GC will oben bleiben

09. Dezember 2012 22:58; Akt: 09.12.2012 22:58 Print

Leiden und Drohen mit dem Wintermeister

von Sandro Compagno - Der Rest der Liga darf das ruhig als Drohung verstehen: Wintermeister GC will sich weiter verstärken - aber das Wort «Meistertitel» nimmt niemand in den Mund.

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Wil feiert den Coup gegen YB. Der Unterklassige siegt mit 4:3 nach Verlängerung. Der entscheidende Treffer fiel in der 114. Minute. Der Triumph ist die bisher einzige Überraschung im Cup-Achtelfinal. Wil war gegen YB früh auf dem Weg zur grossen Überraschung. die St. Galler führten bis zur Pause mit 3:0. Doch YB rettete sich mit einem Last-Minute-Tor und dem 3:3 in die Verlängerung. Auch Basel bekundete bei einem Challenge-League-Team Mühe. Die Basler glichen durch Salah erst in der 75. Minute zum 2:2 aus. Auch in Locarno musste die Partie in die Verlängerung. Dort erlöst Valentin Stocker den Schweizer Meister kurz vor dem Penaltyschiessen mit dem 3:2. Der FCZ setzt sich gegen Köniz (1. Liga Classic) am Ende 5:1 durch. Dabei lagen die Zürcher früh 0:1 im Rückstand. In Köniz musste das Spielfeld erst vom Schnee befreit werden. Grosser Jubel den den Grasshoppers nach dem Sieg im Achtelfinal gegen Schaffhausen. Der Wintermeister wäre gegen den 1.-Ligisten fast gescheitert. Gut gekämpft und doch verloren: Schaffhausen. Die Entscheidung: GC-Keeper Roman Bürki hält den letzten Elfmeter von Baykal. GC musste gegen Schaffhausen ins Penaltyschiessen. Nach 120 Minuten stand es 1:1. Für das Spiel musste viel Schnee aus dem Weg geräumt werden. Hier arbeiteten die Helfer in Schaffhausen noch vor der Partie wie wild. Zu viel Schnee: In Wohlen konnte nicht gespielt werden. Die Partie zwischen Wohlen und Thun konnte nicht durchgeführt werden. Statt gefunden hat dagegen Brühl SG gegen Lausanne. Hier jubelt der 1. Ligist nach dem 1:2, aber die St. Galler verlieren gegen den Superligisten am Ende mit 1:3. Der Platz konnte immerhin ziemlich gut geräumt werden.

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Die Leidensfähigkeit sei die grösste Qualität seiner Mannschaft, sagt GC-Trainer Uli Forte. Diese Eigenschaft bewies der Rekordmeister am Samstag auf der Schaffhauser Breite: GC benötigte gegen den überraschend starken Erstligisten 120 Minuten (1:1) und ein Elfmeterschiessen, aber GC siegte.

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«Letzte Saison hätten wir ein solches Spiel verloren», meinte Präsident André Dosé gestern an einem Medientalk im GC-Campus in Niederhasli. Captain Vero Salatic lobte Goalie Roman Bürki, der drei Penaltys des FC Schaffhausen hielt, und João Paiva. Der Ersatzmann behielt als letzter GC-Schütze die Nerven.

Dosé will mehr Geld

Man ist zufrieden im Campus, aber nicht wunschlos. Sportkoordinator Dragan Rapic soll einen Stürmer verpflichten. «Wir brauchen mehr Offensivpower», sagt Dosé, der gleichzeitig jegliche Titelambitionen weit von sich weist: «Das Wort Meistertitel nehme ich nicht in den Mund.» Seine Ziele sind längerfristig: Dosé will das Budget von geschätzten 17 Millionen Franken schon für die nächste Saison erhöhen: «Wir brauchen mehr Spielraum für die 1. Mannschaft.»

Bis 2014 haben sich die 15 Mitglieder des Owners Club verpflichtet, dem Klub Finanzsicherheit zu verschaffen; es geht um rund 5 Millionen Franken jährlich. Sie dürften längerfristig an Bord bleiben. Dosé: «Entsprechende Gespräche laufen. Die Herbstrunde hat uns sicher geholfen.» Das tut sie auch beim Erschliessen neuer Geldquellen. Dosé: «Als wir im Frühling auf Sponsorensuche waren, wurden wir fast ausgelacht.»

Heute lacht niemand mehr. Auch nicht, wenn Trainer Uli Forte sagt: «Diese Mannschaft will sicher nicht Sechste werden. Wir haben ein klares Ziel: Wir wollen uns mit Beissen und Kratzen da oben festkrallen.» Die Konkurrenz darf das durchaus als Drohung verstehen.