano 21/28 (22:28). 5. Grasshoppers 21/27 (30:30). 6. St. Gallen 21/27 (27:41). 7. Luzern 21/26 (29:36). 8. Lausanne-Sport 21/25 (35:42). 9. Thun 21/24 (34:39). 10. Sion 21/17 (24:39).

FC St. Gallen - FC Zürich 1:2 (1:0)

13'323 Zuschauer. - SR Jaccottet. - Tore: 43. Aratore (Lüchinger) 1:0. 66. Rohner (Dwamena) 1:1. 77. Dwamena (Palsson) 1:2.

St. Gallen: Stojanovic; Hefti, Wiss, Gönitzer; Lüchinger (82. Tafer), Tschernegg, Aleksic, Toko (82. Sigurjonsson), Aratore; Itten (84. Babic), Buess.

FC Zürich: Vanins; Nef (83. Bangura) Palsson, Thelander; Winter (58. Rohner), Marchesano, Sarr, Rüegg (60.Rodriguez), Pa Modou; Frey, Dwamena.

Bemerkungen: St.Gallen ohne Barnetta (gesperrt), Musavu-King, Adonis Ajeti und Krucker (alle verletzt), Haggui, Wittwer, Ben Khalifa und Muheim (nicht im Aufgebot). Zürich ohne Alesevic, Brunner, Kempter, Schönbächler und Maouche (alle verletzt). 6. Pfostenschuss von Frey. 70. Lattenschuss von Marchesano. 71. Tor von Buess aberkannt (Foul an Vanins). Verwarnungen: 40. Thelander. 47. Rüegg. 50. Winter. 71. Buess (alle Foul). 84. Dwamena (Handspiel). 88. Wiss. 92. Rodriguez (beide Foul). 92. Pa Modou (Reklamieren).

Grasshoppers - Luzern 1:2 (1:0)

4200 Zuschauer. - SR Hänni. - Tore: 20. Lavanchy (Lika) 1:0. 80. Juric (Schmid) 1:1. 83. Schneuwly 1:2.

Grasshoppers: Lindner; Bergström, Vilotic, Rhyner; Taipi; Lika (74. Pusic), Basic, Bajrami (84. Doumbia), Lavanchy; Kapic, Jeffrén (67. Djuricin).

Luzern: Omlin; Grether, Schmid, Schulz, Lustenberger; Voca (79. Follonier), Kryeziu; Vargas (46. Gvilia), Schneuwly, Rodriguez (73. Demhasaj); Juric.

Bemerkungen: Grasshoppers ohne Avdijaj und Andersen (beide verletzt). Luzern ohne Arnold, Custodio, Schindelholz, Schwegler, Schürpf und Sidler (alle verletzt). 75. Omlin lenkt den Ball nach dem missglückten Abwehrversuch von Juric an die Latte. Verwarnungen: 58. Taipi. 65. Bergström. 73. Grether (alle Foul).

Lausanne - Young Boys 1:4 (0:2)

4200 Zuschauer. - SR Erlachner. - Tore: 31. Sulejmani (Sow) 0:1. 41. Hoarau (Foulpenalty) 0:2. 66. Hoarau (Nuhu) 0:3. 73. Zeqiri (Pasche) 1:3. 92. Moumi Ngamaleu 1:4.

Lausanne: Castella; Marin, Rochat, Monteiro; Fransson; Schmid, Geissmann (69. Zeqiri), Pasche, Kololli (46. Zidane); Margiotta, Rapp.

Young Boys: Wölfli; Mbabu, Nuhu, von Bergen, Benito; Sow, Sanogo; Moumi Ngamaleu, Bertone (86. Aebischer), Sulejmani (46. Lotomba); Hoarau (77. Nsame).

Bemerkungen: Lausanne ohne Zarate, Dominguez und Manière (beide verletzt. Young Boys ohne Assalé (gesperrt), von Ballmoos (verletzt) und Fassnacht (krank). Verwarnungen: 13. Sanogo (Foul), 39. Monteiro (Foul), 90. Fransson (Foul).