WM-Vergabe

03. Dezember 2010 11:14; Akt: 03.12.2010 12:25 Print

England wittert abgekartetes Spiel

Einen Tag nach der Niederlage tauchen in englischen Medien erste Details zur WM-Vergabe auf. Russlands Sieg soll schon 24 Stunden vor der Wahl fix gewesen sein.

storybild

England im Regen - zwei Stimmen, damit hätte niemand gerechnet.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach einer Quelle der «Sun», welche sich «in der Nähe des Bewerbungs-Prozesses» befunden haben soll, frohlockte Russlands Kampagnen-Chef, der ehemalige Diplomat Alexey Sorokin, bereits 24 Stunden vor Wahl – und liess es die englische Delegation wissen.

Umfrage
Finden Sie die WM-Vergaben 2018 und 2022 gut?
16 %
33 %
5 %
46 %
Insgesamt 2898 Teilnehmer

Nun wittern die Engländer Verrat – vor allem von Seiten von Jack Warner, den man im Vorfeld bekniete, nachdem er von der BBC-Sendung «Panorama» erneut bezichtigt wurde, sich mit Schwarzmarktdeals bereichert zu haben. Das Team um Andy Anson, Prinz William, David Beckham und Premier Cameron glaubte mindestens sechs Stimmen in der Tasche zu haben, drei davon von Warners Föderation Concacaf. Am Ende waren es zwei – eine davon vom eigenen Delegierten.

Spaniens Messer in den Rücken

Englands Bürde, eine unabhängige Medienlandschaft zu besitzen, die auch kurz vor der Vergabe nicht davor zurückschreckte, die Machenschaften der Fifa-Oberen unter die Lupe zu nehmen, wurde von der spanischen Delegation gnadenlos ausgenutzt. «Sie haben genug Verleumdung gehört. Dieser Wahlprozess ist sauber», säuselte der spanische Delegierte Angel Maria Villar Llona vor dem Exekutivkomitee. Spanien wurde im Vorfeld eine Absprache mit Katar vorgeworfen – die von den Asiaten nicht dementiert wurde.

In England muss man sich damit trösten, dass der Delegation niemand Korruption vorwerfen kann - und mit der Tatsache, eine unabhängige Medienlandschaft zu besitzen.

(tog)