Super League

05. Januar 2018 18:35; Akt: 05.01.2018 21:21 Print

FCL entlässt Babbel – Seoane übernimmt

Der FC Luzern hat seinen Trainer Markus Babbel mit sofortiger Wirkung freigestellt. Mit Gerardo Seoane springt ein Ur-Luzerner vorübergehend ein.

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Der FC Luzern trennt sich per sofort von Trainer Markus Babbel. Der 45-jährige Deutsche war seit Oktober 2014 für den FCL tätig. Auch Assistent Patrick Rahmen muss gehen. Dies bestätigte der Club offiziell an einer ausserordentlichen Pressekonferenz am Freitagnachmittag.

Nach den Ereignissen der letzten Tage war Babbels Absetzung für den Vorstand unter Präsident Philipp Studhalter wohl unausweichlich. Kurz vor Weihnachten hatte die Clubführung beschlossen, mindestens bis Ende Saison weiter mit Babbel zu arbeiten, dessen Vertrag im Juni 2018 ausgelaufen wäre. Vor zwei Tagen sagte dann Babbel in einem Gespräch mit der Luzerner Zeitung, dass er sein Engagement in der Innerschweiz nach dieser Saison beenden werde.

Schwieriger Herbst

Zugleich nahm der Deutsche kein Blatt vor den Mund, als er die Clubführung und allen voran den umstrittenen Geschäftsführer Marcel Kälin kritisierte. Babbel sagte sinngemäss, es sei sehr schwierig, in diesem Umfeld zu arbeiten. «Für mich passt die Zusammenarbeit so nicht mehr, ich kann mich nicht verbiegen», sagte der frühere deutsche Internationale, der als Trainer zuvor für den VfB Stuttgart, Hertha Berlin und Hoffenheim gearbeitet hatte.

Mit dem FC Luzern hat Babbel einen guten 3. Rang sowie zwei ordentliche 5. Plätze erreicht. Doch nach dem Abgang diverser Routiniers im letzten Sommer erlebten die Innerschweizer einen schwierigen Herbst. Nach der ersten Saisonhälfte ist der FCL in der Super League an zweitletzter Stelle klassiert, nur drei Punkte vor dem FC Sion.

Alpstaeg goss Öl ins Feuer

Die Missstände im FCL sind offenkundig. Babbel brach mit seiner öffentlichen Kritik das Gebot, das besagt, dass ein Trainer nicht nur zu den Spielern und der Mannschaft loyal sein muss, sondern auch zum Club – jedenfalls solange das Arbeitsverhältnis gilt.

Unter den jetzigen Voraussetzungen wäre eine erfolgreiche weitere Zusammenarbeit kaum möglich gewesen. Bernhard Alpstaeg, der einflussreiche und generell undiplomatische Geldgeber des FCL, goss in den letzten Stunden Öl ins Feuer. In einem Interview mit 20 Minuten liess er kein gutes Haar an Babbel.

Seoane übernimmt

Nun wird die Mannschaft des FCL in der Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte von Gerardo Seoane als Interimstrainer betreut. Ein längerfristiges Engagement des früheren FCL-Profis ist denkbar. Der 39-jährige schweizerisch-spanische Doppelbürger ist als Rothenburger ein Ur-Luzerner. Nach dem Ende seiner Karriere als Spieler 2010 war er im Nachwuchs des Clubs tätig, zuletzt als Trainer der U21-Mannschaft in der 1. Liga. Seoane spielte von 1990 bis 1997 und von 2007 bis 2010 in Luzerns Fanionteam. Dazwischen war er unter anderem bei Sion, Aarau und GC unter Vertrag.

An der Pressekonferenz liess Sportchef Remo Meyer mehrere Szenarien offen. «Wir wurden von der Situation überrascht. Eine definitive Lösung haben wir nicht bereit.» Es sei das Ziel bis zum Trainingslager eine Lösung zu finden. «Seoane ist auf jeden Fall auch eine Option für eine langfristige Lösung», so Meyer.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lozärner am 05.01.2018 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    Vorstand raus

    Danke Markus Babbel und alles Gute. Hoffe wir steigen ab.

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  • Marc W. Eggli am 05.01.2018 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    Stillos

    Alpstaeg, der lebendige Beweis, dass man sich Stil nicht kaufen kann

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  • Carmen Geyer am 05.01.2018 13:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fasnacht

    Die Fasnacht beginnt dieses Jahr aber früh in Luzern, frei nach dem Motto: Fussball wird eine Challenge.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Luzerner-/in am 08.01.2018 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    NZZ Objektive Berichterstattung

    Bitte mal den Artikel in der NZZ vom Sonntag dazu lesen. Scheint mir wirklich der einzige Artikel zu diesem FCL Debakel, welcher objektiv und mit Anstand resp. Respekt geschrieben wurde! Diese ganzen superschlauen Kommentare/Leserbriefe die letzten Tage haben mit Respekt/Anstand/Sport wirklich rein gar nichts zu tun!

    • hubsy2005 am 08.01.2018 12:46 Report Diesen Beitrag melden

      Wichtigtuerei

      Um wie in Ihrem Fall zu behaupten, der NZZ Artikel sei der einzige mit Anstand und Respekt geschriebene Beitrag, muss ich davon ausgehen, dass Sie hunderte von Kommentare gelesen und aus Ihrer Sicht her negativ bewertet haben. Vielleicht sollten Sie in Zukunft ihre Weisheiten für sich behalten oder sich in der FCL Respektetage bei den Anständigen Gehör verschaffen.

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  • Werner A. am 07.01.2018 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sponsoring

    Dass Kälin noch keinen Sponsor in über 1 Jahr Tätigkeit aquirieren konnte zeigt doch die Unfähigkeit. Studhalter ist der Frage in der Sonntagszeitung gekonnt ausgewichen. Für was wird denn ein CEO angestellt. Geld generieren ist doch das wichtigste, sonst kann man kein Geld ausgeben. Nun ich würde übrigens kein Rappen investieren. Denn Geld geben heisst, ich habe Vertrauen in einen Verein. Das Vertrauen ist mit der Anstellung des CEO völlig verloren gegangen. Ich denke dass im 5 Jahreplan kein neu Sponsor geplant ist.

    • Zyniker am 07.01.2018 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Werner A.

      Der Mann ist zu 100 % angestellt und hat noch keinen neuen Sponsor an der Angel. Für das hat er Ende Jahr bestimmt einen Bonus bekommen.

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  • BULLDOG am 07.01.2018 07:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie verlogen ist das denn..

    Wie verlogen ist das denn, die Aussage von Präsident Studhalter in der heutigen Ausgabe der Sonntagszeitung, er wisse nicht mal, was Alpstaeg im Interview in Sachen Babbel von sich gab. Das zeigt mir, was dieses Management sicher nicht hat, Courage. Ja dann wurstelt weiter und viel Spass bei der Sponsoren Suche. Ich jedenfalls bring keinen Rappen mehr auf die Allmend.

  • Rulf Bartholäus am 07.01.2018 07:16 Report Diesen Beitrag melden

    Gressher

    Denke nur die Gilberte Gress kann den FCL wieder auf Meisterkurs bringen. In Hochform schafft er das bereits in der Rückrunde.

    • hubsy2005 am 07.01.2018 17:22 Report Diesen Beitrag melden

      Träume

      Auch Gilbert kann aus keinem Arbeitspferd ein Rennpferd machen.

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  • A.Steiner am 06.01.2018 20:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sparen

    Seoane wehre natürliche auch wieder eine billig Lösung für den Vorstand sie müssen ja sparen dass sie ihre Gehälter bekommen.