Rekord

11. Oktober 2017 07:46; Akt: 11.10.2017 08:28 Print

Nati so gut wie nie – aber nicht direkt an die WM

Das gibt es doch gar nicht: Noch nie hat die Schweiz eine so starke WM-Qualifikation gespielt. Trotzdem muss die Nati einen Umweg machen.

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Nach 90 Minuten musste sich die Schweiz Portugal mit 0:2 geschlagen geben. Es ist das einzige Gruppenspiel, welches die Nati nicht für sich entscheiden konnte. Portugal gab gleich zu Beginn der Partie den Ton an und machte Druck auf das Tor von Sommer. Die Schweiz tat alles, um dagegenzuhalten. Dies gelang auch – bis kurz vor der Pause. Denn in der 41. Minute stolperte Djourou den Ball am eigenen Keeper vorbei ins Tor zur Führung für den Europameister. In der 57. Minute erhöhte dann noch André Silva zum 2:0-Schlussstand. Damit muss die Schweiz den Weg für Russland 2018 über die Barrage nehmen. Trainer Vladimir Petkovic und seine Mannen beim Abschlusstraining in Lissabon im Estádio da Luz. Obwohl ein Unentschieden reichen würde, will man natürlich nicht auf Remis spielen. Ein Sieg soll her. Ein wunderbarer Blick ins Stadion. Petkovic, Lichtsteiner und Dzemaili standen an der Pressekonferenz Rede und Antwort – allerdings für nur gerade knappe zehn Minuten. Verteidiger Pepe erscheint im Vorfeld des Qualifikationsspiels gegen die Schweiz an der Pressekonferenz. Vor allem aber spricht sein Coach Fernando Santos. Von einem Final wollte der Coach der Einheimischen nichts wissen: «Das ist Geschwätz. In Frankreich hatten wir ein Endspiel, jetzt stehen sich zwei Teams gegenüber, die eine Endrunde erreichen können. Nur eine Mannschaft muss gewinnen, um das Ziel zu erreichen.» Der Superstar präsentiert sich am Tag vor dem Showdown ebenfalls gelassen: Cristiano Ronaldo betritt in der Nähe von Lissabon den Trainingsplatz. Der Real-Stürmer und sein Lieblingsspielzeug. Die Stimmung ist locker, das Wetter prächtig. Betet der Superstar für ein Tor im letzten Gruppenspiel gegen die Schweiz? Fakt ist: Der Europameister braucht mindestens ein Tor, um sich direkt für die WM 2018 zu qualifizieren. Die Nati ist sicher und heil in Lissabon angekommen, die Stimmung ist weiterhin sehr gut. Chef Vladimir Petkovic scheint hingegen etwas angespannt zu sein. Natürlich erfüllen die Spieler auch in der portugiesischen Hauptstadt die Wünsche der Nati-Fans. Dann geht es mit dem Bus und einer Polizei-Eskorte ins Hotel der Schweizer. Am späteren Sonntagnachmittag reist die Nati nach Portugal. Am Euroairport Basel machen sich die Spieler auf zum Flugzeug. Xherdan Shaqiri ist voll konzentriert. Ricardo Rodriguez hingegen scheint voll relaxt. Nach dem souveränen 5:2-Sieg gegen Ungarn absolviert die Nati am Tag danach ein lockeres Training im St.-Jakob-Park. Vor leeren Rängen ist das natürlich weniger attraktiv, gehört aber zum Business dazu. Geschafft! Die Schweizer Nati gewinnt auch das neunte Spiel in der WM-Qualifikation für 2018. Ungarn hat nicht den Hauch einer Chance. Die Mannschaft von Vladimir Petkovic feiert in Basel einen 5:2-Sieg. Fünfmal durften die Fans im St.-Jakob-Park jubeln. Steven Zuber trifft zweimal, Granit Xhaka, Fabian Frei und Stephan Lichtsteiner je einmal. Die Freude bei den Fans ist riesig. Am Dienstag wird wieder mitgefiebert, wenn die Nati in Portugal zu Gast ist. Trainer Vladimir Petkovic herzt nach der Partie Xherdan Shaqiri. Die Nati reist am Freitag nach Basel. Der Einheimische Xherdan Shaqiri schreibt dazu auf Instagram: «Es ist immer ein spezielles Gefühl, zuhause in Basel zu spielen.» Granit Xhaka ist derzeit voll konzentriert, wie er ebenfalls auf Instagram mitteilt. Petkovic hat im St.-Jakob-Park seine Jungs um sich herum versammelt. Der Chef nimmt sich nicht aus, sondern macht aktiv mit: Vladimir Petkovic zeigt vor, was die Spieler zu tun haben. «Jawohl, Chef, ich habe verstanden», scheint Xherdan Shaqiri zu signalisieren. Ricardo Rodriguez scheints beinahe die Hosen auszuziehen. Volle Konzentration auch bei La-Coruña-Söldner Fabian Schär. Was für ein Grössenunterschied zwischen Xherdan Shaqiri und Eren Derdiyok. Am Mittwoch absolviert die Nati öffentlich auf dem Sportplatz Chrummen in Freienbach ein weiteres Training. Bitte nehmen Sie Platz, Herr Sommer! So trainiert es sich doch gleich etwas bequemer. Die Fans kommen in Massen nach Freienbach, um ihre Lieblinge live zu Gesicht zu bekommen. Mario Gavranovic ist nach drei Jahren zurück in der Nati. Der Stürmer sagt, dass sich das Team stark verändert habe. Keine Spur von Anspannung vor den letzten zwei Partien der WM-Quali: Granit Xhaka strahlt vor den Medien viel Selbstvertrauen aus und geniesst die Aufmerksamkeit. Xherdan Shaqiri tut es ihm gleich und zeigt, wie gut die Stimmung im Team derzeit ist. Im Training sind Captain Stephan Lichtsteiner und Manuel Akanji mit vollem Engagement dabei. Ebenfalls zurück im roten Trainer: Breel Embolo, der nach seinem Beinbruch wieder zum Aufgebot gehört. Granit Xhaka (l.) rückt mit Breel Embolo im Schlepptau in Feusisberg ein. Xherdan Shaqiri im Fokus der Medien. Yann Sommer strahlt bei der Ankunft. Yvon Mvogo wurde nachnominiert, da sich Roman Bürki einer Zahnoperation unterziehen muss und fehlt. Milan-Söldner Ricardo Rodriguez. Denis Zakaria trotzt den kühlen Temperaturen. Admir Mehmedi ist gut gelaunt. François Moubandje mit Militärjacke. Michael Lang posiert mit einem Fan. Fabian Schär.

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Wegen der 0:2-Niederlage in Lissabon muss die Schweizer Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation in die Barrage. Das, obwohl sie die Gruppenspiele mit 27 von 30 möglichen Punkten abgeschlossen hat. Noch nie war eine Nation mit einem derart guten Durchschnitt (2,7 Punkte pro Spiel) nicht direkt für eine Endrunde qualifiziert respektive direkt ausgeschieden.

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Alle Quali-Tore der Schweiz. (Video: Tamedia)

Seit der WM 1994 und der Aufnahme verschiedener neuer Uefa-Mitgliedsländer wird die europäische Qualifikation in Gruppen von fünf oder mehr Mannschaften ausgetragen. Seither wurde nur eine Nation mit einem ähnlich guten Punktedurchschnitt nicht Gruppensieger: Griechenland bilanzierte in der Qualifikation für die WM 2014 acht Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage, was 2,5 Punkten pro Partie entsprach. Dies reichte nur zum 2. Platz hinter Bosnien-Herzegowina. In der darauffolgenden Barrage setzte sich Griechenland gegen Rumänien durch.

Auch in EM-Quali kein vergleichbares Team

Bedingt vergleichbar ist ein Fall aus der WM-Ausscheidung 1978, die allerdings noch in Vierergruppen und weitgehend ohne kleine Nationen ausgetragen wurde. England holte damals – auf die heutige Drei-Punkte-Regel umgerechnet – aus den 6 Partien 15 Punkte. Italien und England gewannen gegeneinander je ihr Heimspiel, worauf die Engländer wegen des schlechteren Torverhältnisses Zweite wurden. Sie schieden aus, weil damals nur der Gruppensieger an die WM gelangte.

Auch in den verschiedenen Qualifikationen für die EM-Endrunden wurde noch jede Mannschaft mit einem derart guten Punktedurchschnitt, wie ihn die Schweiz vorweist, Gruppensieger.

Nur 3 Teams mit mehr Punkten als die Schweiz

Eine bessere aktuelle WM-Qualifikation als die Schweizer haben nur 3 Teams absolviert. Deutschland gewann alle zehn Partien. Eine Zehn-Siege-Quali hatten bislang nur die Spanier auf dem Weg zum WM-Titel 2010 geschafft – allerdings mit deutlich schlechterem Torverhältnis als die Deutschen dieses Mal.

Mit 28 Punkten waren auch Belgien und Spanien noch einen Zähler besser als die Nati. Belgien hatte sich bereits zwei Runden vor Ende für die WM qualifiziert, Spanien in der zweitletzten Runde.

(20 Minuten/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mr. P. am 11.10.2017 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    total überschätzt

    Sind wir mal ehrlich und realistisch: Mit diesen drei schwachen Teams in unserer Gruppe, waren 18 Punkte erwartet worden. Nachdem sich auch Ungarn als einfacher Gegner entpuppt hat, wurden weitere 6 Punkte auf dem Tablett serviert. Kaum eine andere vergleichbare Mannschaft, hatte eine so einfache Gruppe, wie die Schweiz mit nur einem ernst zu nehmenden Gegner wie dem Europameister. Sind wir realistisch: Wenn sich die Schweiz überhaupt qualifiziert, dann nur äusserst knapp und mit viel, viel Dusel...

  • Hectopascal am 11.10.2017 07:51 Report Diesen Beitrag melden

    Gut?

    Hört endlich auf. Die Nati ist nicht gut. Am Tag X liefert sie nicht. Wir sind Weltmeister in der Überschätzung. Wir haben ein Identifikationsproblem mit dieser Nati, die Menatlität stimmt nicht. Es braucht grundlegende Änderungen, die noch vor der Barrage in Angriff genommen werden müssen.

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  • Alex10 am 11.10.2017 11:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quatsch mit Sauce

    Hört mal auf, solchen Quatsch zu schreiben. Andorra, Färoer, Lettland und Ungarn, hallo? Die mit Abstand schwächste Quali-Gruppe. Hätte sehen wollen, wie sich die Schweiz in einer ausgeglichener Gruppe wie zum Beispiel die Gruppe A oder C geschlagen hätte. Die Euphorie nach dem Ungarn-Spiel war total übertrieben mit den 3 geschenkten Toren. Zudem eine Frechheit, was Sascha Rufer rausgelassen hat... "Sooo stark ist Portugal nicht, sind mit viel Glück Europameister geworden." So etwas sagt man nicht über den amtierenden Europameister, das ist fehlender Respekt. Habe fertig!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fritz Moser am 11.10.2017 20:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oberpfeife Djourou

    Das war's. Auch in der Barrage hagelt es eine Niederlage. Noch was: Wie man immer wieder diese Oberpfeife Djourou einsetzt geht mir wirklich nicht in den Kopf. Das der immer wieder einen Job in einem Team bekommt, erst recht nicht.

  • Seppli der Fussballexperte am 11.10.2017 19:29 Report Diesen Beitrag melden

    Fussballnatispieler täte es gut......

    Schweizer Fussballnatispieler täte es gut mal eine Vorbereitungsphase à la Eishockeyspieler zu erleben. Ich glaube dann wären vermutlich alle Spieler zu Beginn der Fussballsaison ausgelaugt. Traurig aber wahr.

    • Hol Zkopf am 12.10.2017 17:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Seppli der Fussballexperte

      Und wenn sie ausgelaugt sind, hilft uns das am meisten..

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  • Schellenursli am 11.10.2017 19:05 Report Diesen Beitrag melden

    Gemäss Schweizer-Medien...

    Gemäss Schweizer-Medien hat die Schweizer Nati noch nie eine solche starke WM-Qualifikation gespielt. Nichts gegen die Gegner, diese waren aber zweiklassig ob man des wahrhaben will oder nicht. Wenn die Schweizer-Presse einen solchen "Mist" schreibt, muss man sich nicht wundern wenn der Schweizer-Fussball international stagniert.

  • Fritz am 11.10.2017 18:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Witz..!

    "So gut wie nie...!?" Dass ich nicht lache..! Katastrophal schlecht gespielt..! Wer was anderes behauptet, muss blind gewesen sein! Willkommen in der Realität..!

  • Dimo Andrea am 11.10.2017 18:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hallo!?!

    Seid nicht so hart gegen die Schweizer nati. Es war zu erwarten das die Schweiz alle Spiele gewinnt und sie haben es auch getan. Portugal ! Hallo. Das ist der Weltmeister kann ja sein das sie mal verlieren. Im inneren sind wir alle Schweizerfans . Positiv in die zukunft denken ;)