Alle Trainings abgesagt

02. Oktober 2017 18:29; Akt: 03.10.2017 06:47 Print

FC Barcelona tritt in den Streik

Nach dem Sieg gegen Las Palmas war Gerard Piqué sichtlich aufgewühlt. Am Dienstag wollen die Spieler aus Protest nicht ins Training.

Proteste nach Tränen-Interview: Piqué wird beim Training ausgebuht. (Video: Tamedia/AFP)
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Der FC Barcelona schliesst sich den Protesten gegen die Polizeigewalt während des Unabhängigkeitsreferendums in Katalonien an. Er werde sich am Dienstag an den «landesweiten Streiks» beteiligen, teilte der spanische Erstligist am Montag mit.

Alle Trainings der Profi-Teams und der Jugendmannschaften seien abgesagt. Bereits am Sonntag hatte Barça aus Protest gegen die Gewalt spanischer Polizisten hinter verschlossenen Türen gegen Las Palmas gespielt.

FC Barcelona sagt alle Trainings ab

Am Sonntag hat der FC Barcelona in der spanischen Meisterschaft vor leeren Rängen gespielt. Dass er dabei den siebten Sieg erreicht, verkommt am Tag des Referendums über die Unabhängigkeit Kataloniens zur Nebensache.


Gerard Piqué kamen die Tränen, als er nach dem Spiel über das Referendum sprach. (Tamedia/Twitter/FC Barcelona)

In der zweiten Halbzeit machten Sergio Busquets und zweimal Lionel Messi (Saisontore 10 und 11) den 3:0-Pflichtsieg gegen Las Palmas perfekt und setzten einen Schlusspunkt unter die Partie, die für viel Spekulationen gesorgt hatte und nach dem Willen der Gastgeber gar nicht hätte stattfinden sollen. Der FC Barcelona trat offenbar nur deshalb an, weil die Liga mit einem Abzug von sechs Punkten gedroht hatte, sollte der Leader dem Spiel fernbleiben.

Heimsieg für Real

«Indem wir vor leeren Rängen spielen, zeigt der Klub, dass wir nicht damit einverstanden sind, dass das Spiel nicht verschoben wurde», sagte Präsident Josep Maria Bartomeu. Auch Sicherheitsbedenken nach den Unruhen rund um das Referendum dürften eine Rolle gespielt haben. Fangruppen hatten gemäss spanischen Medienberichten einen Platzsturm geplant. Erst kurz vor dem Anpfiff entschied man sich in Barcelona, die Partie vor leeren Rängen durchzuführen.

Durch den Sieg baute Barcelona seine Führung gegenüber dem ersten Verfolger FC Sevilla auf fünf Punkte aus. Der Vorsprung auf Titelverteidiger Real Madrid beträgt weiterhin sieben Zähler. Die Madrilenen kamen dank zwei Toren von Isco zum 2:0-Sieg gegen Espanyol Barcelona. Es war der erste Heimsieg von Real in der Meisterschaft nach zwei Unentschieden und einer Niederlage.

Telegramm Barcelona - Las Palmas 3:0 (0:0). - Tore: 49. Busquets 1:0. 70. Messi 2:0. 77. Messi 3:0. - Bemerkungen: Das Spiel fand vor leeren Rängen statt.

Real Madrid - Espanyol Barcelona 2:0 (1:0). - 71'205 Zuschauer. - Tore: 30. Isco 1:0. 71. Isco 2:0.

Die weiteren Spiele vom Sonntag: San Sebastian - Betis Sevilla 4:4. Villarreal - Eibar 3:0. Valencia - Athletic Bilbao 3:2.

Rangliste: 1. FC Barcelona 7/21 (23:2). 2. FC Sevilla 7/16 (9:3). 3. Valencia 7/15 (15:7). 4. Atlético Madrid 7/15 (12:4). 5. Real Madrid 7/14 (13:6). 6. Betis Sevilla 7/13 (14:11). 7. Leganes 7/11 (5:3). 8. San Sebastian 7/10 (17:17). 9. Villarreal 7/10 (9:9). 10. Levante 7/9 (8:10). 11. Espanyol Barcelona 7/8 (7:11). 12. Getafe 7/8 (9:7). 13. Athletic Bilbao 7/8 (9:9). 14. Celta Vigo 7/8 (13:11). 15. Deportivo La Coruña 7/7 (9:16). 16. Girona 7/6 (6:11). 17. Las Palmas 7/6 (5:13). 18. Eibar 7/6 (3:17). 19. Alaves 7/3 (3:10). 20. Malaga 7/1 (4:16).

(oli/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Traurig am 01.10.2017 20:31 Report Diesen Beitrag melden

    Burning Man

    Europäisches Demokratieverständnis erster Klasse! Merkel und Macron schweigen gekonnt. Bravo! Europa wird brennen, ist nur eine Frage der Zeit.

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  • Dkek am 01.10.2017 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Katalonien ist Cool

    Spanien wird Barca sowieso rauswerfen nur allein schon damit sie hinter Real sind

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  • Franz am 02.10.2017 20:26 Report Diesen Beitrag melden

    Viele kommentieren

    Und kennen Spanien nur vom Badeurlaub. Dann wird noch etwas EU-Aversion reingemischt und schon steht der Kommentar. Ohne einen Hauch der Realität.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Melan am 03.10.2017 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    Unfähige Politiker

    Wenn man die Geschichte kennt verwundert einem die nicht, dass sich die Katalonen gegen die Regierung in Madrid stemmt. Da kommt vieles hoch das in der spanischen Geschichte steht. Da wird auch die EU nicht helfen können, da brauchts eine neutrale Persönlichkeit, welche diese Probleme angeht. Die Polizei hat sich da völlig daneben benommen, weil die Probleme die Politik lösen muss, die hat sie auch verursacht.

  • unglaublich am 03.10.2017 10:11 Report Diesen Beitrag melden

    aber wahr

    Warum sollte sich die EU einmischen wenn Spanien ein internes Problem hat ? Nord und Süditaliener inklusive Mafia bekriegen sich schon seit 150 Jahren und keine EU mischt sich ein:-

  • Toni am 03.10.2017 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Freiheit

    Jetzt hoffe ich dass die Basken, Korsen, Schotten und Nordiren ebenfalls für ihre Unabhängigkeit kämpfen werden.

  • ENU am 03.10.2017 09:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    entlassen

    Sofort alle Streikteilnehmer fristlos entlassen egal wie sie heissen oder wer sie sind. Es hat genug die Fussball spielen wollen.

  • Nelly am 03.10.2017 08:59 Report Diesen Beitrag melden

    Barca schadet sich selbst...

    FC Barcelona schadet sich nur selbst, wenn sie wegen jedem politischen Problem (mit)streikt dann werden sie viele Spieler verlieren, nicht alle die bei Barca spielen wollen etwas damit zu tun, ausser ein Pique oder so.. aber der Rest, will trainieren gehen, für das werden die ja bezahlt. Also muss sich Barca nicht wundern wenn plötzlich viele Stars mit der Zeit gehen, einer ist ja bereits schon weg gegangen.. Wahrscheinlich hat Neymar schon gemerkt, was für eine Spannung da abläuft.. Also lieber FC Barcelona lasst die Politik raus aus dem Sport!