GoalControl am Confed Cup

13. Juni 2013 17:14; Akt: 13.06.2013 17:22 Print

Der finale Test für die Torlinien-Technologie

Im Februar hat die Fifa bestätigt, dass sie bei der WM 2014 in Brasilien definitiv auf die Torlinien-Technologie setzen wird. Beim Confed Cup wird GoalControl auf Herz und Nieren geprüft.

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Im Februar hat die Fifa bestätigt, dass bei der WM 2014 in Brasilien definitiv eine Torlinien-Technologie zum Einsatz kommen wird. Nach GoalRef und Hawk-Eye an der Klub-WM im Dezember kam am Confed Cup das System von GoalControl zum Einsatz. Erst am Finaltag, beim Spiel um Platz 3 zwischen Italien und Uruguay, kommt GoalControl zum Einsatz. Die Bilder zeigen, dass es Davide Astori war, der den Ball endgültig ins Netz befördert hatte. In den kommenden Monaten will die Fifa entscheiden, ob GoalControl auch bei der WM 2014 zum Einsatz kommt. Sepp Blatters Aussage zu entnehmen dürfte es so sein: «Die Goalline-Technology hat gut gearbeitet. Die Schiedsrichter waren glücklich, alles war am richtigen Platz», bilanziert der Walliser. Sieben Hochgeschwindigkeits-Kameras unter dem Stadiondach orten die Position des Balles, sobald er in den Strafraum kommt. Überquert der Ball die Torlinie erhält der Schiedsrichter ein Signal auf seiner Armbanduhr. Um den Fans zu zeigen, ob der Ball die Linie überquert hat oder nicht, wird auf dem Videowürfel eine 3D-Grafik angezeigt. Dirk Broichhausen ist der Chef der Firma GoalControl. Er hofft, dass ein System auch den Zuschlag für die WM 2014 in Brasilien bekommen wird. Zwei Konkurrenten durften ihre System bereits an der Fifa-Klub-WM in Japan testen. Das Hawk-Eye-System funktioniert sehr ähnlich wie GoalControl. Allerdings funktioniert es nur, wenn der Ball für die sechs bis acht Hochgeschwindigkeits-Kameras auch sichtbar ist. GoalRef überwacht die Position mit Hilfe eines Chips im Ball. Mit zehn Antennen, die sich hinter Pfosten und Latte befinden, wird um das Tor ein schwaches Magnetfeld erzeugt. Dieses Magnetfeld wird von sich im Ball befindlichen dünnen Spulen beeinflusst, sobald der Ball sich der Torlinie nähert.

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Tatort Bloemfontein: Im Achtelfinal der Fussball-WM 2010 in Südafrika führt Deutschland gegen England kurz vor der Pause 2:1. Dann fasst sich Frank Lampard ein Herz und zieht ab. Sein Schuss prallt an die Unterkante der Latte und von dort klar hinter die Torlinie. Doch Schiedsrichter Jorge Larrionda und seine Assistenten geben den Treffer nicht. England, das die Partie 1:4 verliert, fühlt sich betrogen und hat die ganze Welt hinter sich.

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Von diesem Moment an ist die Einführung der Torlinien-Technologie nicht mehr zu verhindern. «Das darf nie wieder passieren», unterstrich Fifa-Generalsekretär Jerome Valcke. Und auch Präsident Blatter änderte nach der Partie in Bloemfontein seine Meinung und zeigte sich gegenüber Tortechnologien plötzlich aufgeschlossener.

GoalRef und Hawk-Eye mit Nachteilen

Zweieinhalb Jahre nach Lampards Wembley-Tor von Bloemfontein war es endlich so weit. Bei der Klub-WM im Dezember 2012 testete die Fifa erstmals in einem Ernstkampf zwei Torlinientechnologien: GoalRef und Hawk-Eye. Während Hawk-Eye aus dem Tennis bekannt ist und pro Tor sieben Kameras benötigt, um millimetergenaue Resultate zu ermöglichen, funktioniert GoalRef mit einem Mikrochip im Ball und einem Magnetfeld ums Tor. Beide Systeme liefern innert Sekundenbruchteilen die Meldung «Goal» auf eine Armbanduhr des Schiedsrichters.

Obwohl es bei der Klub-WM zu keinen strittigen Entscheiden kam, waren die Nachteile der beiden Systeme schnell ausgemacht. Bei Goalref muss ein spezieller Ball mit integrierten Spulen verwendet werden. In den Tests wurde ein Ball des dänischen Herstellers Select Sport verwendet, die Fifa-Partner hinken noch hinterher. Ausserdem fehlt eine Veranschaulichungsmöglichkeit für die Zuschauer im Stadion.

Bei Hawk-Eye ist das Problem, dass das System nur funktioniert, wenn der Ball für die Kameras zu einem gewissen Grad sichtbar ist. Dies kann nicht zu 100 Prozent gewährleistet werden. Trotzdem wird Hawk-Eye in der Premier League ab der Saison 2013/14 eingesetzt werden. Die Fifa, die Februar offiziell bestätigt hat, dass sie bei der WM 2014 in Brasilien auf die Torlinientechnologie setzt, wählt einen anderen Weg und testet beim Confed Cup das System GoalControl.

GoalControl bereits installiert

Wie bei Hawk-Eye überwachen sieben Hochgeschwindigkeits-Kameras den Strafraum. Das System erkennt jederzeit und auf zwei Millimeter genau die Position des Balls und natürlich die der Torlinie. Wenn der Ball über die Linie geht, bekommt der Schiedsrichter innerhalb einer Sekunde ein Signal auf seine Armbanduhr. Die letzte Entscheidungsgewalt bleibt aber beim Schiedsrichter.

GoalControl, das von einer kleinen deutschen Firma mit nur 10 Angestellten entwickelt wurde, ist in den vergangen Tagen in die sechs Stadien des Confed Cup eingebaut worden. Auch im umgebauten Maracanà kommt das System zum Zug. Bewährt sich GoalControl beim Probelauf an der «Mini-WM», wird es auch an der WM 2014 in Brasilien eingesetzt. Entwickelt wurde das System von einer deutschen Firma mit nur 10 Angestellten. «Wir sind gut gerüstet und wissen, was das System kann», freut sich Geschäftsführer Jürgen Philipps auf den Testlauf.


So funktioniert GoalControl. (Quelle: YouTube)

(pre)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alex am 14.06.2013 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Stinkt zum Himmel

    Warum Computeranimierte Bilder?? Diese können manipuliert werden! Eine Kamera welche die Torlinie überprüft ist das einzig richtige. Fernsehanstalten haben diese Bilder schon lange im Angebot. Warum werden keine echten Bilder gezeigt, warum animierte? Warum kompliziert wenn es auch einfacher geht? Dieses System stinkt zum Himmel. Hawk Eye im Tennis ist auch nicht genau, hat Abweichungen weil es die Flugbahn nur berechnet. Auch dort wäre ein Videobeweis klarer und einfacher.

  • fussball pro am 14.06.2013 07:40 Report Diesen Beitrag melden

    abseits ja/nein

    komisch es fallen ja mehr tore durch fehlentscheide wo abseits betroffen ist...

  • tech nologie am 13.06.2013 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    auch technologie nicht fehlerlos

    ich bin nicht gerade gegen diese technologien, aber ich appelliere an die menschlichen fehlentscheidungen. ich warte aber auf den ersten technologischen fehler, das gibt ein skandal. wird mein kommentar wieder nicht veroeffentlicht?? immer wieder wird mein komment ohne jeglichen grund geblockt. keine meinungsfreiheit hier?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Alex am 14.06.2013 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Stinkt zum Himmel

    Warum Computeranimierte Bilder?? Diese können manipuliert werden! Eine Kamera welche die Torlinie überprüft ist das einzig richtige. Fernsehanstalten haben diese Bilder schon lange im Angebot. Warum werden keine echten Bilder gezeigt, warum animierte? Warum kompliziert wenn es auch einfacher geht? Dieses System stinkt zum Himmel. Hawk Eye im Tennis ist auch nicht genau, hat Abweichungen weil es die Flugbahn nur berechnet. Auch dort wäre ein Videobeweis klarer und einfacher.

  • fussball pro am 14.06.2013 07:40 Report Diesen Beitrag melden

    abseits ja/nein

    komisch es fallen ja mehr tore durch fehlentscheide wo abseits betroffen ist...

  • Spendet lieber das Geld am 14.06.2013 07:25 Report Diesen Beitrag melden

    Videobeweis

    Anstatt viel Geld zu verschwenden sollen sie doch den Videobeweis benutzen. Es wird sowieso aufgezeichnet und der Torraum Ref. kann neu die Videoaufzeichnung anschauen. Strittige Szenen sind ja nicht in jedem Spiel.

  • Mk am 14.06.2013 01:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Shaade

    Mie mehr (Fehl-)Tore die in die Geschichte eingehen:( Ciao cüss Fussball..

  • Hans Pressant am 13.06.2013 23:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nötig

    Klar kann man sagen, Fussball soll Fussball bleiben. Doch wenn ein Team dann das WM-Finale aufgrund einer Fehlentscheidung verliert, will ich euch nochmals hören. Ausserdem klappt es ja nicht einmal mit den 4 und 5 Schiri auf dem Feld, welcher eigentlich für die Entscheidung Tor/kein Tor zuständig ist.