Kylian Mbappé

13. April 2017 17:49; Akt: 13.04.2017 17:49 Print

Hosenscheisser für 120 Millionen Euro

von Kai Müller - Er ist die neuste Sensation im europäischen Fussball. Gut möglich, dass Monacos Kylian Mbappé früher oder später zum teuersten Spieler der Welt wird.

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Sein Spitzname ist nicht gerade schmeichelhaft. Aber Spitznamen verfolgen ja ohnehin meist einen anderen Zweck, als jemanden zu hofieren.

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Kylian Mbappé muss sich also damit abfinden, dass ihn seine Teamkollegen der AS Monaco «Razmoket» rufen, Hosenscheisser. Das ist allerdings einzig seinem Äusseren geschuldet. Sein Gesicht erinnert die Mitspieler an eine Figur aus der US-Zeichentrickserie «Rugrats», die in Frankreich einst als «Les Razmoket» ausgestrahlt wurde.

Herausragende Statistik

Auf dem Fussballplatz hat der 18-jährige Franzose so gar nichts gemein mit einem Hosenscheisser, vielmehr ist er es, der die Gegner das Fürchten lehrt. Die Grösse der Bühne spielt dabei keine Rolle. Nachdem Mbappé mit 16 in der ersten Mannschaft der Monegassen debütiert, sich in Windeseile etabliert und die Ligue 1 aufgemischt hat, macht er auch in der Champions League nicht halt.

Beim 3:2 am Mittwoch in Dortmund, als der Sport für einmal nur nebensächlich war, wurde er zum jüngsten Spieler in der Geschichte der Königsklasse, der in der K.-o.-Runde doppelt traf. Seine Statistik dieser Saison stünde auch einem älteren Angreifer von Weltformat gut an: 34 Spiele, 21 Tore, 11 Assists.

Ein kompletter Spieler

Es sind nicht nur solch herausragende Zahlen, die Fachleute schwärmen lassen. Ob Mitspieler, Gegner, Trainer oder Experten, sie alle stimmen in die Lobeshymnen auf den jungen Mann ein, weil sie in ihm etwas ganz Besonderes sehen. Nationaltrainer Didier Deschamps, der Mbappé im März erstmals für die Länderspiele gegen Luxemburg und Spanien aufbot, sagt: «Er ist schon sehr reif. Er hat diese Ruhe im Eins-gegen-Eins mit dem Goalie, diese Kaltblütigkeit, diese Klarheit im Kopf, die ihn so effizient macht. Das unterscheidet ihn von Gleichaltrigen.»

Im vergangenen Sommer führte Mbappé Frankreichs U19 zum EM-Titel. Trainer Ludovic Batelli, der kraft seines Amtes schon manches Versprechen für die Zukunft unter seinen Fittichen hatte, sagt: «Kylian ist unberechenbar, handelt instinktiv und ist unglaublich schnell. Ein wahres Talent macht Dinge, die du so noch nie gesehen hast und auch nicht erwarten würdest. Genau das tut er.» Mbappé habe die Charakterstärke eines Martial (Man United), Coman (Bayern) oder Dembélé (Dortmund), «aber er ist ihnen voraus».

Poster von Ronaldo an der Wand

Mbappé ist der Sohn eines kamerunischen Einwanderers und einer Algerierin, die einst Handball spielte. Er wuchs in einer Pariser Banlieue auf, sein Vater war sein Trainer bei der AS Bondy, ehe ihn der nationale Verband ins Leistungszentrum nach Clairefontaine berief. Mit 14 schloss sich Mbappé der AS Monaco an, obwohl er zuvor auch Probetrainings bei Chelsea und Real absolviert hatte.

Gerade Madrid und die Begegnung mit Cristiano Ronaldo hatten ihn beeindruckt. Es gibt da dieses Foto von vor sechs Jahren, Mbappé sitzt in seinem Zimmer auf dem Bett, die Wände sind tapeziert mit Postern des Portugiesen. Dass er dennoch ins Fürstentum wechselte, erklärt Mbappé heute so: «Ich wollte mich in der heimischen Liga durchsetzen, ehe ich ins Ausland gehe.»



«Er braucht sein Gehirn»

Sein Werdegang und seine Spielweise bringen Mbappé allenthalben Vergleiche mit dem erfolgreichsten französischen Goalgetter ein: Thierry Henry. Davon haben beide zwar längst genug, was aber nichts daran ändert, dass es markante Parallelen gibt. Auch Arsène Wenger, der Henry einst in Monaco aus dem Nachwuchs zu den Profis beförderte und später bei Arsenal zum Weltstar formte, kann die Gemeinsamkeiten nicht von der Hand weisen. «Er hat denselben cleveren Blick, dieselbe Spielintelligenz und ist ähnlich begabt im Abschluss», sagt der Arsenal-Manager.

Henry selbst traut seinem Landsmann ebenfalls eine grosse Karriere zu. «Wie gut er schon ist», sagt er. «Er ist schnell, kräftig, sprunggewaltig. Und wenn ich ihn dribbeln sehe, denkt er, er braucht sein Gehirn. Das ist für mich ein Zeichen, dass es dieser Junge sehr weit bringen kann.» Henry hatte mit 18 Jahren und 114 Tagen – so alt ist Mbappé am heutigen Donnerstag – 21 Spiele für Monaco bestritten und fünf Tore erzielt. Mbappé steht bei 48 Partien und 22 Treffern.

Der Gelobte bleibt bescheiden

Der Hype um den Wunderstürmer hat inzwischen beträchtliche Ausmasse angenommen. Dem Vernehmen nach soll Monaco kürzlich ein 110-Millionen-Euro-Angebot aus der Premier League abgelehnt haben. Der Begehrte, dessen Vertrag bis 2019 läuft, gibt sich gelassen. «Ich habe noch nicht genug erreicht, um Monaco zu verlassen», sagt er.

Sicher ist, dass sein nächster Club ein ganz grosser sein wird. «Wir wissen alle, dass er früher oder später bei Real Madrid oder Barcelona landen wird», sagt Teamkollege Fabinho. Die Königlichen dürften dabei die besseren Karten haben. Wie verriet doch deren Trainer Zinédine Zidane jüngst: «2013 stand er kurz vor der Unterschrift bei uns, ging dann aber zu Monaco.»

Sollte es dereinst tatsächlich zu dieser Liaison kommen, wird Real etwas tiefer in die Tasche greifen müssen. Monaco soll unter 120 Millionen Euro nicht zu Verhandlungen bereit sein.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ernst hug am 13.04.2017 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gute Aussichten

    nur zu hoffen, dass das grosse Geld nicht den Charakter verdirbt

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  • Toni am 13.04.2017 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bleib

    Der grösste Fehler wäre jetz ein Wechsel zu Real Madrid und co. Da sitzt du auf der Bank und verschwendest dein Talent. Hoffe der bleibt noch bei Monaco. Genauso Dybala von Juventus Turin

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  • Theorie & Praxis am 13.04.2017 18:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Riesentalent

    Ich hoffe er bleibt bodenständig und hebt durch einen wechsel nicht ab. Dann könnte er wirklich ein weltklassespieler werden. Zwar ist niemand 120 millionen werden aber das sind heutzutage die preise.

Die neusten Leser-Kommentare

  • A346 am 14.04.2017 16:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    120 Mio Euro?? Das ist doch einfach Krank!

  • Alex Del Hero am 14.04.2017 07:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es war einmal

    Solange noch Leute ins Stadion gehen und somit potente Sponsoren anlocken kommen immer mehr Investoren die teure Spieler kaufen die noch mehr verdienen wollen damit noch mehr Leute ins noch teurere neue Stadion gehen und so noch bessere Sponsoren.........Tscheggsch es ??? Einfach nur pervers.

  • Ottmar Gusztav am 14.04.2017 02:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ball flach halten 

    Ich würde die Kirche mal im Dorf lassen. Es gab schon viel Spieler, die einige Monate gute Leistungen brachten oder den einen Moment hatten, von der Presse in den Himmel gelobt wurden und anschliessend kam gar nichts mehr (Götze, Shaqiri, Pogba, Sanches, Januzaj, und ganz viele mehr). Dieser Mbappe soll mal mehrere Saisons permanent auf hohem Niveau spielen und dann schaun mer mal weiter.

    • Bani am 14.04.2017 09:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ottmar Gusztav

      Hast noch den Coman, Embolo vergessen.

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  • Gringoma am 14.04.2017 02:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    40er

    gestern währen den spiels stand noch: 80 millionen mann schiesst bvb ab. 24 stunden später 120 millionen. man so eine steigerung will ich aucg mal haben ;-)

  • racku k am 13.04.2017 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    embolo 

    embolo ist meiner meinung nach etwas weiter als mbappe. schade hat ihn die verletzung gestoppt.

    • Abdi Poscht am 13.04.2017 22:14 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht Dein ernst oder?!

      Bitte erklären wie Du diese Aussage belegst?? Bin ich jetzt aber sehr gespannt drauf....

    • evasio am 13.04.2017 23:22 Report Diesen Beitrag melden

      Na klar

      Embala kann froh sein, das Tor zu treffen. Allgemein sind die ehemligen "Grosstalente" vom FC Oeri in der Versenkung verschwunden...

    • Balito am 14.04.2017 00:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @racku k

      dein ernst? er ist 18!! seine statistik spricht für sich! sei es in der CL oder in der ligue 1! embolo sol lieber mal 10 tore in der buli machen dan können wir reden! der hatte einen stamm platz und hat nichts gerissen! was für ein talent! mbappé trifft wie kein andere 18 jähriger! er ist der teuserste unter 20 jährige!! und nocht bombolo

    • Mr. BVB am 14.04.2017 04:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @racku k

      Er hatte einen sehr schleppenden Start bei S04 wurde schon als teuerster Fehleinkauf von Schalke tituliert. Erst 1 Spiel vor seiner Verletzung hat er eine tolle Leistung gezeigt. Auch in der Nati war er nicht gerade der Goalgetter. Er ist noch jung. Hoffentlich steckt er die schwere Verletzung gut weg. Denn die Karriere hat doch gut gestartet. Mbappe. Hat sich schon 1 Saison als knallharter Knipser bewiesen. Hoffentlich bringt es embolo auch so weit. Zu wünschen wäre es ihm auf jeden Fall. Mbappé ist aus meiner sicht ein ganzes stück weiter in der Entwicklung.

    • Baselboy12 am 14.04.2017 08:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Balito

      Naja wie soll embolo tore machen wenn er den rest de saison verletzt ausfällt?

    • racku k am 14.04.2017 11:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Abdi Poscht

      ihr seid nicht fair gegenüber embolo. für mich weltklasse. spielt schon in der buli, sicher besser als die league 1 in frankreich. s04 ist ein traditionsclub, monaco hat nicht mal fans. embolo hat in der nati schon getroffen. robustere statur, mbappe oder rashford haben im vergleich die schlechteren karten.

    • Barça am 14.04.2017 16:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @racku k

      Kannst du mir erklären, warum Embolo besser ist? Dieser Mbappé ist sicherlich in der Entwicklung weiter. Was schon wieder völlig daneben ist, wäre derMarktwert. Diese Spieler werde doch alle nur noch am Marktwert gemessen und ihre Leistung wird nach und nach abnehmen. Schade, man sollte die Jungs einfach mal in Ruhe lassen und ihr Spiel spielen lassen. Man hätte mehr davon als die masslosen Ablösesummen!!

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