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Sky-Krise
04. August 2010 12:27; Akt: 04.08.2010 12:49 Print
Geht der Bundesliga das Geld aus?
Die Bundesliga floriert, auch dank bis zu 380 Millionen Franken TV-Geldern pro Saison von Sky. Doch bald könnte der Geldregen ausbleiben – mit dramatischen Folgen.

Sky kann sich in Deutschland einfach nicht vom Schuldenmantel befreien.
Im Herbst 2008 rettete Medienmogul Rupert Murdoch damals Premiere in letzter Minute vor der Pleite und stieg gross ein. Er installierte Mark Williams als Chef, benannte den Sender in Sky um und rechnete für 2011 mit schwarzen Zahlen beim Pay-TV-Sender, welcher die Bundesliga-Spiele live überträgt. Mit 310 bis 380 Millionen Franken pro Saison (2009 – 2013) gilt der Sender als Zahlmeister der Bundesliga. Die Deutsche Fussball-Liga gibt das Geld der TV-Rechte den Vereinen weiter. Ohne diesen Geldsegen wäre ein Betrieb auf heutigem Stand kaum möglich.
Wie lange hat Rupert Murdoch noch Geduld mit Sky Deutschland?
Und tatsächlich, die Bundesliga blüht. Stars wie Ribéry, Robben, Raúl oder Ballack kicken in Deutschland statt in den anderen grossen Ligen. Die Stadien sind voll, der Fussball boomt und die Bundesliga löste die Premier League als profitabelste Liga ab. Kurz: Unser nördlicher Nachbar ist bereit, die beste Liga Europas zu werden – wenn sie es denn nicht schon ist.
Schwarze Zahlen nicht in Sicht
Hört sich gut an. «Danke Sky!», kann mancher Fussballfan sagen. Aber: Der Bezahlsender stagniert. Aktuell haben rund 2,47 Millionen den Sender abonniert. Von April bis Juni gabs 6000 neue Nutzer. Zu wenig. Damit das Angebot in Deutschland profitabel wird, sind 2,8 bis 3 Millionen Kunden nötig. Von den ursprünglich erhofften bis zu 3,4 Millionen bis 2011 ist man längst abgekommen. Immerhin rechnet man für das zweite Quartal 2010 mit einem leicht gestiegenen Umsatz und dürfte den operativen Verlust um fast 30 Millionen auf rund 65 Millionen Franken verkleinern. Unter dem Strich bleibt jedoch ein Verlust von über 110 Millionen Franken. 2011 solls besser werden, schwarze Zahlen bleiben aber ein Traum. Chef ist nicht mehr Williams, er gab im Dezember 2009 auf. Neu soll Brian Sullivan für den Turnaround sorgen: «Wir sind auf dem richtigen Weg, ich bin jedoch mit der Geschwindigkeit unserer Entwicklung nicht zufrieden», sagte dieser zu den Ergebnissen. Das ist nett ausgedrückt.
Denn Murdoch muss wieder Finanzhilfe leisten. Diese kommt – nicht wie der Verlust von 110 Millionen Franken – überraschend und beträgt fast eine halbe Milliarde Franken. Dank einer Wandelanleihe und einer Kapitalerhöhung soll das Geld die Kassen klingeln lassen. Seit dem Börsengang 2005 ist dies bereits die siebte Finanzspritze für den Sender. Keine rosigen Aussichten. Das vollständige Ergebnis soll am 13. August publiziert werden.
Lieber ins Stadion statt Monatsabo
Noch hat Murdoch Geduld. 45 Prozent am Unternehmen hält er momentan. Doch wie lange schaut der Australier noch zu? Die breite Masse interessieren Live-Spiele am TV der Bundesliga offenbar zu wenig und die wirklichen Fans geben ihr Geld lieber für Stadioneintritte und Reisen zu Auswärtsspielen aus statt fürs Monatsabo bei Sky. Sie wollen die grossen Stars hautnah erleben. Solange der Bezahl-Sender noch Geld in die Liga pumpt, können sie das machen, danach werden Ribéry und Co. wohl verkauft werden müssen, damit die Vereine ihren Betrieb in ähnlichem Umfang aufrechterhalten können. Dann muss sich Deutschlands Liga wohl wieder mit Patrick Ochs, Mike Hanke oder Christian Lell begnügen.
(fox)


























