Die Nati in der Einzelkritik

11. Oktober 2017 10:51; Akt: 11.10.2017 13:51 Print

Dieser Auftritt verdient weder Kuchen noch Kerze

von S. Rieder, Lissabon - Überrascht und überfordert – die Schweiz fällt gegen Portugal durch. Die Nati-Spieler in der Einzelkritik.

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Weltklasse, wie er in der 71. Minute die Grosschance von Ronaldo vereitelt. Unglücklich beim 0:1, chancenlos beim 0:2. Das Chaos in der Abwehr ist zu gross. Hat gegen Ronaldo und Co. einen schweren Stand. Beschäftigt sich (zu) viel mit dem Schiedsrichter. Vom Druck und Tempo der Portugiesen teilweise überfordert, wirkt beim zweiten Gegentor orientierungslos. Kann sein Potenzial als Passgeber nicht ausschöpfen. Es war nicht sein Spiel. Kann sich kaum auszeichnen und trägt die Last des Eigentors. Hat im Hexenkessel von Lissabon die Ruhe weg, schaltet sich so gut es geht in die Offensive ein. Beim 0:2 steht er im Schilf, wie der Rest der Schweizer Abwehr. Kein weiterer Exploit: Nach dem verheissungsvollen Match gegen Ungarn ist der Behrami-Ersatz mit der Klasse der Portugiesen überfordert. Weil ihm Rot droht, muss er zur Pause Zakaria weichen. Der Kopf der Mannschaft ist weit von einem dominanten Auftritt in der Zentrale entfernt. Erfüllt seine Aufgabe als Taktgeber in seinem Raum, die Offensive aber lässt er verhungern. Es hätte sein Tag und sein schönster Geburtstag werden können, doch dem Zauberzwerg fehlt an diesem Abend die Magie. Dieser Auftritt verdient weder Kuchen noch Kerze. Sein Club heisst zwar Montreal Impact, sein Einfluss auf das Spiel war aber schwach. Gegner und Ball liefen an ihm vorbei. Muss wie Dzemaili nach über einer Stunde vom Feld, und das zu Recht. Sein Engagement und Wille zeichneten ihn zwar aus, mehr aber nicht. Oh Haris, wieder war sie da: die Chance zum Tor. Für den Benfica-Stürmer hätte es im eigenen Stadion ein grosser Abend werden können, aber ohne Ball kann man keine Tore schiessen. Kommt zur Pause für Freuler und zeigt eine engagierte Leistung. Seine Körpersprache ist durchaus ansprechend, die Initialzündung bleibt aber aus. Ein Übersteiger an der Strafraumgrenze – viel mehr ist da nicht. Hat zu wenig Zeit, um seinen Zauber vom Ungarn-Spiel in die Offensive einzubringen. Mal da, mal dort – aber nie richtig im Spiel. Dass er Mehmedi ersetzt, hat keinen Einfluss. Braucht nach der langen Verletzungspause noch Zeit – und Spielpraxis.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus am 11.10.2017 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    klare Verhältnisse

    Portugal gehört zur erweiterten Welt-Spitze, die Schweiz ist irgendwo im Mittelfeld anzusiedeln. Daran ändert auch der Hype der Boulevard-Medien nichts, das Spiel hat die Realität gezeigt wie sie immer noch ist. Mit Glück und wenn alles passt, kann man an einem grossen Turnier evt. einen Viertelfinal erreichen, mehr auf keinen Fall. Das Team hat sich nicht verschlechtert, aber auch nicht signifikant verbessert, die positiven Resultate gegen schwache Gegner täuschen ein wenig darüber hinweg.

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  • HoppSchwiz am 11.10.2017 13:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Das ist das erste mal seit langem, wo die Kommentare zu den individuellen Leistungen der Realität entsprechen und nicht blosses Schöngerede sind...

  • Ulrich Positiv am 11.10.2017 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ist positives Denken wirklich so schwer?

    Weshalb soll nach diesem verknorzten Spiel alles schlecht gewesen sein? Klar war Portugal gestern das bessere Team. Die Fakten sind aber: Die CH & Portugal haben je 27 Punkte. In den beiden Direktbegegnungen resultierten 3:3 Punkte und 2:2 Tore. Nur in Sachen Torverhältnis waren die P. eben fixer, die P. hatten sofort nach der Niederlage in der CH einen Plan, nämlich über das Torverhältnis den 1. Gruppenrang zu erreichen. Während sich die Schweizer darauf versteiften, die P. würden dann irgendwo vor der Finalissima Federn lassen. Das traf dann nicht ein. Und nach dem 1:0 dann die Schockstarre.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Name am 16.10.2017 16:49 Report Diesen Beitrag melden

    Lieber jemanden der etwas auf dem Kasten

    Bitte nehmt Djourou einfach aus der Mannschaft und schickt ihn zurück ins Training. Ich finde ihn einfach nur schlecht...

  • Leo65 am 12.10.2017 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    der Schuldige ist zumindest fr mich klar

    Der Trainer hat an erster stelle versagt und zwar in der Manschaftsaufsellung. anstatt mit den Ungarnspielern auflaufen, stellte er auf nicht fite Spieler um, diese Niederlage hat alleine der Trainer zu verantworten.

  • Swissman73 am 12.10.2017 16:40 Report Diesen Beitrag melden

    Wow, ein objektiver Kommentar !

    Jetzt gibt es auch für die Medien zwo Möglichkeiten. Weiterhin übertrieben die Nati zu hypen. Oder endlich objektiv über die Nati zu berichten. Ich würde mich für zweiteres entscheiden. Aber das wird bei unseren heutigen Medien wohl eher nicht der Fall sein.. Leider. Obwohl, obiger Bericht über die Einzelkritik könnte ein guter Anfang sein. Obschon es noch objektiver sein könnte. Aber ist ein Anfang...

  • Liron am 12.10.2017 07:22 Report Diesen Beitrag melden

    Sinnbildlich verdient fast jeder

    Spieler einen "Ohrfeigen-Hattrick"! Und auch dem Trainer täte eine "Schelle links, Schelle rechts" gut. Sinnbildlich, wohl verstanden. Das Ganze Quali-Getue wird jetzt zur Qual. Des Kaisers neue Kleider. Der Trainer gibt sich einsichtig; mitnichten: es war eine Qualifikation der Geschenke. Seinerzeit POR (frischer E-Meister) dritte Garnitur besiegt. Dann Minimalergebnisse. Jetzt wurde ein kraftloser Würfel eingesetzt, der NICHTS auf die Reihe brachte. Da lob ich mir einen Messi, der gleich drei Tore schiesst und ein wackelndes ARG an die WM schiesst. That's the difference!

    • André - Winterthur am 12.10.2017 09:56 Report Diesen Beitrag melden

      Etwas hart

      dafür herzhaft gut. Fussballerisch hätte noch besser Doppelpass-Schelle-link-Schelle rechts gepasst. Was mich stört an dieser Mannschaft, dass die hohe Punktezahl über die nicht vorhandene Torgefahr wegtäuscht. Ok, man kann sagen, mit Minimum viel rausgeholt. Das aktuelle Spiel der Selbstüberheblichkeit/-überschätzung hat klar aufgezeigt. Null Tore (bei einem Portugal mit teils Handbremse) schiessen ist die Ernüchterung. Und bei den vorherigen Qualifik'gegnern tiefe Siegresultate. Zum gelobten Xhacka, zielgenaue Rückpässe (praktisch alle) sind keine Leistung.

    • Roli Achermann am 12.10.2017 14:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Liron

      Es gibt nur eine Lösung. Weg mit Petkovic und damit das passiert muss auch im Fussballverband ausgemistet werden. Erst dann wenn die richtigen Leute am Ruder sind wird Ordnung gemacht! Ich melde mich zum Ausmisten!!

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  • Paolo am 11.10.2017 23:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Scheitern

    Für die ,die sagen die Schweizer National elf könnte es mit jeder starken Elf aufnehmen ,der Unterschied ist das die Starken Natzis wen es draufan kommt immer das Ziel erreichen was es bei den Schweizer eben nicht ist sie scheitern immer im letzten moment das macht sie eben nicht zu einem Starken Teamu