Nach der Vorrunde

12. Dezember 2012 19:31; Akt: 12.12.2012 20:34 Print

SFL zieht eine positive Bilanz

In der vergangenen Saison erlebte die Swiss Football League schwierige Zeiten. Nach der Vorrunde der Saison 2012/13 ist Präsident Heinrich Schifferle überzeugt, auf dem richtigen Weg zu sein.

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CEO Claudius Schäfer und Präsident Heinrich Schifferle bei der Bilanz-PK der Swiss Football League. (Bild: Reuters/Pascal Lauener)

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Die Verantwortlichen der Swiss Football League (SFL) haben in Bern ein positives Fazit zur Vorrunde gezogen. Mit den Neukonzeptionen sei man auf dem richtigen Weg, meinte Präsident Heinrich Schifferle. Trotzdem sind noch nicht alle Baustellen verschwunden.

Vor einem Jahr, gleich nach der Übernahme der Präsidentschaft, war die Situation für Heinrich Schifferle unangenehmer gewesen. Die SFL musste sich damals mit dem Untergang von Neuchâtel Xamax, dem juristischen Hickhack rund um den FC Sion sowie mit den Finanzproblemen von Servette Genf beschäftigen.

An der Bilanz-Pressekonferenz nun konnte Schifferle berichten, dass in diesen Fällen «die Bereinigung abgeschlossen ist». In der Zusammenarbeit mit dem FC Sion beispielsweise gebe es aktuell weder Altlasten noch hängige Verfahren. Das Verhältnis zum Verein des umstrittenen Präsidenten Christian Constantin hat sich offenbar normalisiert. Es laufe inzwischen ähnlich wie mit den anderen Klubs auch.

Reduktion bewährt sich

Die SFL stehe mitten in einer neuen Ära, so Schifferle. Er sprach im Stade de Suisse von einer äusserst attraktiven Meisterschaft und von guten Zahlen (Stichwort Zuschauer-Rekord). Er freute sich über die Leistungen der Schweizer Klubs in der Europa League sowie die erhöhte und stabile TV-Präsenz. Zum Thema Fernsehen sagte er, dass die Berichterstattung dank Teleclub und SF wieder jenen Platz erhalte, den sie verdiene. Zufrieden zeigte er sich auch mit dem geänderten Modus. Die Reduktion der Challenge League auf zehn Teams habe sich bislang bewährt. «Unser Land ist zu klein für mehr Mannschaften im Profi-Business», findet Schifferle. Die Challenge League sei ausgeglichener geworden und die einzelnen Spiele hätten an Bedeutung gewonnen.

«Grundsätzlich können wir ein qualitativ hochwertiges Produkt anbieten», meinte Schifferle. Wenn man sich mit vergleichbaren Ligen messe, brauche man sich sicher nicht zu verstecken. Man habe Verträge unter Dach und Fach bringen können, die für Schweizer Verhältnisse als gut zu bezeichnen seien. Ein wesentlicher Grund für den Aufschwung sei die Neuorganisation der Geschäftsstelle mit der Einsetzung von Claudius Schäfer zum CEO. Die SFL habe jetzt mehr Kapazitäten und in den wichtigsten Positionen kompetente Ansprechpersonen. Mit den verschiedenen Partnern könne ein reger Austausch gepflegt werden, was heutzutage essenziell sei. So könne man einem bedeutenden Themen-Bereich wie der Sicherheit die notwendige Beachtung schenken.

Gewalt als zentrales Thema

Dass noch Verbesserungspotenzial vorhanden ist, dessen ist sich Schifferle bewusst. In der Stadion-Frage habe innerhalb der SFL noch nicht jeder Klub die Ideallösung gefunden, was halt oft mit finanziellen Hindernissen zusammenhänge. Um gegen randalierende Störenfriede effizient vorgehen zu können, müsse es möglich sein, Einzeltäter aus dem Verkehr ziehen und verfolgen zu können. Immerhin hätten die Gewalttaten innerhalb der Stadien abgenommen. Punkto Sicherheit soll die Anzahl an zertifiziertem Personal weiter aufgestockt werden.

In der Challenge League fehle einerseits nach wie vor ein Namenssponsor und entspreche die momentane TV-Abdeckung nicht den Wunschvorstellungen. Und auf juristischer Ebene sei es ein Ärgernis, wenn wie im jüngsten Fall von Raúl Bobadilla von findigen Anwälten verhindert werden könne, dass ein Verfahren rasch abgeschlossen werde.

Von einem strikten Alkohol-Verbot in den Stadien, das von gewissen Exponenten gefordert wird, haben sich die SFL-Verantwortlichen distanziert. Im Zuge der Schiedsrichter-Krise hingegen wollten sie sich nicht auf die Äste hinauswagen. Von der SFL her sehe man bei den Referees keine Problematik und es sei auch kein Schritt hin zum Profitum angedacht. Sowieso aber falle ein Grossteil des Schiedsrichter-Wesens in die Zuständigkeit des Schweizerischen Fussballverbands.

Von Zu- und Abwanderern

Claudius Schäfer präsentierte am Medientreffen überdies eine Studie, mit der in Kooperation mit der Firma «CIES Football Observatory» untersucht worden war, wie erfolgreich der Schweizer Fussball derzeit ist. Ein besonderes Augenmerk bei der Analyse wurde auf die Ausbildung gelegt. Schäfer stellte fest, es sei erfreulich, dass die Klubs der Super League den jungen Profis viel Vertrauen entgegen bringen würden. Das Durchschnittsalter der Spieler in der Schweizer Elite-Klasse lag 2012 bei 25,2 Jahren. Damit befinde man sich um 0,5 Jahre unter dem europäischen Mittelwert. GC, der FCZ und Basel, die drei Schweizer Meister seit 2001, sind jene Klubs, die am meisten auf den Nachwuchs setzen, wie eine Statistik aus der Vorrunde belegt. Es lohne sich also, in die Junioren-Abteilungen zu investieren. Dies komme auch der Nationalmannschaft zugute.

Der Anteil der ausländischen Zuwanderer, von denen die meisten aus Frankreich stammen, ist seit 2009 um 8,8 auf 35 Prozent gesunken. Wobei die Schweizer auf den Spielpositionen in der Innenverteidigung und im Sturm eher untervertreten sind. In diesen Mannschaftsteilen soll künftig das Ausbildungs-Defizit behoben werden.

Die Studie sagt ebenfalls aus: Trotz ihrer geringen Grösse steht die Schweiz im 6. Rang der Länder mit den meisten Legionären in den fünf grossen europäischen Ligen. Einzig Uruguay stellt pro Million Einwohner mehr Abwanderer in die «Top 5», nimmt man die Spieler, die zuletzt in den Meisterschaften in Deutschland, England, Italien, Spanien und Frankreich zum Einsatz gekommen sind.

(si)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tobi H. am 12.12.2012 20:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute alten Zeiten

    Ich bin halt immer noch dafür, je eine 12er Liga einzuführen, mit auf/abstiegsrund, jedoch die 1-8 behalten ihre punkte, nix mit halbierung, dann würde auch ein bischen spannung im Strichkamlf statfinden...!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tobi H. am 12.12.2012 20:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute alten Zeiten

    Ich bin halt immer noch dafür, je eine 12er Liga einzuführen, mit auf/abstiegsrund, jedoch die 1-8 behalten ihre punkte, nix mit halbierung, dann würde auch ein bischen spannung im Strichkamlf statfinden...!!!

    • Stefan am 13.12.2012 07:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Auf-Abstieg braucht es nicht mehr

      Wenn schon eine Finalrunde dann von 1-6 und behalten die Punkte. Auf-Abstiegsrunde braucht es nicht mehr. Daher würde ich eine Abstiegsrunde von 7-12 spielen, heisst. Wie in Schottland 3x gegeneinander, gleich 33 Runden. In der Final, bezieh. Abstiegsrunde, spielen diejenigen gegen Teams zuhause, die in der dritten Runde auswärts mussten. Aber nun zur Realität. Der jetzige Modus mit 10 Teams und nur einem Absteiger idt sehr gut. Für mehr vertrágt es nucht. Die Schweiz verträgt nicht mehr als 10 Teams, alles andere ist fahrlässig und würde das Ganze verwässern. Das Niveau ist etwas gestiegem, mit einer 12er Liga würde man wieder ein paar Schritte zurück machen. Das man so 4x suf den gleichen Gegner trifft kann keine Ausrede sein. Wenn die Liga ausgeglichener wäre, nicht nur dieses Jahr, würde man wieder eine grosse Anzahl Fans mehr im Stadiin haben.

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