Schiri-Ball missachtet

21. November 2012 07:40; Akt: 21.11.2012 19:04 Print

Verfahren gegen unfairen Donezk-Stürmer

Unterste Schublade: Schachtjors Stürmer Luiz Adriano ersprintet sich einen eigentlich zurückgespielten Schiri-Ball und trifft zum 1:1 gegen Nordsjaelland. Nun wird gegen ihn ermittelt.

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Tor nach Schiri-Ball. Die Szene nach dem Wiederanspiel sehen Sie im untenstehenden Video (Quelle: YouTube). Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Aussenseiter Nordsjaelland führt in der 26. Minute der Champions-League-Partie gegen Schachtjor Donezk mit 1:0. Nach einem Verletzungsunterbruch gibt es im Mittelfeld einen Schiedsrichterball, welchen Schachtjors Willian in hohem Bogen in die gegnerische Hälfte drischt. Die Absicht ist klar und in solchen Situationen üblich: Der Ball wird Nordsjaelland zurückgegeben, da die Dänen zuvor im Ballbesitz waren.

Die Reaktion der Verteidiger zeigt, dass sie dies erwartet haben. Keiner sprintet auf den Ball. Ausser einer: Luiz Adriano. Allerdings kickt dieser bei den Ukrainern. Er schnappt sich den Ball, umdribbelt den perplexen Keeper und schiebt zum 1:1 ein.

Der verhaltene Jubel der Teamkollegen hätte ihm eigentlich auffallen müssen, vor allem aber die wütenden Reaktionen der Nordsjaelland-Spieler, die ihn bedrängten. Doch der Brasilianer zuckte nur mit den Schultern. Fairness scheint ihm egal zu sein.

Uefa untersucht den Fall

Die Uefa hat nach der Unsportlichkeit von Luiz Adriano ein Disziplinarverfahren gegen den Stürmer von Schachtjor Donezk eingeleitet. Am 27. November wird die Kontroll- und Disziplinarkomitee entscheiden, ob der Brasilianer gegen die Verhaltensregeln verstossen hat.

Donezk wehrt sich gegen ausgleichende Gerechtigkeit

Donezk hätte die Chance gehabt, das Missgeschick sogleich wieder gutzumachen und den Dänen im Anschluss einen Treffer zu schenken. Dies wird immer wieder praktiziert. Doch die Ukrainer entschieden sich anders, obwohl einige Spieler diese Möglichkeit diskutierten – doch Torschütze Adriano wehrte sich vehement. Beim folgenden Anstoss spitzelte dann tatsächlich ein Spieler dem dänischen Angreifer den Ball weg, nachdem sich die anderen Akteure erst nicht wirklich gewehrt hatten (Video unten). Immerhin gelang dem Gastgeber vier Minuten später das 2:1 – hart und fair erkämpft. Am Ende siegte der Favorit aus Osteuropa dennoch mit 5:2. Nordsjaelands Captain Nicolai Stockholm meinte nach der Partie: «Ich habe auf meine Armbinde geschaut, dort steht etwas von Respekt. Aber ich muss sagen, dass wir davon nicht viel gesehen haben.» Sportdirektor Jan Laursen meinte, er hoffe, dass Adrianos Sohn beim Treffer seines Vaters bereits im Bett war.

In einem ähnlichen Fall erzwang Arsenals Trainer Arsène Wenger vor Jahren ein Wiederholungsspiel im Ligapokal gegen Sheffield United. Sein Team hatte zwar gewonnen, doch ein Treffer fiel ähnlich wie bei Schachtjor nach einem Einwurf, bei dem Arsenal dem Gegner den Ball zurückspielen wollte. Fairness wird in England grossgeschrieben. Arsenal gewann damals übrigens auch das Wiederholungsspiel – mit gutem Gewissen.

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Donezk lässt Nordsjaelland nach dem unfairen 1:1 nicht das 2:1 schiessen. Vor allem Adriano (linker Bildrand) gestikuliert wild gegen das «Gratis-Tor» (Quelle: YouTube)

(fox/si)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • No User am 21.11.2012 08:21 Report Diesen Beitrag melden

    not fairplay

    Das geht gar nicht sorry auf diesen Hattrick kann er nicht stolz sein...und dann noch so scheinheilig tun tzzz

  • DanyK am 21.11.2012 18:21 Report Diesen Beitrag melden

    Pfui

    Der Spieler gehört gesperrt. Und wenn es schon die UEFA nicht machen kann, dann wenigstens der Verein. Und eine Geldstrafe gleich obendrein bitte. An das Resultat, wie auch immer, wird man sich sowieso bald nicht mehr erinnern, an die Szene hingegen schon. Und das nenne ich vereins- / arbeitgeberschädigendes Verhalten von Adriano.

  • Loco Lopo am 21.11.2012 14:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neue Weisung SFV

    Die neue Weisung beim SFV, entsteht ein Tor durch SR-Ball, zählt das Tor nicht - Gibt Torabstoss!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Chris am 22.11.2012 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Adriano

    Es war nicht Adriano, welcher den Ball nach dem Anspiel wegkickt! Adriano (Rückennummer 9) steht bei der Mittellinie!

  • Büsser Marco am 22.11.2012 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    normales tor

    wieso? beide spieler lagen am boden, es war ein normaler schiedsrichterball um denn beide kämpfen müssten. Jedoch hat das nur der spieler von schachtjor geschnallt.

    • Bebbi am 22.11.2012 23:49 Report Diesen Beitrag melden

      falsche Aussage

      Bei einem Schiedsrichterball der solchen Art kämpfen nicht zwei um den Ball. Die Mannschaft, die zuletzt den Ball hatte und den Spielunterbruch ermöglichte kriegt den Ball der gegnerischen Mannschaft zurück. Es ist sozusagen eine ungeschriebene Regel. Nordsjaelland hat sich einfach dumm angestellt.

    • Jonas b am 23.11.2012 15:48 Report Diesen Beitrag melden

      quatsch

      ja, aber nordsjaelland war im Ballbesitz. Und der Ball wird IMMER an diese Mannschaft zurückgespielt.

    einklappen einklappen
  • Fairplay am 22.11.2012 09:08 Report Diesen Beitrag melden

    10 Champions League Spielsperren!

    Den Spieler soll es hart treffen und eine Busse von 100'000 würde auch nicht Schaden...schlussendlich trotzdem noch ein klacks für einen solchen Spieler. Man sollte ein Zeichen setzen für andere dass dies nicht akzeptiert wird. Als Trainer hätte ich den gleich ausgewechselt...

    • Sean Burgess am 22.11.2012 15:00 Report Diesen Beitrag melden

      Nichts Regelwiedriges

      Sie verstehen wahrscheinlich nicht viel von Fussball... es steht nirgends geschrieben dass er den Ball nicht anrühren darf!! Und wo wir gerade noch bei Respekt sind; es gibt andere Spieler die schlimmere Dinge tun aber die bestraft man auch nicht mit "100'000" .-

    einklappen einklappen
  • Simon Gerber am 21.11.2012 20:48 Report Diesen Beitrag melden

    weg mit Schachtjor

    Meiner Meinung nach müsste man Schachtjor Donezk wegen dieser Unsportlichkeit aus der Championsleague ausschliessen. Damit würde man gleich auch ein Zeichen setzten, dass solches Verhalten nicht geduldet wird.

  • DanyK am 21.11.2012 18:21 Report Diesen Beitrag melden

    Pfui

    Der Spieler gehört gesperrt. Und wenn es schon die UEFA nicht machen kann, dann wenigstens der Verein. Und eine Geldstrafe gleich obendrein bitte. An das Resultat, wie auch immer, wird man sich sowieso bald nicht mehr erinnern, an die Szene hingegen schon. Und das nenne ich vereins- / arbeitgeberschädigendes Verhalten von Adriano.