Kovac-Deal

14. April 2018 21:45; Akt: 14.04.2018 21:58 Print

Skurriler Auftritt von Hoeness

Frankfurt fühlt sich von den Bayern rund um den Transfer von Trainer Niko Kovac verschaukelt. Uli Hoeness ereifert sich darüber im Fernsehen.

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«Wir sind hier nicht bei der Staatsanwaltschaft.» Nähere Auskünfte zum Kovac-Deal mochte Bayern Münchens Präsident Uli Hoeness am Samstagabend nicht bekanntgeben. (Bild: Keystone)

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Bereits am Freitag flogen die ersten Spitzen. Als bekannt wurde, dass Niko Kovac im Sommer der neue Trainer bei den Bayern wird und seinen Job bei Frankfurt nach zwei Jahren aufgibt, liess die Reaktion von der Eintracht nicht lange warten. Vor dem Nachmittagsspiel zwischen Bayer Leverkusen und der Eintracht (4:1) hatte sich Frankfurts Sportchef Fredi Bobic ein erstes Mal negativ über die Rahmenbedingungen des Transfers geäussert. «Das ist kein besonders günstiger Zeitpunkt», sagte Bobic.

Nach dem Abendspiel zwischen den Bayern und Mönchengladbach (5:1) schlugen die Münchner zurück. In der Runde von «Sky» sagte Präsident Uli Hoeness, es sei eine «Schweinerei» von Bobic, den Bayern unlauteres Vorgehen vorzuwerfen, nur um dann anzufügen: «Wir haben uns professionell verhalten, weil wir eine Lücke im Vertrag ausgenutzt haben.»

Offenbar hatte Kovac eine Klausel im Vertrag, wonach er für eine Ablöse von 2,2 Millionen Euro zu den Bayern wechseln durfte.

Auf die Nachfrage des Moderators, wann die Bayern genau zum ersten Mal Kontakt zu Niko Kovac und seinem Berater aufgenommen hätten, wollte Hoeness nicht antworten und wurde ziemlich eindeutig: «Das geht Sie einen Mist an, wir sind hier nicht bei der Staatsanwaltschaft.»

Ein rein zufälliges Treffen?

Die Meldungen über ein Treffen zwischen Hoeness und Kovac schon vor mehr als zwei Wochen seien nicht mit dem Wechsel in einen Zusammenhang zu bringen. Hoeness gab zu, dass es ein Treffen gegeben habe. Und zwar vor der bisher kommunizierten ersten Kontaktaufnahme am Donnerstag: «Wir haben Kovac vor einigen Wochen bei einem Italiener im Münchner Umfeld getroffen, allerdings war das reiner Zufall. Es war ein Geburtstag. Mein Fahrer, ein Kroate, hatte Niko und Robert Kovac eingeladen. Es waren 60 Leute da. Auch Karl-Heinz Rummenigge und ich. Sie glauben doch nicht wirklich, dass wir dort Vertragsgespräche geführt haben.»

Aus Frankfurt war auch der Vorwurf laut geworden, die Bayern hätten den Personalwechsel bewusst der Presse zugespielt. Dazu Hoeness weiter: «Wir haben nicht die Presse informiert, Springer (der Verlag von Bild und Sport Bild, Arm. d. Red) hilft uns selten. Wir haben nichts dazu beigetragen, dass die Sache an die Öffentlichkeit kam.» Und: «Wir hätten es auch nach der Saison sagen können, aber wir haben uns bewusst entschieden, es ihnen so früh wie möglich zu sagen. Hätten wir es in vier Wochen gesagt, hätten wir Ruhe und Frankfurt den Ärger.»

(mrm)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus K. am 14.04.2018 23:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Business

    Das ist business. Klar ist es für Frankfurt ein ungünstiger Zeitpunkt aber schlussendlich bestand eine Klausel in Kovacs Vertrag. Von dieser kann er gebrauch machen. Wünsche ihm alles Gute!

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  • Women's Feet lover am 14.04.2018 22:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein Bayern München Fan

    Bayern München ist einer der besten Vereine Weltweit,wer die Chanche bekommt dort zu arbeiten und diese nicht wahrnimmt,wäre einfach nur doof-sorry;-)

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  • paul breitner am 14.04.2018 22:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    vertragsklausel

    wenn der eine klausel in den vertrag nimmt welche ihn frühzeitig nach münchen ziehen lässt hat es wohl schon vor der unterzeichnung in frankfurt mit münchen gespräche gegeben. auch bobic kannte diese klausel, als er sagte kovac hat vertrag bis 2019 und gleichzeitig von dem münchner interesse wusste (jeder hat davon gehört) muss er guwusst haben der ist weg. was soll das theater jetzt? unschön ist sicher das die münchner den kontakt zu frankfurt nicht suchte

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Felice am 16.04.2018 01:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Völlig daneben

    Das ist offenbar der Ton eines ehemaligen Knakis.

  • Achim am 15.04.2018 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoeness?

    Ist das nicht der korrupte steuerhinterziehende Präsi der Bayern der niemals mehr Präsi sein werde? So wie der Lügt sollte der in die Politik, schlimmer als der Spahn ist er auch nicht.

  • unglaublich am 15.04.2018 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    aber wahr

    Im Gegensatz zu Berlusconi hat er gesessen. Das rechne ich ihm sehr hoch an. Ok, Berlusconi bekäme lebenslänglich.

  • Hoeness am 15.04.2018 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Ist ein Betrüger

    Reden kann er gut, die Wahrheit erzählen weniger.

  • ruedi lanz am 15.04.2018 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    Kleine benachteiligt

    In der Privatwirtschaft gibt es eine sogenannte Konventionalstrafe, wonach man innert einer festgesetzten Frist nicht zu einem direkten Konkurrenten wechseln darf. Eine solche Regelung würde auch im Spitzenfussball nichts schaden, d.h. ein Wechsel wäre vorerst nur in eine andere Liga möglich.

    • nicht wirklich am 15.04.2018 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ruedi lanz

      ist in der Praxis kaum durchsetzbar

    • Diego am 15.04.2018 13:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ruedi lanz

      Wieso sollte man als Spieler so etwas unterschreiben? Wenn Frankfurt eine Ausstiegsklausel genehmigt müssen sie damit rechnen, dass sie gezogen wird. Wenn keine Ausstiegsklausel existiert entscheidet der Klub an wen er verkauft.

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