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Alle lieben Lucien
22. Februar 2012 18:05; Akt: 23.02.2012 10:10 Print
Die Bayern hoffen auf einen Schweizer
von Philipp Dahm - Er holte die Hertha aus der Krise, Gladbach aus dem Keller. Nun flirtet Rekordmeister München mit dem «Taktik-Genie aus der Schweiz»: Lucien Favre steht vor der Krönung seiner Karriere.
Franz Beckenbauers Überlegungen dürften für Gladbach-Fans eine Ohrfeige sein: Statt immer wieder von vorne anzufangen, solle sich Lucien Favre doch «auch einmal ins gemachte Nest setzen», sinnierte der Kaiser.
Wenn in Deutschland dieser Tage über Lucien Favre geschrieben wird, geraten die Autoren ins Schwärmen: «Sport 1» adelte ihn zum «Taktik-Genie aus der Schweiz». Sein Team spiele derzeit «den schönsten Fussball der Bundesliga», lobt der «Spiegel» das «geradezu atemberaubende Kurzpassspiel» der «Fohlen» aus Mönchengladbach. «Der Favre kann es, das ist überhaupt keine Frage», sagte Kaiser Beckenbauer.
Die Lobhudeleien hat sich der 54-Jährige redlich verdient. Obwohl Gladbach ein Traditionsclub ist, der in den 70er Jahren auf Augenhöhe mit den Bayern spielte, war kein Trainer am Niederrhein erfolgreicher als der Westschweizer: 1,95 Punkte fährt er pro Partie ein. Die Mannschaft, die im Vorjahr noch gegen den Abstieg kämpfte, sonnt sich heute in der Verfolgerrolle hinter Spitzenreiter Borussia Dortmund. Und zu verdanken hat der Club das dem «Baumeister des Erfolges», analysiert der «Spiegel»: «Favre hat Grosses in Mönchengladbach geschaffen.»
Besser als Gladbachs Legenden
Mit der Stärke der «Fohlen» geht eine Schwächephase der FC Bayern einher. Der Rekordmeister rangiert einen Punkt hinter der Favre-Elf nur auf Rang drei. Das Ziel Meisterschaft haben sich die erfolgsverwöhnten Münchner erst einmal abgeschminkt: Sportdirektor Nerlinger erklärte Konkurrent Borussia Dortmund zum Favoriten auf den Gewinn der Schale. Trainer Jupp Heynckes steht unter Beschuss. Sein Vertrag läuft wie der von Favre 2013 aus.
Franz Beckenbauer hält es zwar für möglich, dass der 66-Jährige noch ein Jahr dranhängt, doch der Routinier müsse «nicht unbedingt ein Trapattoni werden, der mit seinen 72 noch an der Seitenlinie steht». Ein klares Bekenntnis sieht anders aus. Der gebürtige Gladbacher stösst in München an seine Grenzen: Sein Team kann sich nicht mehr gegen Spitzenclubs durchsetzen. Laut «Sport 1» herrscht in München vor dem Champions-League-Match gegen den FC Basel «Alarmstimmung»: Heynckes Tage an der Säbener Strasse sind offenbar gezählt.
Berlins Kardinalfehler
Wer würde sich da besser anbieten als Favre? Der Top-Kandidat für seine Nachfolge ist Lucien Favre, der sich seit seiner Ankunft in der Bundesliga viel Respekt erarbeitet hat. Als er 2007 Hertha BSC Berlin übernahm, kitzelte er aus einer Durchschnittsmannschaft Topleistungen heraus und führte den Hauptstadtclub bis 2009 auf den vierten Tabellenplatz. In der Folgesaison dann der Absturz: Nachdem Leistungsträger wie Abwehrchef Joe Simunic und die Routiniers Andrej Woronin und Mirko Pantelic den klammen Club verlassen mussten, holte der Rest nur noch 70 Prozent heraus. Nach sechs Niederlagen in sieben Spielen wurde Favre vom Hof gejagt.
Dass der Schweizer an der negativen Entwicklung unschuldig war, bewies das weitere Abschneiden der «alten Dame»: Die Hertha stieg als Letzter ab. 2011 kehrten die Berliner zwar in die erste Bundesliga zurück, doch seit Favre wurden drei Trainer verschlissen und der Club dümpelt weiter im Tabellenkeller vor sich hin.
Dort stand auch Broussia Mönchengladbach, als der Welsche am 14. Februar 2011 seine Arbeit aufnahm: Der Trainer führte das Team in nur vier Spieltagen vom letzten auf den 16. Platz und bewahrte die «Fohlen» in der Barrage vor dem Abstieg.
Favre, der Spieler-Entwickler
Dass die Mannschaft nun auf die Champions League hofft, hat sie Favres grösster Qualität zu verdanken. Wo der Welsche wirkt, werden die Kicker besser. Das gilt nicht nur für Jungstars wie Marko Reus oder Patrick Herrmann, sondern auch für «Phantome» wie Pál Dardai (Berlin) oder Mike Hanke (Gladbach). Dass diese Fähigkeit auch bei Topspielern wie den Bayern-Granden von Kaliber Robben-Ribéry gefragt ist, dessen ist sich Franz Beckenbauer sicher. «Die erfahrenen Spieler merken schnell, ob der Trainer vor ihnen ein Scharlatan und Dampfplauderer ist oder eben jemand, der seinen Job versteht», sagte er «Sport Bild».
Die Bayern locken Favre, dessen Erfolgsteam in Gladbach auseinanderzubrechen droht. Marko Reus wird nach der Saison nach Dortmund wechseln, der junge Roman Neustädter ist von Schalke abgeworben worden. Der Wechsel von Abwehrchef Dante für 4,7 Millionen Euro zu den Bayern ist laut «Sport 1» so gut wie sicher, obwohl der Brasilianer seinen Verbleib von einer Vertragsverlängerung des Trainers abhängig gemacht haben soll. Steht also auch Favre bald auf der Transferliste oder kann Gladbach den Erfolgsgarant halten?
Ein Nest in Bayern
«Wir arbeiten an diesen Dingen, auch wenn wir nicht viel darüber reden», sagt Gladbachs Vize-Präsident Rainer Bonhof der «Rheinischen Post» über das Tauziehen. «Lucien Favre weiss, dass er bei uns eine gute Plattform hat und haben wird, die Richtung, in die es jetzt geht, weiter zu verfolgen. Dass ein Trainer Wünsche hat, Spieler zu verpflichten, die das Niveau garantieren, ist doch logisch.» Nach dem kommenden Match gegen den Hamburger SV wollen sich die Parteien wieder zusammensetzen.
Der Ex-Münchner Ciriaco Sforza ist sich seit Beckenbauers vielsagendem Interview trotzdem «sicher, dass Lucien Favre Nachfolger von Jupp Heynckes wird», wie er dem «Tages-Anzeiger» verriet. Für den vermeintlichen Vorgänger geht es im anstehenden Match gegen den FC Basel dagegen ums Ganze. «Es ist klar, dass der FC Bayern nicht ausscheiden darf», sagte Heynckes dem «Kicker».
Attraktiver Offensivfussball unter Favre: Die Fans stellen Clips von Gladbach unter dem Titel «borussia Barcelona» ins Netz. Quelle: YouTube
Respektsbekundung: In Anlehnung an Gladbachs Trainer-Legende Hennes Weisweiler wird der Schweizer zu «Hennes Lucien Favre». Quelle: YouTube
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Alle 23 Kommentare































Karriere-Krönung bei Bayern?
Welchem "Trainer" ist das denn zuletzt gelungen? Bayern brauchte in den letzten 30 Jahren keinen Trainer, sondern eher jemanden, der die Stars bei Laune halten kann. Das kann für einen Mann wie Favre weder eine interessante Herausforderung sein, noch in eine Krönung seiner Karriere führen. Einen Verein wie Gladbach in der Championsleague zu etablieren, weitere junge Spieler zu Weltklassefussballern zu formen - DAS wäre eine echte Karriere-Krönung als Trainer im Gegensatz zu einem 1-2 jährigen Animateur-Dasein bei den Bayern...
Lucien, reste à Mönchengladbach
Favre sollte in MG bleiben ! Er hat dort mit Hans Meyer, Rainer Bonhoff und Max Eberl absolute Profis an seiner Seite, die Ihm auch langfristig den Rücken frei halten werden. Er hat eine international renomierte Talentschmiede im eigenen Haus, er kann einen schlafenden Riesen wecken. Gladbachfans sind international zahlreich vertreten, wenn er mit MG Erfolg hat, schafft er sich sein eigenes - auch international anerkanntes - Königreich. König von Bayern wird kein Trainer der Welt. Die haben noch jede Karriere klein gekriegt.
der neid der bayern
diese bayern konnten und können es nicht sehen,wenn jemand woanders erfolg hat.dann versuchen sie direkt,diese spieler oder auch trainer zu bekommen.es sollte doch auch ein warnendes beispiel sein,wie man dort in münchen behandelt wird,siehe viele spieler von unserer borussia,die gescheitert sind,auch ein podolski,welcher wirklich ein begnateter fußballer ist.in münchen ist man eine einfache nummer,aber leider folgen die meisten dem geld,als sich bei unserer borussia unsterblich zu machen.ich frag mich nur,warum die bayern nicht an favre rangetreten sind?fanden sie ihn für zu schlecht?
wo hat er Hertha aus der kreise geholt
er brachte hertha in die Krise nachdem er den wertvollsten Spieler (Marko Pantelic) damals auf der bank lies...der hat es ihm aber immer gezeigt...und als favre ihn nicht mer wollte ende Saison stieg Hertha ab...und mit Bayern wird er auch unter gehen
pantelic auf der bank?
vielleicht solltest du dir doch erst die damaligen spielberichte anschauen, bevor du solche komischen dinge behauptest. wenn pantelic fit war - hat er immer gespielt. ;-) nix mit auf der bank gelassen! und das, obwohl marco penalty für penalty verschoss, obwohl er 11er verbot hatte. ich weiss ja nicht was herr pantelic dem lucien gezeigt haben will, aber was mannschaftsdienliches war es auf keinen fall! und abgesehen davon war der geforderte rentenvertrag mit millionengage der grund gegen eine weiterbeschäftigung des einstigen publikumslieblings. gruss vom raiiis