Aktie unter Druck

12. Oktober 2017 06:24; Akt: 12.10.2017 08:53 Print

WM-Aus des US-Teams trifft Murdochs Fox hart

Ohne das eigene Team droht die Fussball-WM für 21st Century Fox zum Flop zu werden. Der US-Konzern hat 200 Million Dollar für die Rechte bezahlt. Die Aktie ist bereits gesunken.

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Fahren nicht nach Russland: Michael Bradley (links) und Christian Pulisic. (10. Oktober 2017) (Bild: AFP/Ashley Allen)

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Das überraschende Aus des US-Teams bei der Qualifikation für die Fussball-Weltmeisterschaft 2018 ist auch für den Unterhaltungsriesen 21st Century Fox eine Hiobsbotschaft.

Der Konzern von Medienmogul Rupert Murdoch hatte tief in die Tasche gegriffen, um sich die US-Übertragungsrechte für das Turnier zu sichern – doch ohne US-Beteiligung droht die Ausgabenoffensive zum Flop zu werden. Anleger reagierten am Mittwoch verstimmt. Die Fox-Aktien gerieten zeitweise unter Druck und verloren fast drei Prozent.

«Hardcore-Fussballfans» in den USA würden zwar trotzdem einschalten, aber ohne das eigene Team sei mit deutlich geringeren Einschaltquoten zu rechnen, sagte Experte Kevin Adler von der Sportmarketing-Firma Engage dem «Wall Street Journal». Fox Sports hatte mit 200 Millionen Dollar einen stolzen Preis gezahlt, um die WM auf Englisch in den USA auszustrahlen. Dass die US-Mannschaft als Zugpferd wegfällt, dürfte jedoch auch Werbekunden abschrecken und damit die wichtigste Einnahmequelle treffen.

Fans auch ohne US-Team

Während die USA ausgeschieden seien, hätten Superstars wie Lionel Messi und Cristiano Ronaldo mit ihren Teams die WM-Tickets gelöst, versuchte Fox die Aktionäre zu beruhigen. Sie würden beim Turnier in Russland mit Mannschaften wie Mexiko und England aufeinandertreffen, die viele Fans in den USA hätten. Die Qualifikationsergebnisse änderten nichts «an der Leidenschaft von Fox Sports für das weltgrösste Sportereignis», hiess es in dem Statement weiter.

Am Vorabend hatten die USA nach einer 1:2 Niederlage beim Aussenseiter Trinidad und Tobago erstmals seit 1986 die WM-Qualifikation verpasst.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Freudiger am 12.10.2017 09:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Cool ... hoffentlich triffts noch viele dieser Medienhäuser die zuerst den Sportlern horrende Summen in den Rachen stopfen. Die Spieler spielen keinen deut besser ob sie pro Jahr 150'000.-- oder 15Mio verdienen. Dafür wird uns Zuschauer der Genuss vermiest und wir werden mit viel zu teuren Abos abgezockt.

  • FIFA am 12.10.2017 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur für FOX

    Die FIFA wirds wohl noch härter treffen. Da gabs gestern sicher lange Gesichter. Die USA ist ein riesen Wachstumsmarkt und so ne WM was ja die Faszination Fussball aufbauen soll ohne US Team wird in den USA natürlich ein risen Flop. Kann man keine dicke Kohle mit machen, was so überhaupt nicht im Sinne der FIFA ist...

  • Goalie am 12.10.2017 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    Pleite

    Das hätte Klinsmann besser hinbekommen. Solange Fußball in den USA noch immer als Kinder- und Frauensport gilt, man sich nur alle paar Jahre für diese Sportart interessiert, wird sich daran nichts ändern, dass die USA ein Fußball-Entwicklungsland bleiben. Jürgen Klinsmann wird sich bestätigt fühlen, bei Fox hat man sich dagegen ordentlich verkalkuliert.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • markuspaulson am 12.10.2017 14:29 Report Diesen Beitrag melden

    ususus

    Haha gegen Trinidad und Tobago verliert ein mittlerweile starkes US-Team. Mich freuts! So haben wir wenigstens von Trump Ruhe während der Fussball WM und müssen uns kein un-kompetentes Statement anhören.

  • Ricardo Malpensa am 12.10.2017 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Das Faszinierende ist

    man versucht seit ca 50 Jahre das Fussball in USA schmackhaft zu machen, leider ohne erfolg. den ausser Frauen und vor allem Latinos interessiert sich niemand für Fussball. ist so in Nord Amerika. selbst Bowling hat mehr bedeutung als Fussball in USA

  • Goalie am 12.10.2017 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    Pleite

    Das hätte Klinsmann besser hinbekommen. Solange Fußball in den USA noch immer als Kinder- und Frauensport gilt, man sich nur alle paar Jahre für diese Sportart interessiert, wird sich daran nichts ändern, dass die USA ein Fußball-Entwicklungsland bleiben. Jürgen Klinsmann wird sich bestätigt fühlen, bei Fox hat man sich dagegen ordentlich verkalkuliert.

    • Giancarlo am 12.10.2017 19:09 Report Diesen Beitrag melden

      @Goalie

      Das stimmt so dann doch nicht. Die MLS hat für jedes Spiel hohe Zuschauerzahlen (20'000 plus). Die Frauenmannschaft ist Weltklasse. In fast jeder High-School und College ist Fussball ein Schulfach. Das Problem ist, dass im Ausland viel über NFL, NBA oder NHL berichtet wird, deshalb gelangt "Soccer" in den Hintergrund. Fussball ist hier bestimmt nicht im "Entwicklungsstadium". Klinsi hat hingegen Recht, dass mit Bruce Arena nicht gerade ein "moderner" Fussballtrainer gewählt wurde.

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  • Freudiger am 12.10.2017 09:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Cool ... hoffentlich triffts noch viele dieser Medienhäuser die zuerst den Sportlern horrende Summen in den Rachen stopfen. Die Spieler spielen keinen deut besser ob sie pro Jahr 150'000.-- oder 15Mio verdienen. Dafür wird uns Zuschauer der Genuss vermiest und wir werden mit viel zu teuren Abos abgezockt.

  • FIFA am 12.10.2017 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur für FOX

    Die FIFA wirds wohl noch härter treffen. Da gabs gestern sicher lange Gesichter. Die USA ist ein riesen Wachstumsmarkt und so ne WM was ja die Faszination Fussball aufbauen soll ohne US Team wird in den USA natürlich ein risen Flop. Kann man keine dicke Kohle mit machen, was so überhaupt nicht im Sinne der FIFA ist...