Canepa über Fringer

27. November 2012 09:10; Akt: 27.11.2012 16:44 Print

«Das ist nicht tolerierbar»

Für FCZ-Präsident Ancillo Canepa ist klar: Rolf Fringer liess nicht den Fussball spielen, den sich die Zürcher erhofften. Zudem hat Fringer seinen Rauswurf mit einer heiklen Aussage beschleunigt.

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«Es geht um die Zukunft des FCZ. Wir mussten einfach einen Schnitt machen, es ging so einfach nicht weiter», erklärt FCZ-Präsident Ancillo Canepa einen Tag nach dem Rauswurf von Rolf Fringer an einer Medienkonferenz.

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Schon nach der 0:2-Heimpleite gegen den FC Luzern vor einer Woche kriselte es beim Tabellenachten. «Es gab eine sachliche Aussprache mit der Mannschaft», so Canepa. Er entschärft zudem Gerüchte, wonach es innerhalb des Team Spieler gab, die gegen ihren Coach gearbeitet hätten.

Kein Yakin im Spiel

Schon bei Fringers Entlassung 2011 in Luzern war es zu einer Aussprache zwischen einem Präsidenten - damals Walter Stierli - und einer Mannschaft gekommen. Und wie diesmal zog Fringer auch damals den Kürzeren und musste gehen. Aber diesmal hatte Hakan Yakin seine Finger bei einer Fringer-Entlassung nicht im Spiel.

Ausschnitte aus der Pressekonferenz vom 27. November 2012:
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(Video: 20 Minuten Online)«Es hat keine Anti-Fringer-Fraktion gegeben. Ausser zwei oder drei Spieler haben alle ihre Meinung gesagt und diese habe ich Fringer weitergegeben. Er hat diese Aussagen konstruktiv aufgenommen und signalisiert, dass seine Tür für alle offen sei», so Canepa.

Nachdem vergangenen Samstag auch Servette die Punkte mit aus dem Letzigrund nahm und die Fans mit Pfiffen reagierten, hat sich der Verwaltungsrat am Sonntag zusammengesetzt. «Am Montag folgte dann eine ausserordentliche Sitzung, bei welcher die Entlassung beschlossen wurde. Einstimmig», wie der FCZ-Boss unterstreicht.

Fringers Aussage hat Canepa erzürnt

Doch nicht nur die Erfolgslosigkeit in der laufenden Saison - der FCZ hat 17 Punkte Rückstand auf Stadtrivale und Leader GC - hat die FCZ-Führungsetage zu diesem Schritt bewogen. Wie der Präsident sagt, habe ihn auch eine Aussage Fringers gestört: «Es ist mir eigentlich egal», sagte Fringer nach der 0:2-Heimpleite gegen Servette gegenüber dem Schweizer Fernsehen, als er auf eine mögliche Entlassung angesprochen wurde. «Das ist nicht tolerierbar», so Canepa zum Statement seines ehemaligen Fussballlehrers, welches er als schwerwiegend und suboptimal bezeichnet.

Doch nicht nur die Personalie Fringer interessierte. «Er ist Sportchef beim FCZ, in ungekündigter Stellung», beantwortet Canepa die Frage zur Zukunft von Sportchef Fredy Bickel nur ungern. «Das ist intern.» Wie 20 Minuten Online schon Ende Oktober nach der Entlassung von Ilja Kaenzig bekannt gab, ist Bickel bei YB im Gespräch. Diese Wechselgerüchte haben sich in den letzten Tagen verdichtet. Davon will Canepa nichts mitbekommen haben. «Ich weiss nichts von einem Angebot von YB an Bickel.»

Neuer Trainer bis zur Winterpause

«Es gibt beim neuen Trainer eine Findungskommission. Dort mit dabei ist auch Bickel», gibt Canepa bekannt. Die finale Entscheidung liegt aber beim Verwaltungsrat - bis dahin übernimmt U21-Trainer Urs Meier. Bis zur Winterpause soll der neue Mann an der Seitenlinie präsentiert werden. Gerüchten zufolge sind Aarau-Trainer René Weiler, Marco Schällibaum, Jörn Andersen und Christian Gross im Gespräch.

Doch weder Fringer noch sein Vorgänger Urs Fischer waren offenbar in der Lage, dieser Mannschaft Spass zu vermitteln. Gibt es den Wundertrainer überhaupt, der das schafft? Canepa: «Eine gute Frage. Die Mannschaft steht nun in der Pflicht und das weiss sie auch. Was genau ich ihr gesagt habe, bleibt intern.» Mit der Mannschaft werde im mentalen Bereich gearbeitet und auch im Training müsse wieder dafür gesorgt werden, dass sie topfit seien.

Und auch wenn die Leistungen zuletzt schlecht waren, glaubt der Boss an seine Angestellten. «Ich glaube an das Potenzial der Mannschaft, sie können Fussball spielen.» Der neue Trainer soll der Mannschaft das einflössen, was Fringer gemäss Canepa in den vergangenen Monaten nicht konnte. «Er soll dem Team die Freude wieder zurückgeben, jenen offensiven Fussball spielen lassen, den wir uns vorstellen.» Eigentlich habe er dies von Fringer erwartet. «Er hatte genügend Zeit dazu.»

(als)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alfred W. am 27.11.2012 13:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Laufen Club-Präsidente Amok ?

    Ich glaube so langsam, dass das Ziel der Fussballmeisterschaft aus der Sicht der Club-Präsidenten darin liegt, welcher Präsident schmeißt die meisten Trainer heraus. Der aktuelle Champion zu schlagen ist Christian Constantin von Sion. Wer machts besser?

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  • Mike Vontobel am 27.11.2012 16:53 Report Diesen Beitrag melden

    Das Positive kommt immer vom inne rem..

    Klar, Fischer

  • mushanga am 27.11.2012 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    FCZ hat ein Führungsproblem

    Nicht zum ersten Mal werden Trainer ersetzt. Gerne zitiere ich Herrn Canepa hinsichtlich Untragbarkeit hinsichtlich sehr unglücklicher Aussagen des Trainers im letzten Interview. Vielleicht müsste an einem anderen Ort angesetzt werden. Die Rahmenbedingungen verantwortet das Manaagment und nicht der Coach. In wie fern Trainer, Präsident, Sportchef als Team wirkten, kann nur vermutet werden. Vielleicht ist es für einen Trainer beim FCZ unmöglich, die Mannschaft zu mobilisiere - Menschen zu mobilisieren. Grund: Macht und symbiotische Beziehung zwischen Präsident und Sportchef...........

Die neusten Leser-Kommentare

  • Roger Zürich am 27.11.2012 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fc sion.!!!!

    So schnell wird man zum fc sion der nordschweiz.. Gratuliere. Mich sehen sie nicht mehr im stadion. Ihr seit doch nur noch zum lachen. Für was gebe ich eigentlich mein geld aus. Um jeden tag einen neuen trainer zu sehen. Ganz sicher nicht. Schaut euch mal die konstanz eines fc bayern an.!!!!

  • Reto B. am 27.11.2012 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Der Heiko Vogel sucht sicher noch

    Bloss nicht wieder einer der üblichen Verdächtigen. Bringt mal was neues...

  • Sean Face am 27.11.2012 17:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich!! fringer Raus!! Grosssss Rein!!!

    Fringer musste weg! Er ist kein guter Trainer!! Jezt gibt es nur einen Trainer der denn FCZ wieder auf Kurs bringen kann, ein Züricher: CHRISTIAN GROSS!!!!

    • Tom Brunner am 30.11.2012 02:45 Report Diesen Beitrag melden

      Züricher?

      Zürcher, bitteschön, "ein Zürcher" heisst das, nicht Züricher...

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  • rolf herzog am 27.11.2012 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    Nur noch 1 Stadtclub!

    Ich weiss das hören eingefleischte Fans und Ur-Hoppers bzw. - Zler nicht gern. Aber die derzeitige wirre Situation beim FCZ und die Neulancierung des Grasshopper-Clubs wären ein guter Zeitpunkt um die Fusion zu organisieren.....

    • Roger Zürich am 27.11.2012 20:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Zsc

      Absolut richtig, deiner meinung, der ZSC hats vorgenacht

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  • Christian Müller am 27.11.2012 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    Die Freude zurück geben .... HÄ???!

    Geht's eigentlich noch? Die Spieler sind einfach verwöhnt und verhätschelt! Die sollten schon freude haben überhaupt bei einer Profimannschaft spielen zu dürfen. Haben das Glück ihren Wunschberuf ausüben zu können. Bekommen soviel Geld das es in keinem Verhältnis zur Leistung oder "normaler" Arbeit steht. Eigentlich geht es denen so gut, die sollten auf den Platz tanzen vor lauter freude! Aber es fehlt nicht nur die Freude. Wo ist der Stolz oder der Kampfwille? Wo der Einsatz und Leistungs Wille? Es fehlt an fast allem ... aber Fussball spielen können Sie!

    • Rene Weiler am 27.11.2012 17:27 Report Diesen Beitrag melden

      Weiler währe die beste Lösung!

      Wie viele normale Arbeitnehmer sind mit der Arbeit unzufrieden? Überall gibt es eine schlechte Stimmung und wenn man dies als Chef oder eben Trainer nicht verbessern kann, ist man auf dem falschen Beruf! Fringer hatte keine Ahnung!!! Chiumiento auf dem Flügel?!? lächerlich!!!! Kukeli als grosse Verstärkung ansehen --> LÄCHERLICH!!!

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