Basels Personalpläne

11. Dezember 2012 07:36; Akt: 11.12.2012 07:43 Print

Murat Yakin und die Frage des Systems

von Eva Tedesco - 4-1-4-1? 3-5-2? Oder ganz etwas Neues? Der FCB-Trainer feilt in der Winterpause an der perfekten Aufstellung. Er sucht die Unberechenbarkeit. Und ein paar neue Spieler.

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Am 15. Oktober präsentiert FCB-Präsident Bernhard Heusler den Nachfolger des zuvor überraschend freigestellten Trainers Heiko Vogel. Der neue Cheftrainer ist ein alter Bekannter: Es ist Murat Yakin, ehemaliger Abwehrchef und Captain der Bebbi. Sechs Tage später steht Yakin ausgerechnet gegen den FC Luzern erstmals als FCB-Trainer an der Seitenlinie, bei dem er knapp zwei Monate zuvor freigestellt worden war und verlor 0:1. Später verlor er auch gegen Thun. «An meine ex Klubs habe ich nun genug Geschenke verteilt», scherzt Yakin. Einen Monat nachdem Yakin Trainer geworden war, gibt Alex Frei seinen Rücktritt auf Ende Saison hin bekannt. Der Nati-Rekordtorschütze und ehemalige Nati-Captain hatte massgeblichen Anteil an den Meistertiteln des FCB der letzten drei Jahre. Marco Streller führt zur Winterpause nicht nur überlegen die Torschützenliste der Super League (10 Tore), sondern auch den FCB als Captain vorbildlich an. Streller reiht sich nach Yakin und Ergic nahtlos jetzt schon in eine Reihe grossartiger Kapitäne bei Rotblau ein. Mit einem 0:0 im letzten Gruppenspiel in der Europa League gegen Genk, sicherte sich der FC Basel das europäische Überwintern. Kein Schweizer Klub hat im letzten Jahrzehnt mehr für das Uefa-Ranking der Schweiz gemacht, als die Basler. Ersatzkeeper Germano Vailati (l.) und Verteidiger Gaston Sauro zeigen vor der Rückreise aus Belgien: Das erste Ziel, die K-o.-Phase im Europacup, ist erreicht. Der FCB ist wieder in der Spur. Und auch das zweite Ziel im Herbst 2012 ist geschafft: Der FCB steht dank dem Siegtreffer zum 3:2 von Valentin Stocker gegen Locarno im Viertelfinal des Schweizer Cups. Nach acht Wochen im Amt und total 12 Partien zieht Yakin vor der Winterpause positive Bilanz: Acht Siegen stehen ein Remis und drei Niederlagen gegenüber. Yakin dankt der Klubführung für das Vertrauen und sagt: «Je grösser die Aufmachung, das Stadion und der Verein, desto mehr blüht man auf.» Yakin, Präsident Bernhard Heusler und Sport-Direktor Georg Heitz (v.l.n.r.) ziehen in einem Saisonrückblick Bilanz. Heusler: «Der FCB hat ein aufwühlendes Jahr hinter sich, aber ich habe das Gefühl, dass wir auf gutem Weg sind.» Der FCB startet am 4. Januar 2013 in die Vorbereitung für die Rückrunde.

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Um in der Sprache der Velofahrer zu bleiben, die der FCB-Boss in seiner Vorrunden-Bilanz verwendete: Der Prolog ist Murat Yakin gelungen. Seine Bilanz in 12 Partien wettbewerbsübergreifend: Acht Siege, ein Remis, drei Niederlagen. Der FCB überwintert europäisch, steht im Cup-Viertelfinal und ist in der Liga mit vier Punkten Rückstand auf Leader GC wieder in «Sichtdistanz».

Das Einfahren ist zu Ende und Yakin hat in der Vorbereitung Zeit, der Mannschaft mehr von seinen Ideen zu vermitteln. «Das ist in den intensiven Wochen mit einem 3-Tages-Spielrhythmus bisher zu kurz gekommen», so der 49-fache Internationale. Daran will der 38-Jährige ab dem 4. Januar arbeiten. Und auch im Trainingslager, ab dem 14. Januar, werden Details gepflegt werden können. Unter anderem geht es um das Spielsystem.

Yakins Systempläne und das passende Personal dazu

«Es bringt nichts, meinen Kopf durchzusetzen. Das System muss zur Mannschaft passen», so Yakin. Seine Wunschvorstellung ist, dass sich die Spieler in verschiedenen Systemen wohlfühlen und der FCB dadurch unberechenbar wird. Die weitere Personalplanung wird deshalb stark von den Systemen abhängig sein, die Yakin neben dem zuletzt praktizierten 4-1-4-1 und seinem bevorzugten 3-5-2-System der Mannschaft verpassen wird. Zu Namen will der FCB noch nichts kommunizieren.

Und auch (noch) nicht zu den Positionen. «Das ist eine Frage des Systems», sagt Sport-Direktor Georg Heitz, «je nachdem will Yakin zum Beispiel einen Flügelspieler oder Stürmer.» Langfristig, auch nach dem Rücktritt von Alex Frei, den Yakin zuletzt im linken Couloir einsetzte, wäre vielleicht ein schneller linker Flügel – als Pendant zu Mohamed Salah auf Rechts – sinnvoll.

Die Rolle von Alex Frei im Yakin'schen System

Yakin: «Die Idee Alex Frei auf dem linken Flügel aufzustellen, ist keine Laune, sondern ein Gedanke, der schon länger in meinem Kopf herumgeschwirrt ist. Alex hat vor allem zu Beginn seiner Karriere diese Position gespielt und deshalb ist die Idee auch nicht abwegig. Und es ist ja nicht so, dass ich Sommer als Stürmer oder Streller als Tormann bringe». Wichtig erachtet Yakin, dass Frei die Vorbereitung voll mitmachen wird. «Bei einem Spieler, der jeden Zentimeter seines Körpers schmerzhaft spürt, ist es umso wichtiger. Aber geniessen wir jeden Moment, den wir Alex Frei noch auf dem Spielfeld sehen können.»

Zudem könnten die Personalien einen Stürmer sowie einen defensiven Mittelfeldspieler betreffen. «Vor allem aber müssen die im Sommer verpflichteten Südamerikaner Gaston Sauro und Marcelo Diaz noch zulegen», sagt Sportdirektor Georg Heitz. «Diaz hat seit Februar an die 60 Spiele absolviert und ist nicht auf Touren. Er muss sich steigern, aber nach der Pause bin ich sicher, dass er das tun wird», so Heitz. Die Zeit von Radoslav Kovac bei Rotblau neigt sich hingegen dem Ende zu. Heitz: «Es ist klar, dass die Liason Kovac/FCB ‹endlich› ist. Wir sind bemüht, eine Lösung zu finden.»

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jürg Mong am 11.12.2012 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Ich kann es langsam nicht mehr lesen...

    Basel, Basel, nichts als Basel. Hallo, die (Fussball-)Welt besteht nicht nur aus Basel und langsam bin ich es leid, dass sich die Medien überschlagen, wenn Streller hustet, Stocker rülpst oder sonst was Gravierendes am Rheinknie passiert. Ein Tag ohne Basel-"News" würde uns gut tun...! Danke im Voraus.

    • Amrit Premo am 11.12.2012 15:55 Report Diesen Beitrag melden

      Trick

      Ich kenne das, immer diese Artikel in den Online-Zeitungen, die einen nicht interessieren. Schrecklich... Aber ich habe einen guten Trick rausgefunden, den du auch mal ausprobieren solltest: ich lese sie einfach nicht. Funktionniert prima, glaub mir.

    • urs t am 12.12.2012 03:49 Report Diesen Beitrag melden

      genau

      Amrit Prem: endlich mal ein schlauer^^

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  • Iks Übsilon am 11.12.2012 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Weshalb machen es den nicht die anderen Clubs auch so? selber Schuld!

  • Ray P. am 11.12.2012 08:24 Report Diesen Beitrag melden

    Aufstellung

    4-4-1 oder 5-5 wäre nicht schlecht.

    • Roma Sz am 11.12.2012 22:20 Report Diesen Beitrag melden

      Aufstellung

      sehr gut wäre 0-11 ohne Yakin

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  • Berna65 am 11.12.2012 07:49 Report Diesen Beitrag melden

    Immer das Gleiche

    Wieder einmal ein guter Spieler einem anderen Verein wegschnappen. Das ist die Politik vom FC Basel.

    • Peter Stark am 11.12.2012 08:00 Report Diesen Beitrag melden

      Immer das Gleiche ?

      Wo ist denn unser Zauberzwerg ?

    • f.M. am 11.12.2012 08:33 Report Diesen Beitrag melden

      Und andere Vereine holen keine Spieler, das macht nur der FCB. Wenn GC den Spieler hätte halten wollen, hätten sie den Vertrag schon lange verlängern müssen. Ein 18 Jähriger, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, entweder sind die Verantwortlichen bei GC dumm, oder sie wollen den Spieler gar nicht behalten.

    • Ahmed am 11.12.2012 08:37 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht viel Ahnung?

      Dies ist nicht die Politik vom FC Basel sondern die Politik des Fussballsports. Geld regiert die Welt. Finden sie sich damit ab.

    • Bärnu Graf, Wabern am 11.12.2012 08:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Basel macht das gut

      @Berna65 Bin kein Basel Fan, wohl vom gleichen Verein wie du und trotzdem ist dies ein ganz normaler Prozess/Ablauf. Jeder Krösus einer Liga, angelt sich solche Spieler. Das hat mit Basel nichts zu tun und andere CH-Teams sollten das Gleiche System wählen. Nur so kommt man auch zu Geld. Ich als YB Fan habe keinen Neid gegen Basel. YB idt eine launische Diva. Hat ein gutes Kader, hatte man in der EL ganz gut gesehen, aber einige Spieler passen nicht ins Team. Sonst wäre YB besser. YB hat ein wichtiges Problem. Bei einigen spielern will der Kopf und die Einstellung nicht so. :-P Ich vergleiche YB immer ein bisschen mit dem HC Lugano. Einen guten Kader, aber meist nicht ganz vorne und Fans jammern und Gränne wie die wilden. Basel ist das Aushängeschild der Schweiz, daher ist das auf jedenfall in Ordnung was sie machen. HOPP YB!

    • Veronica BS am 11.12.2012 09:08 Report Diesen Beitrag melden

      Also bitte

      Alle Clubs der Superleague, kaufen und verkaufen Spieler untereinander, aber wen mal der FCB ein Spieler bei einem anderen Club holt, dann geht das gejammere los! Findet euch damit ab, so funktioniert der Fussball heute, und übrigens dem FCB werden auch Spieler abgejagt, weniger von der eigenen Liga, aber von Ausland.

    • Tom Meichel am 11.12.2012 09:19 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht nur

      Adili ist doch (noch) kein guter Spieler, aber einer mit Perspektiven. Dass der FCB die letzten Jahre auch die meisten Talente in der Schweiz rausgebracht, darf dabei nicht vergessen werden. Nicht nur bei der U21 ist der FCB nationale Spitze, man schaue nur mal die Tabellen der anderen U-Kategorien an. Das kommt leider für die Konkurrenz gut.

    • Patrick Zogg am 11.12.2012 09:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Das ist Fussball 

      Und was probiert GC bei Luzern? Hallo das ist Fußball und wer das nicht akzeptieren kann soll Federball schauen.

    • T. K. am 11.12.2012 09:28 Report Diesen Beitrag melden

      Immer das Gleiche?

      Falsch, das ist nicht die Politik des FCB, sondern des gesamten Fussballs! Jeder Club würde das selbe machen, wenn er die Mittel dazu zur Verfügung hätte!

    • Soltinio am 11.12.2012 09:42 Report Diesen Beitrag melden

      Normal auf der ganzen Welt

      Also das ist auf der ganzen Welt üblich und nur weil Sie eine attraktive Adresse sind und andere halt nicht kann man Ihnen keinen Vorwurf machen.

    • Adrian Hess am 11.12.2012 09:51 Report Diesen Beitrag melden

      Immer das Gleiche!

      Berna65 denkt wohl eher ans Wildern in der eigenen Liga... Da ist der FCB top. Sei es auch nur, um den weiter vorne platzierten Mannschaften eins auszuwischen...

    • Fussballer am 11.12.2012 10:25 Report Diesen Beitrag melden

      Nee nee

      du verwechselts da FCB mit FCB. Deine genannte Politik könnte sich auf den FC Bayern München richten, aber ganz bestimmt nicht auf den FC Basel. Shaqiri, Xhaka zum Beispiel sind beide aus der Juniorenabteilung von Basel. Nur da Kommentare schreiben, wo man auch Ahnung davon hat.

    • leide fcb am 11.12.2012 10:50 Report Diesen Beitrag melden

      seit fink

      so wie die deutschen (vorallem bayern)... seit fink beim fcb war ist dies noch exrtemer geworden

    • heiri basler am 11.12.2012 13:13 Report Diesen Beitrag melden

      armerberna65

      und yb holt immer billige afrikaner, das ist wohl besser ?!

    • urs t am 12.12.2012 03:58 Report Diesen Beitrag melden

      überleg erst mal

      und was denkst du was der fcsg macht? alle machen das die wo das geld haben und durch shaqiris verkauf hat der fcb wohl genug um nich mehr die vorwürfe von wegen oeri hören zu müssen!

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