Muñoz entmachtet

25. Februar 2013 16:26; Akt: 25.02.2013 16:27 Print

Gattuso neu Spielertrainer in Sion

Christian Constantin reagiert auf das 0:4 in Thun: Victor Muñoz wird durch Captain Gennaro Gattuso als Trainer ersetzt. Muñoz bleibt dem Team aber erhalten, weil Gattuso die nötige Uefa-Pro-Lizenz fehlt.

Bildstrecke im Grossformat »
übernimmt Raimondo Ponte von Laurent Roussey. Für den 58-jährigen Aargauer ist Sion die erste Station in der höchsten Schweizer Spielklasse seit dem FC Luzern in der Saison 2001/2002. Laurent Roussey wird von «CC» auf die Strasse gestellt. Fünf Niederlagen in Serie und das frühe Cup-Aus in Luzern sind dem Sion-Boss zu viel. Michel Decastel übernimmt den Posten von Rossini. Er selbst wurde erst im letzten Oktober nach 57 Tagen im Amt als Sion-Trainer entlassen. Das nächste Mal Schluss ist aber bereits wieder am 21. Oktober 2013, nachdem er mit den Sittenern in 12 Spielen nur 11 Punkte holen konnte. Arno Rossini hat die nötige Uefa-Pro-Lizenz und wird den FC Sion zusammen mit Spielertrainer Gennaro Gattuso coachen. Er fliegt am 13. Mai 2013 bereits wieder. Gattuso bleibt dem Verein als Spieler erhalten. Gennaro Gattuso waltet als Spielertrainer im Wallis. Erst wird ihm wegen der fehlenden Lizenz Arno Rossini zur Seite gestellt, dann wird er wieder zum Spieler degradiert. Victor Muñoz übernimmt die Nachfolge von Pierre-André Schürmann, kann sich aber nur gut zwei Monate halten. Pierre-André Schürmann erhält nur einen befristeten Vertrag bis zum Ende der Hinrunde. Nach fünf Spielen verzichtet CC auf eine Verlängerung. Nach nur 57 Tagen im Amt muss Michel Decastel gehen, Nachfolger wird der ehemalige Schweizer U21-Nationaltrainer Pierre-André Schürmann. Nach einem 0:3 gegen den FC St. Gallen hält Sébastien Fournier vor seinen Spielern eine Brandrede und beschimpft diese aufs Übelste. Zwar entschuldigt er sich, doch aller Kredit ist verspielt. Nur wenige Tage danach nimmt er seinen Hut. Vladimir Petkovic verlor drei seiner vier Spiele als Sion-Trainer, konnte die Walliser in der Barrage gegen Aarau aber dennoch vor dem Abstieg retten. Ein Angebot von Lazio Rom war schliesslich verlockender, als unter Constantin zu arbeiten. Laurent Roussey hielt es über 400 Tage unter der Herrschaft Constantins aus, dann trat er völlig überraschend zurück. Der entlassene FCZ-Meistertrainer hielt es im Wallis nicht lange aus. Der Franzose ist im Wallis kein Unbekannter. Von 1997 bis 1999 stürmte er für Sion und 2003 war er als Spielertrainer tätig. Zermatten war schon nach dem Krankschreiben von Stielike im Trainerstab und ist mit Barberis gleichberechtigt. Ausgerechnet an Weihnachten präsentiert CC seinen neuen Trainer. Umberto Barberis übernimmt zum zweiten Mal in Sion. Stielike wurde von Constantin lange in Ruhe gelassen. Mitte November wurde Stielike aber «krank» und CC übernahm auch noch den Trainerposten. Bigon sprang wieder einmal als Notnagel ein und durfte dieses Mal neun Spiele an der Seitenlinie stehen. Nur acht Spiele überlebte das Duo. Nach Meinungsverschiedenheiten holte Constantin Bigon an die Seitenlinie zurück. Constantin gab Bigon bei seinem zweiten Versuch ungewöhnlich viel Zeit. Am Ende wurde auch er seines Postens enthoben. Gabet Chapuisat war das letzte Opfer von Sion-Präsident Constantin in der Entlassungsserie der Saison 2006/07. Marco Schällibaum musste den Trainerstuhl nach zwei Monaten bereits wieder räumen. Moulin kommt nochmals zum «Handkuss». Didier Tholot übernahm noch im selben Jahr. Bereits im November wird ihm Guy David als Assistent zur Seite gestellt - kurz darauf mit Ami Rebord ein dritter Trainer. Im Mai werden alle drei rausgeworfen. 2003 kommt Constantin zurück und stellt als ersten (und insgesamt neunten) Trainer Charly Rössli ein. Richard zum dritten - und vorläufig letzten Mal: Constantin gab 1997 das Sion-Präsidium ab. Richards zweites Engagement unter Constantin. In Constantins erster Amtszeit (1992-1998) wurde Trossero als Erster ersetzt.

Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Victor Muñoz ist nicht mehr verantwortlicher Trainer beim FC Sion. Der Spanier wurde einen Tag nach dem 0:4 in Thun von Präsident Christian Constantin entmachtet. Bis auf weiteres übertrug Constantin Mittelfeldspieler Gennaro Gattuso die Verantwortung für das Team.

Umfrage
Was halten Sie davon, Gennaro Gattuso zum Trainer zu ernennen?
19 %
37 %
44 %
Insgesamt 5152 Teilnehmer

Dass Christian Constantin seinen Trainer nach einem derart desaströsen Auftritt wie in Thun absetzt, war zwar erwartet worden. Doch der streitbare Präsident des FC Sion hatte am Montag gleichwohl eine Überraschung parat. Die Interimslösung kommt aus dem innersten Mannschaftszirkel. Der Captain wird nun Spielertrainer. Gennaro Gattuso (34), der Weltmeister mit Italien sowie zweifache Scudetto-Gewinner und zweifache Champions-League-Sieger mit Milan, kommt zu seiner ersten Erfahrung als Coach.

Nach 2 Monaten ist Schluss

Constantin entmachtete am Montag zwar Muñoz, den er erst vor zwei Monaten engagiert hatte, doch verantwortlich für den schwachen Rückrundenstart mit drei Spielen, drei Punkten und 1:7 Toren machte er die Spieler. «Ich habe sie gefragt: was wollt ihr? Wollt ihr am Mittwoch nicht nach Lausanne gehen, dann geht nicht. Wollt ihr lieber ein Fondue essen, dann macht das.» Das Team müsse sich nun ganz alleine anstrengen und sich seiner 'Nicht-Leistungen' bewusst werden, so Constantin.

Der Präsident fordert einen «totalen Mentalitätswandel». Gattuso, der seit seiner Ankunft im vergangenen Juni wie ein Spielertrainer auftrat, traut Constantin zu, die Wende - im Kopf der Spieler? - zu schaffen. «Gennaro wird dank seinem Charisma und seiner Persönlichkeit etwas Neues ins Team tragen», ist sich Constantin sicher.

Gattusos Kulturschock geht weiter

Gattuso könnte dereinst mal ein valabler Trainer werden, im Moment aber ist diese «interne Lösung» vor allem dies: Ein Abdriften des FC Sion auf das strukturelle Niveau des Regional-Fussballs. Nur in der 5. Liga ist es allenfalls noch so, dass sich eine Mannschaft selbst organisiert und aufstellt.

Gattuso bleibt im Wallis nichts erspart. Im Sommer sprach er von einem Kulturschock als er von Milan zu Sion wechselte. Weil er in Sitten die Schuhe selber putzen und die Tasche selber tragen musste, «während bei Milan alles für dich gemacht wird. Sogar wenn deine Katze krank ist, löst der Klub dieses Problem», erzählte Gattuso.

Bald so viele Trainer wie in 13 Jahren bei Milan

Doch Gattuso musste erfahren, dass die Unterschiede zwischen Milan und Sion nicht bei der Putzbürste, am Waschtrog und in der Veterinärmedizin enden. Gattuso erlebt in Sitten, was in Mailand undenkbar gewesen wäre. Trainerwechsel in rasendem Tempo nämlich. Alberto Zaccheroni, Cesare Maldini, Fatih Terim, Carlo Ancelotti, Leonardo und Massimiliano Allegri hiessen seine sechs Trainer in 13 Jahren Milan. In Sitten nun ist Gattuso selbst nach acht Monaten und nach Sébastien Fournier, Michel Decastel, Pierre-André Schürmann und Muñoz bereits der fünfte Coach.

Wie lange er im Amt bleibt, ist ungewiss. «Diese Lösung gilt, bis ich neue Anweisungen gebe», so Constantin. Teil dieser Lösung ist vorderhand auch Victor Muñoz. «Er wird am Mittwoch in St. Gallen den Cup-Match Wil - Zürich beobachten.» Der FCZ ist am kommenden Samstag der nächste Gegner der Sittener in der Super League. In der AFG-Arena darf Muñoz als Sittener Scout auftreten, im Wallis hat er aber vor allem noch eine Funktion: Da er ist im Besitz der geforderten UEFA-Pro-Lizenz ist, amtet er als Lizenzhalter für den Trainer-Rookie Gattuso.

(si)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die neusten Leser-Kommentare

  • oleg am 26.02.2013 00:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    eigentlich,,

    Eigentlich haben es ja alle Trainer selber in der Hand. Solange sie gewinnen bleiben sie im Amt! Sobald sie verlieren gibts eine Neuen. Somit ist die Aufgabe jedem Trainer klar;)

  • Dani am 25.02.2013 22:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CC for President

    Haha diese Meldung ist einfach zu viel, musste richtig lachen. Diese Schweizer Fussballliga ist so was von grottenschlecht, wo würde die Unterhaltung bleiben ohne Christian Constantin? Er ist einfach ein cooler, steinreicher Typ der gar nichts kennt und ist somit einfach genial. Ich weiss zwar nicht was er sich manchmal dabei denkt, aber er ist immer für eine Überraschung gut!

  • Florian Summermatter am 25.02.2013 22:25 Report Diesen Beitrag melden

    Heisse Stuhl bei Sion

    Wetten das....? Gattuso nicht lange Tranier bleit in Sion,

  • Fränky am 25.02.2013 20:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trainer

    Ich wäre auch noch zu haben habe immerhin den C+ Diplom Gruß ins Wallis

  • Felix Gloor am 25.02.2013 19:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So geht's weiter beim FC Sion...

    Zwei bis drei Trainerwechsel pro Saison, CC gibt immer mehr Geld aus, irgendwann ein Glücksgriff, Sion in der CL-Quali, scheitert dort, CC sauer, auch Erfolgstrainer weg, CC wird übermütig, gibt noch mehr Geld aus, trotzdem kein Erfolg, CC hat kein Geld mehr, Konkursverfahren, die Walliser jagen CC ins Pfefferland, neue Hoffnung für den FC Sion.

    • Jean Claude Karlen am 26.02.2013 13:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      CC hat immer Geld

      CC wird immer Geld haben. Nicht so wie anderswo in der Schweiz!

    einklappen einklappen