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Er fährt zum «Nulltarif»
10. November 2011 09:08; Akt: 10.11.2011 12:37 Print
Viel Ruhm, aber kein Reichtum
von K. Zaugg - Dominique Aegerter hat mit dem Podestplatz in Valencia seine Lehrzeit abgeschlossen. Er gehört zu den 25 besten Töffpiloten und verdient trotzdem nicht viel mehr als ein Mechaniker.
Dominique Aegerter holte in Valencia den ersten Podestplatz seiner Karriere.
Frisuren machen Menschen: Er sieht ganz anders aus. Der Grossteil der blonden Haarpracht war ja bereits am Sonntag nach dem Rennen geschnitten worden. Nun sind die restlichen Haare nach der Heimkehr nach Rohrbach am Dienstag fachmännisch «mutz» über den Kopf geschoren worden.
Nach dem Podestplatz in Valencia ging es Dominique Aegerter an seine Haarpracht (Bild: Marcel Bieri).
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Dominique Aegerters erster Podestplatz
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Dominique Aegerter ist vom blondgelockten Lausebengel zum coolen Profi mutiert und sieht aus wie ein Soldat einer Eliteeinheit der US-Armee. Ohne seine Haarpracht wirkt er reifer, ernsthafter. Wie 26 oder 27. Er hat nichts gegen diese Einschätzung. «Ich bin jetzt fünf Jahre in diesem Sport und es ist tatsächlich so, dass ein neues Kapitel in meiner Karriere beginnt.»
Der Rohrbacher ist auf den 8. Schlussrang der Moto2-WM gefahren. Er zählt inzwischen zu den 25 besten Töffpiloten der Welt. Aus dem Lehrling ist ein Meister geworden. Der Vertrag im Team des Franzosen Alain Bronec ist offiziell um ein weiteres Jahr verlängert worden. Aber damit steht erst fest, dass Aegerter auch nächste Saison im gleichen Team die gleiche Maschine in der Moto2-WM fahren wird. Die Vertragsdetails müssen indes noch ausgehandelt werden. Längere Gespräche werden notwendig sein.
Aegerter verdient kaum etwas
Denn Aegerter gehört zwar zu den Besten der Welt. Aber sein Einkommen ist und wird wohl bescheiden bleiben. Aus einem einfachen Grund: Der Motorradrennsport ist extrem teuer. Aegerters Saison kostet alles in allem rund zwei Millionen und wird von seinem Team bzw. den Sponsoren des Teams finanziert. Vor allem vom Westschweizer Unternehmer Olivier Métraux finanziert. Es ist bereits ein grosser Erfolg, wenn Aegerter zum «Nulltarif» fahren darf: Sein Team stellt ihm einen rennbereiten Töff samt Personal hin. Für die Reisespesen in Europa muss er noch selber aufkommen.
Die einzige Entschädigung war 2011 eine Prämie von 150 Euro pro WM-Punkt (ergibt bei 94 WM-Punkten einen Jahreslohn von 14 500 Euro) plus der Lehrlingslohn von 750 Franken in der elterlichen Garage. Die sechs- und siebenstelligen Saläre werden im Töff-Zirkus eben nur für die Stars der Königsklasse MotoGP bezahlt.
Aegerter versucht nun, für die Saison 2012 eine bessere Prämienregelung und ein Fixum auszuhandeln. Und er darf etwas Werbefläche (auf dem Helm und drei Sticker auf dem Rennkombi) selber vermarkten. Aber das Vermarktungspotenzial ist stark eingeschränkt: Selbst Tom Lüthi (25), die unbestrittene Nummer 1 im Land, Weltmeister und Sportler des Jahres 2005, verdient nach wie vor nicht mehr als 100 000 Franken im Jahr. Der Werbemarkt Deutschschweiz ist halt nicht viel grösser als die Stadt Berlin. Für kaum eine andere Sportart gilt so sehr: Ruhm ja, Reichtum nein.
Sportler-RS muss verschoben werden
Wenn schon keinen Reichtum, dann wenigstens viel Ruhm: Aegerter tut alles, um in seinem Sport weiter zu kommen. Eigentlich hätte er am 31. Oktober in Magglingen in die Sportler-RS einrücken sollen. Aber der Militärdienst muss wieder verschoben werden: Erstens war da ja das letzte Rennen am letzten Sonntag in Valencia, das ihm so viel Ruhm gebracht hat. Und zweitens ist im Januar ein längerer Aufenthalt auf der Ranch von Kenny Roberts in Modesto bei San Francisco in Kalifornien geplant: Der ehemalige Töff-Weltstar Roberts hat auf seiner Ranch eine Rennfahrerschule eingerichtet. Dort will er sich weiterbilden und nebenbei wohl noch ein wenig rocken und rollen.
Das Ziel ist letztlich klar: Der Aufstieg in die «Königsklasse» MotoGP. Tom Lüthi hat es zweimal versucht und angekündigt. Aber zweimal wieder das Handtuch geworden. Der Haudegen Dominique Aegerter könnte es schaffen: Mit seinem Stil, seinem Wesen und Wirken passt er besser auf die rauen MotoGP-Bikes als der hoch talentierte, aber sensible Stilist Tom Lüthi.
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Alle 7 Kommentare

































Schwachsinn
Stimmt einfach nicht, dass diese zweitklassigen töff-jungs (erstklassig ist NUR MotoGP) arme kerle sind im vergleich zu den meisten anderen sportlern...oder fragt mal schwimmer, fechter, radfahrer oder leichtathleten von ähnlichem niveau...da gibts kein ruhm und keine kohle...und das material bezahlen sie z.T auch noch selber...bitte nicht immer nur mit fussball und eishockey vergleichen!
gelöscht
DENK MAL DU
In anderen Sportarten gibt es Ja ÜBERHAUPT keine Tote nicht? Fussballer die mit 25 an Herzinfarkten sterben usw.
25 beste Töffpiloten
''Er zählt inzwischen zu den 25 besten Töffpiloten der Welt.'' Von wo habt Ihr den diese Rangliste? Besser als alle SBK,Supersport und Superstock Piloten. Wohl kaum!!!Er ist sicher gut aber nicht so gut!!! Wenn er nicht mal davon leben kann....