«Stinkefinger-Geste»

20. November 2012 17:31; Akt: 20.11.2012 18:55 Print

Fifa sperrt Hitzfeld für zwei Spiele

Wegen des gestreckten Mittelfingers im Länderspiel gegen Norwegen ist Ottmar Hitzfeld bei den nächsten zwei WM-Quali-Spielen gegen Zypern gesperrt. Ein Rekurs ist nicht möglich.

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Die Fifa fasst Nationalcoach Ottmar Hitzfeld wegen des gestreckten Mittelfingers hart an. Der Deutsche wurde für zwei Spiele der WM-Qualifikation gesperrt und mit 7000 Franken gebüsst. Er kann das Team in den beiden Partien gegen Zypern am 23. März und 8. Juni 2013 nicht betreuen. Gegen das Urteil kann der SFV nicht rekurrieren, weil die Disziplinarkommission in ihrem Strafmass unter drei Spielsperren und 7500 Franken Busse blieb. Das gegen Hitzfeld angewandte Strafmass ist gemäss Art. 118 des Fifa-Disziplinarreglements nicht anfechtbar.

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In der emotional aufgeladenen Atmosphäre im Stade de Suisse beim 1:1 im WM-Qualifikationsspiel gegen Norwegen am 12. Oktober hatte sich Hitzfeld zu einer Unbeherrschtheit hinreissen lassen: Er zeigte dem spanischen Schiedsrichter Fernandez Borbalan zweimal, in der Pause und unmittelbar nach dem Schlusspfiff, den gestreckten Mittelfinger. In den Tagen danach wurde daraus hierzulande nahezu eine Staatsaffäre gemacht. Auch der Verband beschäftigte sich mit dem Ausrutscher seines profilierten Trainers, verurteilte die Geste zwar, ging selbst aber nicht gegen Hitzfeld vor - und hoffte auf ein mildes Urteil durch die Fifa.

«Das Urteil ist an der oberen Grenze»

Mit einem Freispruch oder einer Busse, maximal mit einer Sperre für eine Partie, damit rechneten sie beim SFV. Nun wurde Hitzfeld wegen Verstosses gegen Art. 57 des Fifa-Disziplinarreglements (Ehrverletzung/Fairplay) sogar für zwei Spiele gesperrt und muss zudem eine Busse von 7000 Franken bezahlen. Der Nationalmannschaftsdelegierte Peter Stadelmann reagierte mit leichtem Unverständnis: «Das Urteil ist an der oberen Grenze.» Weil das Urteil endgültig sei, «erübrigen sich weitere Kommentare», so Stadelmann.

Hitzfeld musste vom Urteil in seinen Ferien in Afrika Kenntnis nehmen. «Dieses Urteil ist sehr hart und für mich enttäuschend», so der Nationalcoach. Gegen Zypern wird er sowohl auswärts am 23. März wie auch im Heimspiel in Genf am 8. Juni auf der Tribüne Platz nehmen müssen. Er darf vor und während dem Spiel die Coaching-Zone sowie die Schweizer Garderobe nicht betreten. Die Aufgabe des Coachings gegen Zypern übernimmt Hitzfelds Assistent Michel Pont. Vor diesem Hintergrund kommt dem Test am 6. Februar in Griechenland eine neue Bedeutung zu. Es ist dannzumal auch ein Test für die kommunikativen Abläufe innerhalb des Trainer-Staffs.

(als/si)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Malm am 20.11.2012 19:00 Report Diesen Beitrag melden

    lächerlich

    an all diejenigen, welche dies gut heissen: eine sperre für ein 1 spiel. ok. aber für zwei spiele bei einer nicht einmal ganz ausgeführten geste gegen ein spiel mit einer mehr als zweifelhaften leistung des schiedsrichters ist lächerlich. als ob der mann eine maschine wäre. fussball ist heutzutage einfach nur noch traurig.

  • H.R. Pfister am 20.11.2012 23:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Medien sei Dank

    Nicht zuletzt wegen den Medien wurde dieses Verdikt ausgesprochen. Wenn die nicht, wie 20 Minuten schreibt, hierzulande nahezu eine Staatsaffäre gemacht hätten, wäre die Strafe auch nicht so hoch ausgefallen!

  • Mani Aarau am 20.11.2012 19:18 Report Diesen Beitrag melden

    Aussgerechnet die Fifa

    Man darf keine Gefühle mehr zeigen, Hitzfeld war nie negativ aufgefallen. Das wäre zu berücksichtigen, aber ich glaube das ist ein Machtspielchen, das die Fifa betreibt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jürg Mong am 21.11.2012 11:28 Report Diesen Beitrag melden

    Eigentor

    Die Geste von Hitzfeld hatte keine Klasse, das muss mal gesagt sein. Aber ich muss trotzdem lachen, denn nun beklagt sich der SFV über die FIFA und deren Strafmass. Vor einem Jahr, beim Fall Sion, war man der FIFA noch hörig und hat sich verkauft. Nun trifft es den SFV selber und man lamentiert. Oh, Du armer, schwacher, Verband!

    • Ralph Reichelt am 21.11.2012 14:54 Report Diesen Beitrag melden

      Zweierlei Ellen

      Ottmar Hitzfeld wird wegen einer zugegeben unschönen, jedoch nicht unberechtigten Geste bestraft. Schiris aber können ungestraft jeden Mist pfeifen!

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  • Urs Huber am 21.11.2012 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Respekt

    Ich kann die vielen Kommentare, die Hitzfelds unanständige Geste verteidigen bzw. verharmlosen, nicht verstehen. Fussball funktioniert nur, wenn die Entscheide der Schiedsrichter von den Direktbeteiligten respektiert werden. Wo kämen wir denn hin, wenn Trainer und Spieler den Schiedsrichter derart derb beleidigen, nur weil sie mit einer Entscheidung nicht einverstanden sind. Von einem Schweizer Nationaltrainer erwarte ich mehr Stil und Klasse. Nur, dass es mal gesagt ist: Abgesehen vom Verstoss gegen grundlegende Anstandsformen wäre die Handlung von Hitzfeld wohl auch strafrechtlich relevant

  • Michael Jucker am 21.11.2012 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Hitzfeld/Schläger

    Natürlich keine schöne Geste. Aber was geschah 2005 in Istanbul?! Für Serkan Balci gab es zwei Spielsperren und 5.000 Franken Busse!!! Kann doch nicht sein das ein Schläger eine geringere Strafe erhält als eine unbedachte Handbewegung von Hitzfeld! Trainer Terim Faith ging sogar völlig straflos heraus. Dieser Terim Fait der seine Spieler auf unsere Schweizer Nati hetzte!!! Das ist doch ein Witz diese Strafe von der FIFA!

    • Edmund am 21.11.2012 12:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      frag doch im wallis

      Tja - frag doch mal cc was er von der verhältnismässigkeit der fifa zu erzählen weiss...

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  • Rene A am 21.11.2012 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    FIFA soll zuerst vor eigener Türe wische

    erstens Strafe ja okay kann man geben, aber dann BITTE ALLE gleich behandeln,FIFA ist ein Lotterieverein,einmal keine Strafe, dann (in meinen Augen eine zuviel für Hr.Hitzfeld) 2 Strafen für sonst Gentlemenlike verhalten.was die Clubtrainer ablassen geht ja gar nicht,komisch dort wurde noch keine solche Sperre verhängt,ja ja schweiz bashing geht weiter.

  • Franz Meier am 21.11.2012 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    ...war wohl zu hitzig!

    Die Strafe für Hitzfeld ist völlig gerecht. Er sollte sich als Vorbild anders benehmen. Eine Schonung würde wohl als Mauschelei gelten...