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Magaths Einkaufstour
02. September 2010 14:37; Akt: 02.09.2010 14:53 Print
Wo hat Schalke die Millionen her?
von Philipp Reich - Der FC Schalke ist hochverschuldet. Trotzdem haben die Königsblauen für beinahe 35 Millionen Euro neue Spieler gekauft. Wie ist so etwas möglich?

Felix Magath posiert mit Raúl, dem ersten seiner spektakulären Neueinkäufe. (Bild: Keystone)
Kurz vor Ablauf der Transferperiode hat Schalke noch einmal so richtig zugeschlagen. Nach Raúl verpflichteten die «Knappen» mit Klaas-Jan Huntelaar und José Manuel Jurado zwei weitere hochkarätige Topstars. Insgesamt hat Felix Magath in diesem Sommer so 34,6 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben. Eine stolze Summe, wenn man bedenkt, dass Schalke Verbindlichkeiten in Höhe von 250 Millionen Euro plagen.
Bildstrecken Transfer-Ticker Video
Rauls erstes Tor für Schalke
Bei seinem Amtsantritt in Gelsenkirchen verkündete Magath vor einem Jahr in sämtlichen deutschen Medien noch, dass Schalke finanziell noch schlechter dastehe, als er gedacht hätte. Für teure Transfers war kein Geld vorhanden und so setzte der Erfolgstrainer mit dem Spitznamen «Quälix» auf die Jugend. Mit Erfolg. Schalke zeigte eine beeindruckende Saison und sicherte sich mit Platz zwei die direkte Qualifikation für die «Königsklasse».
Hoffen auf die Champions League
Die Teilnahme an der Champions League ist dann auch der Hauptgrund für die finanzkräftigen Investitionen der Königsblauen. Dort wird das grosse Geld verdient. Dabei sein reicht aber nicht, Erfolge müssen her. Nur wer einen schlagkräftigen Kader hat, kann international mit den Team aus England, Spanien oder Italien mithalten. «Ohne grössere Investitionen sehe ich schwarz. Dann landen wir wieder im Mittelmass», warnte Magath.
Deshalb sicherte der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies Magath 25 Millionen Euro für Neueinkäufe zu. Nun hat Magath sein Budget aber um rund 10 Millionen Euro überschritten, von Handgeldern und Prämien mal abgesehen. «Wir haben die sportliche Qualität erhöht und zugleich Gehaltskosten reduziert», erklärt der Erfolgstrainer. Ausserdem habe Schalke 17,1 Millionen Euro durch Transfers verdient. «Rechnet man diese Einsparungen hinzu, haben wir unterm Strich in dieser Transferperiode ziemlich genau nur die Summe investiert, die der Aufsichtsrat am Anfang genehmigen wollte.»
Gehaltskosten deutlich reduziert
Die Neuen sind zwar nicht billiger als die abgewanderten Rafinha, Westermann oder Kuranyi, aber Schalke hat auch zahlreiche Spieler abgegeben, die nicht zu den Top-Verdienern zählten, aber immer noch sehr gut verdienten. «Spieler wie Asamoah, Grossmüller, Ze Roberto oder Sanchez machen den Unterschied zu den Neuen wie Jendrisek, Uchida, Escudero oder Deac aus», erklärt der Schalke Trainer.
Bleibt also ein Minus von 25 Millionen Euro. Dieses Geld will Schalke in der kommenden Saison wieder verdienen. Die neue, schlagkräftige Mannschaft soll vor allem in der Champions League für Furore und somit auch für finanzielle Zustüpfe sorgen. Bayern München, das im Vorfahr für Robben und Gomez viel Geld ausgab, sahnte in der vergangenen Saison als Finalist satte 45 Millionen Euro ab. Ob sich das Risiko zum Schluss auch für Schalke auszahlt, hängt einzig und allein von Felix Magath und den Resultaten, der von ihm zusammengestellten Mannschaft ab. Falls der Erfolg ausbleibt, droht Magath und Schalke aber neues Ungemach.


























