Champions League

06. Dezember 2012 00:34; Akt: 06.12.2012 06:51 Print

Shaqiri trifft mit Köpfchen - Chelsea out

Juventus schlägt Donezk 1:0 und zieht in die Achelfinals ein. Titelverteidiger Chelsea scheidet trotz 6:1-Kantersieg aus. Die restlichen zwei Achtelfinal-Plätze sichern sich Galatasaray und Celtic.

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Zehn Punkte und sechs Tore zum Abschluss reichten Chelsea nicht: Der Titelverteidiger ist in der Champions League in der Gruppe E ausgeschieden. Juventus Turin holte den nötigen Punkt beim 1:0 gegen Schachtjor Donezk und wurde am Ende sogar Gruppensieger.

Es war kein gutes Spiel in Donezk. Juventus brauchte einen Punkt für die Achtelfinal-Qualifikation, und Schachtjor benötigte einen Zähler, um Gruppensieger zu werden. Diese spezielle Konstellation lähmte die Partie weitgehend. Vor allem in der ersten Halbzeit gab es zwar viele Zweikämpfe im Mittelfeld, aber kaum Torszenen.

Bessere zweite Halbzeit

Das änderte sich nach der Pause ein wenig. Das Tempo wurde auf beiden Seiten höher und prompt fiel ein Tor. Stephan Lichtsteiner bediente nach 56 Minuten in der Mitte Sebastian Giovinco, der aus wenigen Metern einschob. Es war der Treffer, der die Turiner der Sorgen entledigte, durch ein Gegentor noch eine unliebsame Überraschung zu erleben. Am Ende zog Juventus ohne grössere Probleme erstmals seit vier Jahren wieder in die K.o.-Phase der Champions League ein.

In Donezk endete somit auf die bestmögliche Weise die Sperre von Trainer Antonio Conte. Zum letzten Mal musste der Italiener wegen seiner Verwicklung in den Wettskandal das Coaching seinem Assistenten Alessio überlassen. Am nächsten Wochenende sitzt Conte in der Serie A gegen Palermo wieder auf der Bank. Schaden nahm Juventus durch diese Suspendierung nicht. In der Meisterschaft holte das Team in 16 Spielen 34 Punkte und ist Leader, in der Champions League wurde es mit zwölf Punkten ungeschlagen Gruppensieger.

Trotz Kantersieg draussen

Chelseas 6:1 gegen Nordsjaelland war der erste Sieg von Rafael Benitez als Trainer der Londoner. Aber es war bloss ein Muster ohne Wert - an einem Abend, an dem die Londoner zwei (negative) Geschichten schrieben. Chelsea ist nicht nur als erster Titelverteidiger der Champions League schon in den Gruppenspielen gescheitert, es ist auch das erste Mal, dass die «Blues» die Vorrunde in diesem Wettbewerb nicht überstehen. Exakt 200 Tage nach dem Triumph von München ist der Klub des steinreichen Besitzers Roman Abramowitsch am Tiefpunkt angelangt.

Die Tore von David Luiz (36.), Fernando Torres (45./56.), Gary Cahill (51.), Juan Mata und Oscar (71.) erwärmten die rund 40'000 Zuschauer an der Stamford Bridge nicht. Spätestens als zwischen dem dritten und vierten Chelsea-Tor die Kunde von Juventus' Führungstor in Donezk das Stadion erreichte, knickten die letzten Hoffnungen auf einen unerwartet positiven Ausgang.

Chelsea in der Europa League

So gibt es für Chelsea eine europäische Fortsetzung in der Europa League. Bevor diese Trostrunde im Februar losgeht, treten die Engländer vor Weihnachten noch bei der Klub-WM in Japan an. Ob Rafael Benitez dannzumal noch Trainer ist, scheint nicht einmal mehr klar. Die Medien spekulierten am Spieltag, dass die kurze Zeit des Spaniers als Nachfolger von Roberto Di Matteo bereits wieder zu Ende gehen könnte. Die Fans werden den ungeliebten Spanier jedenfalls nicht vermissen. Sie skandierten während dem Spiel wiederholt: «Es gibt nur einen Di Matteo!»

Ansonsten bleibt vom Spiel gegen Nordsjaelland vor allem ein Kuriosum aus der ersten Halbzeit in Erinnerung: Zwischen der 32. und 36. Minute pfiff der Schiedsrichter insgesamt drei Handspenalty. Die ersten zwei wurden von Nordsjaellands Nicolai Stokholm sowie Chelseas Edin Hazard verschossen, erst David Luiz schaffte dann den ersten Treffer des Spiels.

Shaqiri mit einem Tor und einem Assist

Bayern München sicherte sich mit einer halben B-Mannschaft Platz 1 in der Gruppe G. Xherdan Shaqiri überzeugte beim 4:1 gegen Bate Borissow mit einem Tor und einem Assist.

Jupp Heynckes hatte im Vergleich zum 1:1 gegen Borussia Dortmund seine Startformation auf insgesamt sieben Positionen umgestellt. Zu den Nutzniessern dieser Massnahme zählte auch Xherdan Shaqiri und der Schweizer Internationale setzte sich positiv in Szene. In der 22. Minute tankte er sich auf der linken Seite durch und bediente Mario Gomez mit einem Masszuspiel. Der Stürmer bewies, dass er während seiner Verletzungspause keinesfalls an Gefährlichkeit eingebüsst hat und verwertete eiskalt.

Tor-Premiere für den Kraftwürfel

In der zweiten Halbzeit kam dann das Schweizer Kraftpaket beim 3:0 sogar zu seiner Tor-Premiere in der Champions League für den «grossen» FCB und zwar auf ungewöhnliche Weise. Shaqiri traf per Kopf, obwohl ihn ein zwei Köpfe grösserer Gegenspieler behinderte und sich erst noch aufstützte (65.). Bayern spielte seit der 51. Minute und einem Platzverweis gegen Jérôme Boateng in Unterzahl, allerdings nur bis zur 70. Minute, als Denis Poljakow nach einer dilettantischen Schwalbe mit der zweiten gelben Karte vom Platz flog. Das 2:0 erzielte Thomas Müller (54.), allerdings aus Offsideposition.

Valencia verbleibt so trotz des 1:0 bei Lille punktgleich auf dem zweiten Gruppenplatz. Den Siegestreffer für die Iberer erzielte der Brasilianer Jonas per Foulpenalty (36.).

Sorgen um Lionel Messi

Das an sich bedeutungslose Spiel gegen Benfica Lissabon (0:0) könnte für Barcelona fatale Folgen haben. Lionel Messi musste den Platz in den Schlussminuten verletzt verlassen, eine Kreuzbandverletzung wird befürchtet.

Barça-Coach hatte ein halbes Dutzend Stammspieler nicht einmal ins Aufgebot berufen. Messi, der mit einem Treffer den 40 Jahre alten Torrekord von Gerd Müller hätte egalisieren können, nahm auf der Bank Platz und wurde nach einer knappen Stunde eingewechselt. Der weltbeste Spieler riss die Initiative an sich, blieb aber glücklos und verletzte sich kurz vor Schluss bei einem Rencontre. Benfica Lissabon trauert vor allem der ersten Hälfte nach. Die Lusitaner dominierten, wie es kaum je ein Team im Nou Camp tut und hatten ein Torschussverhältnis von 11:1. Die Gäste blieben aber trotz bester Chancen ohne Torerfolg.

Celtic Glasgow im Glück

So durfte letztlich im Celtic Park zu Glasgow nach dem 2:1 gegen Spartak Moskau gejubelt werden. Der griechische Brecher Giorgos Samaras fiel knapp zehn Minuten vor Spielende im gegnerischen Strafraum sehr leicht, den gepfiffenen Foulpenalty hämmerte Kris Commons zentimetergenau unter die Latte. Für das Team von Neil Lennon ist die Qualifikation für die K.o-Runde ein gewaltiger Erfolg, etliche Auguren hatten ihnen nicht einmal einen Punktgewinn zugetraut.

Galatasaray mit maximaler Effizienz

Galatasaray Istanbul ist dank maximaler Effizienz in extremis in die Achtelfinals eingezogen. Die Türken siegten bei Sporting Braga 2:1 und kommen so auf Kosten des punktgleichen Cluj weiter.

Fatih Terims Miene verfinsterte sich im Felsenstadion von Braga angesichts der Leistung seiner Schützlinge zunehmend. Der Leader der türkischen Meisterschaft trat lange erschreckend passiv auf und war zur Pause mit einem 0:1-Rückstand noch gut bedient. Topskorer Burak Yilmaz und Aydin Yilmaz sorgten nach der Pause für die Wende und für bessere Laune beim ehemaligen Nationalcoach.

Clujs Exploit kommt zu spät

Für Cluj verkam so der 1:0-Exploit bei Manchester United zum Muster ohne zählbaren Wert. Die Rumänen siegten bei den gegenüber der Meisterschaft auf zehn Positionen veränderten «Mancunians» 1:0, das goldene Tor erzielte Luis Alberto (56.) mit einem Sonntagsschuss aus fast 30 Metern. Die Rumänen, die in der Qualifikation den FC Basel eliminiert hatten, schrammten so um ein Haar an ihrer ersten Achtelfinal-Qualifikation vorbei.

Gruppe E

Schachtjor Donezk - Juventus Turin 0:1 (0:0)
Donbass-Arena. - 41'500 Zuschauer. - SR Eriksson (Sd).
Tor: 56. Giovinco 0:1.

Chelsea - Nordsjaelland 6:1 (2:0)
Stamford Bridge. - 40'084 Zuschauer. - SR Nijhuis (Ho).
Tore: 38. David Luiz (Handspenalty) 1:0. 45. Torres 2:0. 46. John 2:1. 51. Cahill 3:1. 56. Torres 4:1. 63. Mata 5:1. 71. Oscar 6:1.

Rangliste: 1. Juventus 6/12 (12:4). 2. Chelsea 6/10 (16:10). 3. Schachtjor Donezk 6/10 (12:8). 4. Nordsjälland 6/1 (4:22).

Gruppe F

Bayern München - BATE Borissow 4:1 (1:0)
Allianz-Arena. - 68'000 Zuschauer. - SR Collum (Scho).
Tore: 22. Gomez 1:0. 53. Müller 2:0. 66. Shaqiri 3:0. 84. Alaba 4:0. 89. Filipenko 4:1.

Lille - Valencia 0:1 (0:1)
Grand Stade Lille Métropole. - SR Stavrev (Maz).
Tor: 36. Jonas (Foulpenalty) 0:1.

Rangliste: 1. Bayern München 6/13 (15:7). 2. Valencia 6/13 (12:5). 3. BATE Borissow 6/6 (9:15). 4. Lille 6/3 (4:13).

Gruppe G

Celtic Glasgow - Spartak Moskau 2:1 (1:1)
Celtic Park. - 59'000 Zuschauer. - SR Brych (De).
Tor: 21. Hooper 1:0. 39. Ari 1:1. 82. Commons (Foulpenalty) 2:1.

Barcelona - Benfica Lissabon 0:0
Nou Camp. - 55'000 Zuschauer. - SR Moen (No).

Rangliste: 1. FC Barcelona 6/13 (11:5). 2. Celtic Glasgow 6/10 (9:8). 3. Benfica Lissabon 6/8 (5:5). 4. Spartak Moskau 6/3 (7:14).

Gruppe H

Manchester United - CFR Cluj 0:1 (0:0)
Old Trafford. - 71'521 Zuschauer. - SR Orsato (It).
Tore: 56. Luis Alberto 0:1.

Sporting Braga - Galatasaray Istanbul 1:2 (1:0)
Municipal. - SR Rizzoli (It).
Tore: 32. Mossoro 1:0. 58. Burak Yilmaz 1:1. 78. Aydin Yilmaz 1:2.

Rangliste: 1. Manchester United 6/12 (9:6). 2. Galatasaray Istanbul 6/10 (7:6). 3. CFR Cluj 6/10 (9:7). 4. Braga 6/3 (7:13).

(si)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Potz tuusig am 05.12.2012 23:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Messi

    Und über die (vielleicht schwere) Verletzung von Messi wird nichts geschrieben?

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  • Amina Kojum am 06.12.2012 08:51 Report Diesen Beitrag melden

    Rangliste falsch

    Rangliste: 1. Juventus 6/12 (12:4). 2. Chelsea 6/10 (16:10). 3. Schachtjor Donezk 6/10 (12:8). 4. Nordsjälland 6/1 (4:22). Die Rangliste stimmt nicht.

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  • h nioo am 06.12.2012 00:28 Report Diesen Beitrag melden

    Schwerste Gruppe!

    Chelsea mit 10 Punkten draussen. Da gibts nichts wofür man sich schämen muss. Wir haben Donezk unterschätzt und kannten deshalb die Wichtigkeit des Hinspiel gegen Juve nicht. Beim Rückspiel gegen juve herrschte dann schon Krise. Chelsea holt dafür den UEFA Cup! Die Killergruppe von Real wurde wohl auch überschätzt. Man City war harmlos. Die Chelsea Gruppe war durchaus schwieriger.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ronaldo am 06.12.2012 16:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Real Madrid

    Real Madrid wird die Champions League gewinnen! Vor allem mit Cristiano Ronaldo! Bayern hat dieses Jahr keine Chance

  • V. Wechsler am 06.12.2012 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Grössenvergleich

    Antropologischer Vergleich. Lese da in einem anderen (Käse) Blatt, dass Shaqi 2 Köpfe kleiner als der Gegenspieler beim Kopfballtor sei. Es sind genau 21cm (169:190). Von was für Köpfen wird dort geschrieben? Köpfe von Kapuzineräffchen? Hat nichts mit Fussball zu tun? Richtig! Aber mit Journalismus. Xerdan bringt's halt auch mit 1,69 !

  • Mike am 06.12.2012 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Celtic

    Celtic mit Schiri Bonus. Mich freuts trotzdem. Toller Verein mit den weltweit besten Fans.

  • Amina Kojum am 06.12.2012 08:51 Report Diesen Beitrag melden

    Rangliste falsch

    Rangliste: 1. Juventus 6/12 (12:4). 2. Chelsea 6/10 (16:10). 3. Schachtjor Donezk 6/10 (12:8). 4. Nordsjälland 6/1 (4:22). Die Rangliste stimmt nicht.

    • Andy K am 06.12.2012 09:39 Report Diesen Beitrag melden

      viel ahnung

      Kennen sie so etwas wie den direkten Vergleich?

    • Mr. Hyde am 06.12.2012 09:45 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig zählen bitte!

      Zählen kannst du wohl auch? Und wie ist es mit Lesen? Chelsea ist raus, also kann da kein 2. Platz resultieren....

    • Maximilian Leu am 06.12.2012 10:06 Report Diesen Beitrag melden

      Doch

      Doch sie stimmt.. Geht nach Direktbegegnung..

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  • Christian Wellinger am 06.12.2012 07:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komischer Ellenvergleich

    Die grössten Hassvereine in England, Man. City und Chelsea, draussen. Freude herrscht. Den Bayern wurde gestern der Sieg auch leicht gemacht. Das 2:0 ind 3:0 darf der Schiri niemals geben. Da es sich aber um den grossen FCB handelt und nicht um Basel, bleibt die Schlechtmache komischerweise aus. Lächerlich!

    • Chris am 06.12.2012 12:35 Report Diesen Beitrag melden

      Der Name

      Es liegt wohl am Namen "FCB". Dieser scheint mit Entscheidungen zur ihren Gunsten gesegnet zu sein. Schaut man sich die Statistiken an, stehen Basel, Bayern und Barca immer besser da.

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