RB Leipzig

09. Februar 2018 14:40; Akt: 10.02.2018 03:59 Print

Und das Geld fliesst

Es ist kein Geheimnis, dass Red Bull den Bundesliga-Club aus Leipzig alimentiert. Ein aktueller Bericht lässt nur erahnen, wie grosszügig der Getränkehersteller wirklich ist.

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Profitiert auch von der Grosszügigkeit des Hauptsponsors: Leipzig-Trainer Ralph Hasenhüttl. (Bild: Keystone)

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Wenn Menschen über diesen Club urteilen, gibt es meist zwei Sichtweisen. Entweder, man konzentriert sich lediglich auf das Sportliche. Dann ist die Geschichte von RB Leipzig ziemlich romantisch. Ein Club, quasi aus dem Boden gestapft, startete vor wenigen Jahren in der Oberliga, um Fussball-Deutschland zu erobern. Er reihte Aufstieg an Aufstieg. Im Sommer 2016 spielen die Leipziger erstmals in der Bundesliga. Ein Jahr später in der Champions League. Gewiss, eine schöne Geschichte.

Wäre da nicht dieser Brause-Konzern, der sich diese Geschichte quasi erkaufte. Und das wäre dann eben die andere Optik. Jene, die sich nicht nur auf das Sportliche konzentriert. Gegründet worden wäre der Club ohne die Unterstützung der österreichische Firma wohl nie. Seit Tag 1 kann er auf sie zählen. Red Bull ist Sponsor und zu 99 Prozent auch Gesellschafter. Das Geld fliesst. Ununterbrochen. RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff sagte dazu einmal: «Dass wir natürlich ein gewisser Start-up-Club sind, der eine Anschubfinanzierung gebraucht hat, ist sicherlich nachvollziehbar.»

Neue Spieler, neue Schulden

Dass sich Red Bull das Projekt in Leipzig einiges kosten lässt, ist bekannt. Nun aber kommen interessante Informationen an die Öffentlichkeit. Zahlen, die einen nur erahnen lassen, wie grosszügig der Getränkehersteller in Tat und Wahrheit ist. Der Bericht über das Geschäftsjahr 2016 offenbart, dass die Verbindlichkeiten des Bundesligisten gegenüber Hauptgesellschafter Red Bull um über 30 Millionen Euro gestiegen sind. Hatten die Schulden 2015 noch 52,4 Millionen Euro betragen, waren es Ende 2016 bereits 83,2 Millionen.

Der Grund für die Schuldenzunahme liegt auf der Hand: Im Sommer 2016, als Leipzig in die Bundesliga aufstieg, verpflichtete der Club Spieler wie Timo Werner, Naby Keita oder Oliver Burke. Alle kosteten sie zehn Millionen oder mehr. RB bestätigt im Bericht, dass das neue Darlehen hauptsächlich für «Investitionen in das Spielervermögen» genutzt wurde.

RB Leipzig ist nach wie vor bemüht, nur jene Zahlen zu veröffentlichen, die gesetzlich verlangt werden. Der Jahresabschluss des Geschäftsjahres 2016 gibt Eindrücke, beantwortet allerdings nicht die Frage, wie viel der Verein an Sponsoren-Zahlungen von Red Bull erhält. Interessant ist aber ein Abschnitt im besagten Bericht, wo geschrieben steht, dass Liquiditätsengpässe nicht ersichtlich sein würden und aufgrund der Sponsoring-Vereinbarung mit dem Hauptsponsor auch nicht zu befürchten seien. Das Geld wird also weiter fliessen.

Red Bull als Glücksfall

Der Brause-Konzern ist für Leipzig auch insofern ein Glücksfall, als dass er als Hauptgesellschafter sein ausgeliehenes Geld nicht unbedingt gleich wieder haben will. Oder anders gesagt: Das Wohl des Vereins dürfte wichtiger sein als Fristen oder hohe Zinssätze.

Gegenfinanziert werden die Schulden übrigens durch den Wert des Kaders, der im Bericht mit 95 Millionen Euro ausgewiesen ist. Das macht ein Grossteil der 118 Millionen Euro aus, die als gesamtes Vereinsvermögen angegeben werden. «Wenn wir theoretisch eine marktwertbasierte Bilanzierung machen würden, dann würde jeder sehen, dass unsere Vermögenswerte die Verbindlichkeiten deutlich übersteigen», sagte Club-Chef Mintzlaff kürzlich der «Bild». Leipzig habe zum wiederholten Male einen Gewinn erzielt und werde die Verbindlichkeiten natürlich zurückzahlen.

Die Abhängigkeit von Red Bull mag gross sein. Die finanziellen Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, sind es aber auch.

(cst)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Timo Burke am 09.02.2018 16:32 Report Diesen Beitrag melden

    Halt

    Ja, aber Timo Werner geht diesen Sommer ganz sicher für mehr als 50 Mio. und Keita ist für 75 Mio. schon zu Liverpool. Also haben sich diese 2 Transfers von je 10 Mio. für RB gelohnt.

  • Maler50 am 09.02.2018 16:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    welches Problem?

    Wo ist jetzt das Problem? Andere Vereine haben Milliardäre als Besitzer oder als grosszügige Sponsoren!

    einklappen einklappen
  • Rico Gaudenz am 09.02.2018 16:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konkurrenz

    Und was ist mit Hoffenheim und Leverkusen? Die leben auch vom Gönner. Und England?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • adri am 11.02.2018 14:28 Report Diesen Beitrag melden

    Na und?

    Wo ist das Problem? Als Gigi Oeri den Basel kaufte, hat kein Hahn danach gekräht.

  • xxlbmw am 11.02.2018 10:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gugus

    Wie spannend wäre die ch liga ohne basel, oder? Zum einschlafen

  • Grunz am 10.02.2018 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    Jeopardy

    RB Leipzipg. Was hat keine Vereinsstruktur und ähnelt einer Diktatur?

  • Reto am 10.02.2018 18:43 Report Diesen Beitrag melden

    RB was?

    Dank denen mag ich jetzt sogar Bayern!

  • Anti am 10.02.2018 15:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anti Anti

    Lasst den Fussball denen, die ihn lieben! Egal ob RB, PSG, MANCITY oder Hoffenheim. Die Erfolgsfans können gerne wieder andere Sportarten schauen.