Schumi über Vettel

26. November 2012 09:33; Akt: 26.11.2012 10:30 Print

«Er wird meine Rekorde brechen»

von Herbie Egli - Sebastian Vettel ist der jüngste Dreifach-Weltmeister in der Formel 1. Fährt der 25-jährige Deutsche so weiter, überflügelt er sein früheres Idol Michael Schumacher.

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Portrait des 19-jährigen Deutschen Sebastian Vettel als Testfahrer beim Formel-1-Team BMW-Sauber im August 2006. Im ersten freien Training beim GP der Türkei 2006 markierte Vettel zum Einstieg in die Formel 1 gleich mal die Bestzeit. In Interlagos 2006 würdigte Vettel noch sein Vorbild Michael Schumacher auf der Rückseite des Heckflügels. Zum Abschluss der Saison 2006 servierte Vettel zusammen mit Robert Kubica (l.) und Nick Heidfeld (r.) Käse in Flims. Vorstellung des BMW Sauber F1 Teams zur Saison 2007, Vettel war zu dieser Zeit noch immer Testfahrer. Sebastian Vettel während des GP von Kanada, die Rolle als Zuschauer behagte ihm sichtlich nicht. Am 31. Juli 2007 gab Sebastian Vettel den Wechsel zu Toro Rosso bekannt, die Zeit als Testfahrer war vorbei. Beim GP von Ungarn feierte Vettel seine Premiere bei der Scuderia Toro Rosso und holte als Achter gleich seinen ersten WM-Punkt. Der Höhenflug fand seine Fortsetzung - Rang 4 beim GP von Shanghai 2007. Mit dem doppelten Daumen und neuer Frisur feierte der Newcomer seine bisher beste Platzierung. Zusammen mit Michael Schumacher triumphierte Vettel im Dezember 2007 beim Race of Champions Nations Cup. Mit dem Erfolg kommen auch die Grid Girls - Vettel beim GP von Bahrain im April 2008. Im Juli 2008 wurde der Deutsche auch für das alljährliche Charity-Fussballspiel aufgeboten - seine Fussballkünste brachten nicht nur Michael Schumacher zum Schmunzeln. In Hockenheim 2008 gönnte sich der junge F1-Pilot auch gerne mal eine deftige Bratwurst. 2008 holte Vettel beim GP von Monza seine erste Pole-Position - und der Zeigfinger taucht ein erstes Mal im Rampenlicht auf. Vettel liess sich nicht lumpen und krönte das Wochenende in Monza gleich mit seinem 1. GP-Sieg seiner F1-Karriere. Die Freude war gross - endlich da angekommen, wo er schon immer hinwollte, zuoberst aufs Podest bei den Besten. Das liess auch Peter Sauber nicht kalt, der Vettel von Herzen zur Premiere gratulierte. Mit dem Erfolg kamen auch die Verpflichtungen: Vettel zusammen mit Schauspielerin Salma Hayek und Modedesigner Karl Lagerfeld bei «Wetten dass...». Der mittlerweile in der Schweiz in Walchwil wohnhafte Formel-1-Pilot wurde zuhause von Alphornbläsern empfangen. Auf die Saison 2009 folgte der Aufstieg von Toro Rosso zu Red Bull - Posieren mit Teamkollege Mark Webber. Beim GP von China im April 2009 gab Vettel seinem Teamkollegen gleich den Tarif bekannt und holte seinen ersten GP-Sieg für das neue Team. In Budapest durfte sich der Schweizer Sebastian Buemi zu seinem Namensvetter setzen - im Rahmen der Red Bull Street Parade. Im Juni 2009 feierte Vettel seinen zweiten Saisonsieg beim GP von Silverstone. Im Oktober 2009 folgte der dritte Streich - Sieg auf dem Suzuka Circuit in Japan. Auch in Abu Dhabi 2009 sah Vettel als erster die Zielflagge. Vettel liess sich von der Menge feiern und streckte wieder mal seinen Zeigfinger in die Höhe. In der Saison 2010 musste Vettel nicht lange auf den ersten Sieg warten - Erster beim GP von Malaysia. Aber es lief auch nicht immer alles rund - beim GP in Istanbul kollidierte der Deutsche mit Teamkollege Webber. Und das Gemüt erhitzte sich bei Vettel über Gebühr. Auch beim GP von Kanada liefs für Vettel nicht rund - zu Fuss gings an die Box zurück. Im Juni 2010 fand Vettel in Valencia beim GP von Europa aber wieder zum Siegen zurück. In Spa musste der Heissporn aber wieder Lehrgeld bezahlen und crashte mit Jenson Button zusammen. In Suzuka grüsste Vettel dann aber schon wieder von zuoberst auf dem Podest. Vettel siegte auch in Brasilien 2010 und setzte seinen Gegnern die Hörner auf. Zum Saisonabschluss in Abu Dhabi krönte sich Vettel erstmals zum Weltmeister. Die Freude war gross, Vater Norbert umarmte seinen Sohn so fest er nur konnte. Auch Sebastian war vom Erfolg überwältigt und musste ein paar Tränen lassen. Dann wurde der jüngste Formel-1-Champion der Geschichte aber von seinem Team feuchtfröhlich gefeiert. Da konnte auch das einstige Idol Schumacher nicht hintenanstehen. Er gratulierte Vettel zu seinem Titel. Der Triumph hatte Folgen: Sein Heimatort Heppenheim wurde kurzfristig in Vettelheim umgetauft. Vettel wurde zudem in Deutschland zum Sportler des Jahres gewählt. Bei der Präsentation zur neuen Saison posiert der Weltmeister stolz mit der Nummer 1. Zum Auftakt in Australien gab sich Vettel von der coolen Seite. In Australien muss ein Champion nicht nur schnell fahren können, auch das Schafe-Scheren will gelernt sein. Vettel zeigte gleich zum Saisonauftakt, wen es in der Saison 2011 zu schlagen gilt, und siegte beim GP von Australien überlegen. Grund genug, wieder mal den Zeigefinger hervorzunehmen ... Am 10. April 2011 holte sich Vettel beim GP von Malaysia gleich den nächsten Sieg und bekam von Jenson Button eine Champagner-Dusche. Sieg in Istanbul 2011: Der Deutsche gewinnt sein drittes Saisonrennen. Und im fünften Grand Prix folgt der vierte Sieg: Vettel gewinnt erstmals beim GP von Spanien und Der fünfte Streich folgte sogleich und wurde in Moncaco im Pool gefeiert. Nach einem GP Unterbruch stand Vettel auch beim GP von Europa in Valencia zuoberst auf dem Treppchen. Dann gabs eine «Durststrecke» von drei Rennen, ehe der Deutsche in Spa ... ... und in Monza seine Saisonsiege Nr. 7 und 8 feierte. Auch in Singapur gewinnt Vettel - doch die vorzeitige Sicherung des WM-Titels gelingt ihm nicht. Dem Deutschen fehlt ein winziges Pünktchen zum Double. In Suzuka ist es dann soweit: Dank Rang 3 hinter Jenson Button und Fernando Alonso wird Sebastian Vettel im fünften Rennen vor Saisonende zum jüngsten Doppel-Weltmeister aller Zeiten. 2012 kann Vettel den Formel-1-Zirkus nicht mehr so dominieren. Seinen ersten Saisonsieg feiert Vettel im vierten Rennen in Bahrain. Doch bis achtletzten Rennen der Meisterschaft kommt kein Sieg dazu. Fernando Alonso weist zu diesem Zeitpunkt mit 179 Zählern einen Vorsprung von 39 Punkten auf den Deutschen aus. Dann gibt Vettel aber Gas: In Singapur, Japan, Südkorea und Indien gewinnt er viermal in Serie und übernimmt die WM-Führung. Nach Rang 3 in Abu Dhabi könnte der Deutsche bei der Premiere in Austin (Texas) in seinem 100. GP vorzeitig Weltmeister werden. Doch er wird «nur» Zweiter und nimmt ins letzte Saisonrennen in Sao Paulo 13 Punkte Vorsprung auf Fernando Alonso mit. Am 25. November ist es soweit: Sebastian Vettel sichert sich den Weltmeistertitel in Sao Paulo - es ist sein dritter in Folge. Die Saison 2013 läuft für Vettel nach Plan: Bei Hälfte der zu fahrenden Rennen hat sich der Deutsche bereits einen guten Vorsprung erarbeiten können. Beim GP von Japan hat er den ersten Matchball für den vierten Weltmeistertitel in Folge. Diesen kann er noch nicht nutzen. Vettel hat es wieder geschafft: Am 27. Oktober krönt sich der Deutsche in Indien zum vierten Mal in Serie zum Weltmeister. Am 10. Dezember 2013 wird bekannt, dass Vettel zum ersten Mal Vater wird.

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Es war eines der spannendsten Formel-1-Rennen, der Ausgang dann aber doch irgendwie logisch: Sebastian Vettel feierte dank seinem 6. Platz beim letzten GP des Jahres 2012 in São Paulo seinen dritten WM-Titel in Serie. Es wird wohl nicht sein letzter gewesen sein.

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Vettel ist der neunte Fahrer der Geschichte, der einen Titel-Hattrick schaffte. Mit 25 Jahren und 145 Tagen ist er aber mit Abstand der Jüngste, dem dies gelungen ist. Der bisherige Rekordhalter Ayrton Senna sowie Michael Schumacher waren bei ihren dritten Triumphen bereits 31-jährig. Während Schumi für seine drei Titel sieben Jahre brauchte und Senna deren acht, schaffte es der in der Schweiz (Ellighausen, Thurgau) wohnhafte Deutsche in fünf Saisons.

Schumi der erste Gratulant

Der mit dem gestrigen Grand Prix zurückgetretene Schumacher war es dann auch, der dem einstigen «Baby-Schumi» als Erster zum erneuten WM-Titel gratulierte. Die beiden lagen sich in den Armen und klopften sich auf die Schultern und an ihre Helme. Schumacher sieht in Vettel durchaus seinen Nachfolger: «Er wird meine Rekorde brechen», sagte der siebenfache Weltmeister, dessen zweite Karriere in den letzten drei Jahren nicht nach Wunsch verlief, nach seinem letzten Rennen.

Eine Frage der Zeit

Während für Schumi mit 43 Jahren Schluss ist, hat Vettel als 25-Jähriger nun alle Zeit der Welt, die Rekorde seines früheren Idols zu brechen. Jüngster GP-Sieger, der jüngste Fahrer, der einen Podestplatz einfuhr, sowie der jüngste Pilot, der einen WM-Punkt errang, der ein Rennen anführte und der sich eine Pole-Position sicherte, ist der frischgebackene Weltmeister schon.

Einige Titel wird Vettel Schumacher aber nicht so schnell entreissen. Nebst den sieben Weltmeisterschaften fuhr Schumi in 307 Rennen 91 Siege und 68 Pole-Positions heraus. Der Pilot der Roten Bullen liegt nach der Saison 2012 bei 26 Siegen und 36 Pole-Positions. Ausserdem stand Schumacher 155 Mal auf dem Podest und realisierte 77 schnellste Runden. Vettel weist in seinen 101 Rennen bisher 15 schnellste Runden aus und stand 46 Mal auf dem Treppchen.

Interessant wird auch zu beobachten sein, ob Vettel in der Saison 2013 erneut die Titelverteidigung gelingt. Falls ja, ob so knapp wie dieses Jahr oder so souverän wie in der Saison 2011. Mit vier WM-Titeln würde der Deutsche mit dem Franzosen Alain Prost gleichziehen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lars P. am 26.11.2012 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    Wird nicht recht akzeptiert

    Vettel hat nicht die Persönlichkeit eines Schumis. Er wird sicher sehr erfolgreich, aber irgendwie wird man ihn doch doch nicht zu den Besten zählen. Jeder weiss ja schon jetzt, dass eigentlich Alonso und Hamilton besser sind.

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  • Nando90 am 26.11.2012 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    Forza Fernando

    An alle die Alonso Unsympatisch nennen, ich weiss nicht ob Ihr keine Augen im Kopf habt. Ich will nicht sagen ich wäre der, der am besten drauskommt, aber ich kann von mir behaupten, dass ich jedes Rennen von Alonso in der F1 gesehen habe. Was er in diesem Ferrari leistet unglaublich. Und anstatt sich zu beschweren, hat er immer wieder das Team gelobt. Ich will mal sehen, welcher anderer Fahrer, der genau von sich weiss, dass er besser war, (als Vettel) aber das unterlegenere Material hatte, sich so benehmen würde und immer zum Team steht. Forza Fernando

  • Manuel am 26.11.2012 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    Niemals

    Ich war und bin und werde es immer sein, ein Schumi Fan. Ich finde es so schade, dass er nun wirklich geht. Aber Vettel wird seine Rekorde niemals brechen. Es gibt heute soviele gute Fahrer. Alonso ist einer davon.

Die neusten Leser-Kommentare

  • F. Sterina am 26.11.2012 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    VETTRICK

    Ich geniesse die neiderfüllten Kommentare der Alonso-Fans in vollen Zügen. :-) Vielleicht sollte den etwas an der Haaren herbeigezogenen Vorwurf des überlegenen Autos etwas hinterfragt werden. Es stellt sich dann nämlich die Frage wie Alfonso mit einem angeblich unterlegenen Auto um die WM kämpfen kann? Gehören Defekte nicht auch zum Material? Die roten Bullen und McLaren verzeichneten etliche technisch bedingte Ausfälle. Vettel gehört nun im Gegensatz zum aktuellen Starterfeld nämlich zu den ganz Grossen. ;-) Aber Neid gehört bekanntermassen zur aufrichtigsten Form von Anerkennung.

  • rabb am 26.11.2012 17:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    formel 1 ist nun mal das gesamtpaket!

    Wer F1 weltmeister werden will muss super fahren ein top team haben und das beste auto. das ist die formel 1 basta! vettel ist weltmeister alonso nicht! und für alle die immer noch das gefühl habe alonso ist der beste... denkt mal an die langsamen runden von masa und den getriebewechsel und und... der beste fahrer sollte auch ohne dies den titel holen. man sihe red bull!

  • Ron Dennis am 26.11.2012 16:41 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn das so weitergeht..

    Ja, dann übertrifft er die Rekorde von Schumi. Aber: Es ist schlichtweg undenkbar, dass Vettel ab jetzt jedes Jahr in einem der besten und konstantesten Autos sitzt. Da mag für einige Jahre zutreffen, aber irgendwann kommt wieder ein anderes zum Zug.

  • albert am 26.11.2012 15:03 Report Diesen Beitrag melden

    NEID

    was soll der MIST mit vettel sein kein guter fahrer!!! ehrlich mal!!! vielleicht ist der RB das beste auto, aber so gross kann der unterschied nicht sein. sonst muesste webber ja 1. oder wenigstens 2. sein. ist aber 6.!!!! also haltet mal euren NEID fuer euch selbst.... und aergert euch ruhig.

  • Manuel am 26.11.2012 14:57 Report Diesen Beitrag melden

    Niemals

    Ich war und bin und werde es immer sein, ein Schumi Fan. Ich finde es so schade, dass er nun wirklich geht. Aber Vettel wird seine Rekorde niemals brechen. Es gibt heute soviele gute Fahrer. Alonso ist einer davon.

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