WM-Qualifikation

02. Oktober 2017 18:04; Akt: 02.10.2017 18:10 Print

Xhakas Bewunderung für Ronaldo

Granit Xhaka ist im Kreis der Nationalmannschaft eingetroffen. Der Arsenal-Söldner äussert sich über den Portugal-Knüller und die Geldflut im europäischen Fussball.

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Nach 90 Minuten musste sich die Schweiz Portugal mit 0:2 geschlagen geben. Es ist das einzige Gruppenspiel, welches die Nati nicht für sich entscheiden konnte. Portugal gab gleich zu Beginn der Partie den Ton an und machte Druck auf das Tor von Sommer. Die Schweiz tat alles, um dagegenzuhalten. Dies gelang auch – bis kurz vor der Pause. Denn in der 41. Minute stolperte Djourou den Ball am eigenen Keeper vorbei ins Tor zur Führung für den Europameister. In der 57. Minute erhöhte dann noch André Silva zum 2:0-Schlussstand. Damit muss die Schweiz den Weg für Russland 2018 über die Barrage nehmen. Trainer Vladimir Petkovic und seine Mannen beim Abschlusstraining in Lissabon im Estádio da Luz. Obwohl ein Unentschieden reichen würde, will man natürlich nicht auf Remis spielen. Ein Sieg soll her. Ein wunderbarer Blick ins Stadion. Petkovic, Lichtsteiner und Dzemaili standen an der Pressekonferenz Rede und Antwort – allerdings für nur gerade knappe zehn Minuten. Verteidiger Pepe erscheint im Vorfeld des Qualifikationsspiels gegen die Schweiz an der Pressekonferenz. Vor allem aber spricht sein Coach Fernando Santos. Von einem Final wollte der Coach der Einheimischen nichts wissen: «Das ist Geschwätz. In Frankreich hatten wir ein Endspiel, jetzt stehen sich zwei Teams gegenüber, die eine Endrunde erreichen können. Nur eine Mannschaft muss gewinnen, um das Ziel zu erreichen.» Der Superstar präsentiert sich am Tag vor dem Showdown ebenfalls gelassen: Cristiano Ronaldo betritt in der Nähe von Lissabon den Trainingsplatz. Der Real-Stürmer und sein Lieblingsspielzeug. Die Stimmung ist locker, das Wetter prächtig. Betet der Superstar für ein Tor im letzten Gruppenspiel gegen die Schweiz? Fakt ist: Der Europameister braucht mindestens ein Tor, um sich direkt für die WM 2018 zu qualifizieren. Die Nati ist sicher und heil in Lissabon angekommen, die Stimmung ist weiterhin sehr gut. Chef Vladimir Petkovic scheint hingegen etwas angespannt zu sein. Natürlich erfüllen die Spieler auch in der portugiesischen Hauptstadt die Wünsche der Nati-Fans. Dann geht es mit dem Bus und einer Polizei-Eskorte ins Hotel der Schweizer. Am späteren Sonntagnachmittag reist die Nati nach Portugal. Am Euroairport Basel machen sich die Spieler auf zum Flugzeug. Xherdan Shaqiri ist voll konzentriert. Ricardo Rodriguez hingegen scheint voll relaxt. Nach dem souveränen 5:2-Sieg gegen Ungarn absolviert die Nati am Tag danach ein lockeres Training im St.-Jakob-Park. Vor leeren Rängen ist das natürlich weniger attraktiv, gehört aber zum Business dazu. Geschafft! Die Schweizer Nati gewinnt auch das neunte Spiel in der WM-Qualifikation für 2018. Ungarn hat nicht den Hauch einer Chance. Die Mannschaft von Vladimir Petkovic feiert in Basel einen 5:2-Sieg. Fünfmal durften die Fans im St.-Jakob-Park jubeln. Steven Zuber trifft zweimal, Granit Xhaka, Fabian Frei und Stephan Lichtsteiner je einmal. Die Freude bei den Fans ist riesig. Am Dienstag wird wieder mitgefiebert, wenn die Nati in Portugal zu Gast ist. Trainer Vladimir Petkovic herzt nach der Partie Xherdan Shaqiri. Die Nati reist am Freitag nach Basel. Der Einheimische Xherdan Shaqiri schreibt dazu auf Instagram: «Es ist immer ein spezielles Gefühl, zuhause in Basel zu spielen.» Granit Xhaka ist derzeit voll konzentriert, wie er ebenfalls auf Instagram mitteilt. Petkovic hat im St.-Jakob-Park seine Jungs um sich herum versammelt. Der Chef nimmt sich nicht aus, sondern macht aktiv mit: Vladimir Petkovic zeigt vor, was die Spieler zu tun haben. «Jawohl, Chef, ich habe verstanden», scheint Xherdan Shaqiri zu signalisieren. Ricardo Rodriguez scheints beinahe die Hosen auszuziehen. Volle Konzentration auch bei La-Coruña-Söldner Fabian Schär. Was für ein Grössenunterschied zwischen Xherdan Shaqiri und Eren Derdiyok. Am Mittwoch absolviert die Nati öffentlich auf dem Sportplatz Chrummen in Freienbach ein weiteres Training. Bitte nehmen Sie Platz, Herr Sommer! So trainiert es sich doch gleich etwas bequemer. Die Fans kommen in Massen nach Freienbach, um ihre Lieblinge live zu Gesicht zu bekommen. Mario Gavranovic ist nach drei Jahren zurück in der Nati. Der Stürmer sagt, dass sich das Team stark verändert habe. Keine Spur von Anspannung vor den letzten zwei Partien der WM-Quali: Granit Xhaka strahlt vor den Medien viel Selbstvertrauen aus und geniesst die Aufmerksamkeit. Xherdan Shaqiri tut es ihm gleich und zeigt, wie gut die Stimmung im Team derzeit ist. Im Training sind Captain Stephan Lichtsteiner und Manuel Akanji mit vollem Engagement dabei. Ebenfalls zurück im roten Trainer: Breel Embolo, der nach seinem Beinbruch wieder zum Aufgebot gehört. Granit Xhaka (l.) rückt mit Breel Embolo im Schlepptau in Feusisberg ein. Xherdan Shaqiri im Fokus der Medien. Yann Sommer strahlt bei der Ankunft. Yvon Mvogo wurde nachnominiert, da sich Roman Bürki einer Zahnoperation unterziehen muss und fehlt. Milan-Söldner Ricardo Rodriguez. Denis Zakaria trotzt den kühlen Temperaturen. Admir Mehmedi ist gut gelaunt. François Moubandje mit Militärjacke. Michael Lang posiert mit einem Fan. Fabian Schär.

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Das persönliche Timing stimmt, Xhakas Statistik in der Premier League liest sich gut: am meisten am Ball, aktuell mit 592 Pässen in England führend, in vier September-Wochen ungeschlagen. «Wir sind in Fahrt und haben die Spitze wieder im Visier», meldet der Skipper von FA-Cup-Sieger Arsenal. Mit seinem Status ist er zufrieden. «Aktuell gehöre ich in einem der grössten europäischen Clubs zum Stamm.»

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Begnügen will sich der 25-Jährige mit seiner Londoner Rolle nicht. «Mich interessiert, wie ich noch mehr Fortschritte machen kann. Ich will weiter vorankommen», sagt der Arsenal-Star. Der Schweizer hat nicht nur seinen eigenen Weg im Kopf, ihn beschäftigt auch die internationale Positionierung von Arsenal. Die sofortige Rückkehr in die Champions League ist für ihn von grosser Bedeutung.

«Topstars für 400 bis 500 Millionen»

Dass die Konkurrenz inzwischen Rekordbeträge aufwirft, um die Topspieler anzulocken, ist Xhaka natürlich nicht entgangen. «Wenn ich mir überlege, dass ein Mittelfeldclub wie Everton in diesem Sommer über 200 Millionen Euro ausgeben kann, fehlen mir etwas die Worte.» Man City habe sogar 300 Millionen investiert.

Viele Clubs würden in der Klemme stecken und müssten die finanziellen Schmerzgrenzen ausloten. Im Kampf um einen Klasse-Spieler «ist unterhalb der 100-Millionen-Limite wohl sehr bald nichts mehr zu machen». Xhaka hält es angesichts der Geldflut für möglich, «dass in zwei, drei Jahren die absoluten Topstars für 400 bis 500 Millionen transferiert werden».

Ronaldo-Bewunderung und Petkovic-Bekenntnis

Einem jener ganz Grossen im Weltfussball steht Xhaka am Dienstag in einer Woche gegenüber: Cristiano Ronaldo, dem Captain des Europameisters. «Ich bewundere ihn. Er ist ein einzigartiger Spieler. Mit ihm ist Portugal eine komplett andere Mannschaft.» Jeder Mitspieler trete mit 5 Prozent mehr Selbstvertrauen an, so Xhaka. «Er ist nicht Portugal, aber Portugal ist Ronaldo.» Aus Sicht der Schweiz stehe viel auf dem Spiel. «Die Begegnung in Lissabon wird aufzeigen, wie viel Fortschritte wir tatsächlich gemacht haben. Wir müssen dieses Spiel vorbereiten, als würden wir um einen Titel spielen.»

Die Einheit, die Solidarität werde am Ende ausschlaggebend sein, ist sich Xhaka sicher. Diese Haltung sei ein Verdienst von Vladimir Petkovic. Die Arbeit des Tessiners schätzt der zentrale Mittelfeldspieler enorm. «Es wäre ein grosser Fehler gewesen, mit ihm nicht zu verlängern.»

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Portugiese am 02.10.2017 18:19 Report Diesen Beitrag melden

    Lässiger Typ dieser Xhaka

    Ich gebe ihm vollkommen Recht, was diese kranken Summen im heutigen Fussball angeht. Wenn das so weiter geht, ist ein Fussballspieler bald teurere als ein Stealth Bomber. Aber so läufts nunmal in der freien Marktwirtschaft. Angebot und Nachfrage...

  • Beltran Leyva am 02.10.2017 18:27 Report Diesen Beitrag melden

    Mittelfeld-King Granit!

    der junge hat karrieretechnisch alles richtig gemacht,und scheint mittlerweile auch neben dem platz gereift zu sein,das war immer sein Problem,das mit dem Hände verwerfen und überhitzen sollte er in den griff bekommen dann wird er der absolute König im Mittelfeld,zum Glück spielt er für Uns :-) und recht hat er mit Portugal,was das alles(die quali) wert ist,sehen wir beim spiel gegen CR7...

  • TV EXPERTE am 02.10.2017 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Veränderung

    Granit spielt wirklich einen guten Ball. Auffallend ist sein Zweikampf Verhalten in den letzten Monaten, er macht viel weniger Fouls. Auch sonst finde ich, dass seine Körpersprache inzwischen ok ist.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sven am 03.10.2017 08:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Top der Junge

    Wohl der beste den wir je hatten. Er hat alles richtig gemacht, ging von Basel nicht direkt zu einem TopClub. Hat sich durchgebissen und wurde zu einem Leader. Denke in 2 Jahren ist er bei Barca / Real oder Bayern

  • profi am 03.10.2017 07:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die

    schweiz wird nicht an die wm fahren ! glaubt mir ich bin ein wahrer fussballkenner

  • René Hirt am 02.10.2017 21:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Möge die besser Mannschaft gewinnen

    Hut ab solche Worte gefallen mir, das war nicht immer so. Jetzt dürft ihr das auf dem Rasen umsetzen mit dieser Einstellung kommt das sehr gut.

    • Gert am 02.10.2017 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @René Hirt

      Hm die Übergezahlte Soldner sollten auch was für soviel Geld und Passs machen oder?

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  • Herr Max Bünzlig am 02.10.2017 19:58 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    der Haarschnitt von Herr Granit Xhaka, könnte aus dem Haarscheide Automaten sein

  • TV EXPERTE am 02.10.2017 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Veränderung

    Granit spielt wirklich einen guten Ball. Auffallend ist sein Zweikampf Verhalten in den letzten Monaten, er macht viel weniger Fouls. Auch sonst finde ich, dass seine Körpersprache inzwischen ok ist.

    • Bluesman am 03.10.2017 07:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @TV EXPERTE

      Er kann null Dribbling, er kann null Zweikampf, er kann nur Pässe schlagen und das für 50 Mio.

    • Eidgenosse am 03.10.2017 20:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bluesman

      Auch wenn er nichts kann, kann er immer noch mehr als Sie !

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