WM-2006-Beschuldigungen

16. Juli 2012 18:11; Akt: 16.07.2012 18:22 Print

Was Dempsey zu den Vorwürfen sagte

Sepp Blatter deutet Wahlmanipulationen bei der WM 2006 an. Dabei ging es um Charles Dempsey. Dieser rechtfertigte sich schon vor zwölf Jahren. Jetzt kann er das nicht mehr tun.

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Charles Dempsey (l.), hier bei einer Aufnahme 2002 mit Sepp Blatter, enthielt sich bei der WM-2006-Vergabe der Stimme und entschied so die Wahl entscheidend mit.

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Die Schmiergeldzahlungen bei der Fifa kontert Sepp Blatter im Interview mit dem SonntagsBlick mit einem Gegenangriff. «Gekaufte WM ... Da erinnere ich mich an die WM-Vergabe für 2006, wo im letzten Moment jemand den Raum verliess», so der Fifa-Boss. Dieser «jemand» war der Neuseeländer Charles Dempsey.

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Bei der WM-Vergabe für 2006 im Jahr 2000 in Zürich setzte sich Deutschland mit 12:11 gegen Südafrika durch. Dempsey hätte gemäss seinem ozeanischen Verband für Südafrika stimmen sollen, er selbst sei jedoch für Deutschland gewesen. Daher enthielt er sich der Stimme und verhinderte so den Stichentscheid von Sepp Blatter, der als klarer Südafrika-Befürworter galt.

Tuscheleien von Schmiergeldern

Was genau Dempsey zur Enthaltung der Stimme bewog, ist umstritten. In einem der wenigen Interviews danach sprach er von «Druck durch einflussreiche europäische Interessensgruppen». Dempsey geriet nach dem Entscheid arg in die Schusslinie und wurde zum Buhmann des Weltfussballs. «Die Entscheidung, die ich getroffen habe, würde ich heute genauso noch einmal treffen», erklärte er Monate später. «Den Hauptausschlag für meine Entscheidung gab, dass im Kreis meiner Kollegen getuschelt wurde, ich würde Geld von der Delegation Südafrikas nehmen. Dem wollte ich mit der Enthaltung entgegentreten.» Weitere Erklärungen kann er jetzt nicht mehr abgeben. Dempsey verstarb 2008 im Alter von 87 Jahren.

Die möglichen «Interessensgruppen» spricht jedoch Thomas Kistner in seinem Buch «Fifa Mafia» an. «In den Schlusswochen wechselten vor allem die asiatischen Verbände (4 Stimmen) das Lager. Kistner beschreibt Millionen-Investitionen von deutschen Firmen in Länder, die Vertreter im Exekutivkomitee hatten. Daimler, Sponsor der deutschen Nationalmannschaft, investierte beispielsweise 800 Millionen Euro in den südkoreanischen Autobauer Hyundai. Ein Sohn des Hyundai-Gründers sass zufälligerweise zu jener Zeit im Exekutivkomitee der Fifa», zitiert die «Welt» daraus.

Tognoni glaubt an «Schuss in den eigenen Fuss»

Was genau geschah, wird kaum je aufgelöst werden. Aber Guido Tognoni, jahrelanger Medien- und Marketing-Spezialist am Hauptsitz des Weltfussballverbands und einer der besten Fifa-Kenner, erklärte in der «ARD», was es mit den Vorwürfen von Blatter wohl auf sich hat: «Blatter steckt in einem Überlebenskampf. Er braucht einen Befreiungsschlag. Aber das ist ein Schuss in den eigenen Fuss, denn alles ist unter Aufsicht von Blatter geschehen. Er war immer dabei. Er hätte es damals stoppen können, er wusste über jedes Detail Bescheid. Jetzt im Nachhinein zu kommen, finde ich billig.»

(fox)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Urs Beetsch am 16.07.2012 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist den da die Gerechtigkeit?

    Jeder noch so kleiner Verein muss peinlich genau Buchhaltung führen und Steuern zahlen. Die FIFA kann sich sogar Schmiergelder erlauben und zahlt keine Steuern. Und die Politik schaut tatenlos zu. Oder verdient sie sogar auch noch dabei? Wo ist den da die Gerechtigkeit?

  • ronnie am 15.07.2012 05:02 Report Diesen Beitrag melden

    im nahmen der schweiz

    Ach kommt.. unser ansehen ist allen egal, die wollen unser geld, steuer cds und halt ein kuchen unserer guten wirtschaft weil die selbst nichts peilen und hinkriegen. Die deutschen wollen alles von uns, wie auch den FIFA posten nun... Und der Blatter ist der einzige der sich wehrt! Nicht wie der rest, der denen das Geld noch nachwirft obwohl wir mit der EU nichts zu tun haben (wollen!!) Hut ab Sepp. Bleib stark!

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  • Roger am 16.07.2012 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    HiHiHi

    Wenn die Deutschen gegen jemanden "schiessen" so ist dies OK. Wagt aber jemand gegen die Deutschen etwas zu sagen, so ist der Teufel los. Politik, Sport, Wirtschaft...die Deutschen mischen zufordest mit.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas am 16.07.2012 20:44 Report Diesen Beitrag melden

    Es geht nur noch ums Geld

    Beim Fussball geht es immer mehr ums Geld. Nicht nur die Korruption nimmt zu, auch die Abzocke mit der Ausstrahlung am TV. Eigentlich dürften Vereine, die für die Ausstrahlung über Öffentlichen Fernseher Geld verlangen, kein Geld direkt wie auch indirekt vom Staat erhalten. Sollen Sie sich die Stadien doch selber bauen!

  • peter45 am 16.07.2012 18:42 Report Diesen Beitrag melden

    FIFA Wahlen

    Jetzt müssen doch die Stimmberechtigten für die Wahl des "Unwissenden Blatters" Antipropaganda bei der nächsten Wahl machen, ohne Schmiergelder. Blatter muss weg und Basta, er schadet uns Schweizer nur im Ansehen!!!!!!!!

  • Willy D. am 16.07.2012 16:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Joseph der Walliser

    Ich bin auch sehr (!) dafür, dass Sepp Blatter die FIFA verlässt. Ob es danach aber besser wird, wage ich dennoch sehr zu bezweifeln.

  • Gspunne am 16.07.2012 16:14 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaubwürdig

    Ich finde es höchst unglaubwürdig, was bei der FIFA abläuft.....aber man kann alles in denselben Topf stecken (Wettspiel Skandale) und mich würde es nicht verwundern, dass bei UEFA auch ähnliche krumme Dinger laufen......... In meinen Augen brauchte es für beide Instanzen eine PUK! Die nicht nur Situationsbedingt tätig ist, sondern auch spontan regelmässig mal ein Auge auf diese Institutionen wirft und dies veröffentlicht.

  • Heinz Habegger am 16.07.2012 15:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rauswurf

    Jetzt wird bald mal Zeit, dass dieser Sesselkleber Blatter das Feld räumt! Man weiss nichts und ist unschuldig, aber noch eins drauf geben....