GP von Brasilien

25. November 2012 09:52; Akt: 25.11.2012 21:19 Print

Vettel holt Titel-Hattrick im Chaos-Finale

Sebastian Vettel holt seinen dritten WM-Titel. In einem chaotischen Saisonfinale in Interlagos hält er Fernando Alonso trotz zwischenzeitlichem letzten Rang in Schach.

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Sebastian Vettel ist Weltmeister 2012! Es ist der dritte Titel des Deutschen in Folge. Die Freude beim Team ist riesig. Das Siegesfoto mit dem Team. Und auch die Fans in seiner Heimatstaddt Heppenheim sind ganz aus dem Häuschen. Einer der ersten Gratulanten ist Michael Schumacher, der in Brasilien sein allerletztes Rennen absolviert hat. Man sieht Vettel die Erleichterung an. Bei Fernando Alonso ist hingegen die Enttäuschung nicht zu übersehen. Der GP von Brasilien beginnt mit einer chaotischen Startphase. Sebastian Vettel produziert einen Dreher und muss das Feld von hinten aufrollen - schnell ist der Deutsche aber wieder direkt hinter Alonso aufzufinden. Auch Fernando Alonso gerät kurz später von der Strecke - ohne grössere Folgen. Dann sorgt auch noch der Regen und die entsprechenden Reifenwechsel für chaotische Verhältnisse. Was bei dem turbulenten Rennen beinahe untergeht: Michael Schumacher bestreitet seinen letzten GP. Fernando Alonso (vorne) startet von Position 7, Sebastian Vettel von Platz 4. Vettel schien trotzdem nicht zufrieden zu sein. Alonso dürfte auf Regen hoffen. Danach sieht es zu 95 Prozent aus. Spezielle Zuschauer in Interlagos: Ein Eulenpaar bei ihrem Nest am Streckenrand. Nach den drei freien Trainings hätte Fernando Alonso eigentlich nichts zu lachen: Er war immer langsamer als Sebastian Vettel. Der Titelverteidiger kam allerdings auch nicht an die schnellsten Zeiten heran. Nachdem Lewis Hamilton in den ersten beiden Übungsfahrten der Schnellste war, schlug Jenson Button im dritten freien Training zu. Die erste Bestzeit des finalen Rennwochenendes in Brasilien gehört Lewis Hamilton. Der Brite ist in seinem McLaren aber nur einen Wimpernschlag schneller als die Konkurrenz. 0,009 Sekunden fehlen WM-Leader Sebastian Vettel in der Endabrechnung. Auch Fernando Alonso ist mit dabei. Der Spanier fährt mit rund zwei Zehntel auf den fünften Rang.

Die Entscheidung beim GP von Brasilien.

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Sebastian Vettel ist zum dritten Mal in Folge Formel-1-Weltmeister. Dem Deutschen reicht dafür beim von Jenson Button gewonnenen Saisonfinale in Brasilien Platz 6.

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Vettels Konkurrent Fernando Alonso wurde in einem phasenweise chaotisch verlaufenen, wie erwartet vom Regen beeinflussten Rennen Zweiter. Der Spanier hätte aufgrund von Vettels Klassierung das Rennen gewinnen müssen, um seinerseits zum dritten Mal Weltmeister zu werden. Der Regen nahm zweimal Einfluss auf das Geschehen auf dem Rundkurs im Autodromo José Carlos Pace - zu Beginn des Rennens und im letzten Fünftel des Pensums. Dass die Prüfung nach einem Unfall von Paul di Resta im Force India hinter dem Safety-Car endete, passte zur dramatischen Finalissima.

Vettel in speziellem Trio

Drei Titel in Folge - das hatten vor Vettel lediglich zwei Fahrer geschafft. Der Argentinier Juan-Manuel Fangio, der sich die Krone insgesamt fünfmal sicherte, hatte von 1954 bis 1957 vier Titel ohne Unterbruch gewonnen. Michael Schumacher, mit sieben Gesamtsiegen Rekordchampion, war von 2000 bis 2004 sogar fünfmal hintereinander Weltmeister geworden. Vettel seinerseits darf sich rühmen, der mit Abstand jüngste Dreifach-Champion in der Formel 1 zu sein. Mit 25 Jahren und 146 Tagen ist er mehr als sechs Jahre jünger als der bisherige Rekordhalter Ayrton Senna bei seinem dritten Titel. Schumacher war bei seinem dritten WM-Triumph wie Senna 31 Jahre alt.

Viel Glück in Runde 1

Wenig fehlte, und für Vettel wäre der Traum vom neuerlichen Titel schon in der ersten Runde geplatzt. Der Hesse fiel nach einem Dreher, hervorgerufen durch ein Rencontre mit dem Williams mit Bruno Senna, an den Schluss des Feldes zurück, hatte aber das grosse Glück, dass der Red Bull nicht gravierend beschädigt wurde. Für Senna bedeutete der Zwischenfall dagegen das schnelle Aus - genauso wie für Sergio Perez, der bei seinem letzten Einsatz für das Team Sauber ebenfalls mit dem Brasilianer ins Gehege gekommen war.

Kobayashis versöhnlicher Abschluss

Kamui Kobayashi dagegen gelang ein versöhnlicher Abschluss als Fahrer der Zürcher Equipe. Der nicht weiterverpflichtete Japaner wurde für eine beherzte Vorstellung, die auch gelungene Überholmanöver gegen Vettel und Alonso beinhaltete, mit Rang 9 belohnt. Kobayashi steuerte damit zwei Punkte für die Teamwertung bei, in der Sauber die Saison hinter Mercedes auf Platz 6 abschliesst. Michael Schumacher im einen Auto mit dem Stern verabschiedete sich mit einem 7. Rang aus der Formel 1.

Button siegt zum dritten Mal

Button feierte seinen dritten Sieg in der laufenden Saison und den 15. insgesamt. Sein Teamkollege, der aus der Pole-Position gestartete Lewis Hamilton, wurde nach einer von Nico Hülkenberg verursachten Kollision nach 55 der 71 Runden in Führung liegend zur Aufgabe gezwungen. Der zukünftige Sauber-Fahrer Hülkenberg, der mit einer sogenannten Drive-Through-Strafe noch Fünfter wurde, hatte schon zuvor für Aufsehen gesorgt. Nach einem Drittel der Distanz hatte er als Führender zusammen mit Button rund 45 Sekunden Vorsprung aufgewiesen. Die grosse Marge hatte ihren Ursprung im Entscheid der beiden, trotz zwischenzeitlichem Nieselregen auf den Wechsel auf Intermediate-Reifen zu verzichten. Weil das Rennen aber durch den Safety-Car, dessen Einsatz zur Räumung verschiedener Trümmerteile nötig wurde, zu jenem Zeitpunkt ein erstes Mal neutralisiert wurde, war die grosse Marge dahin. Hülkenberg verteidigte die Führung auch nach der Freigabe erfolgreich - bis er nach einem Fahrfehler von Hamilton überholt wurde.

Grand Prix von Brasilien in São Paulo:
1. Jenson Button (Gb), McLaren-Mercedes
2. Fernando Alonso (Sp), Ferrari
3. Felipe Massa (Br), Ferrari
4. Mark Webber (Au), Red Bull-Renault
5. Nico Hülkenberg (De), Force India-Mercedes
6. Sebastian Vettel (De), Red Bull-Renault
7. Michael Schumacher (De), Mercedes
8. Jean-Eric Vergne (Fr), Toro Rosso-Ferrari
9. Kamui Kobayashi (Jap), Sauber-Ferrari
10. Kimi Räikkönen (Fi), Lotus-Renault

WM-Schlussklassement:
1. Vettel 281.
2. Alonso 278.
3. Räikkönen 207.
4. Hamilton 190.
5. Button 188.
6. Webber 179.
7. Massa 122.
8. Grosjean 96.
9. Rosberg 93.
10. Perez 66.
11. Hülkenberg 63.
12. Kobayashi 62.

Teams:
1. Red Bull-Renault 460.
2. Ferrari 400.
3. McLaren-Mercedes 378.
4. Lotus-Renault 303.
5. Mercedes 142.
6. Sauber-Ferrari 126.
7. Force India-Mercedes 109.
8. Williams-Renault 76.
9. Toro Rosso-Ferrari 26.

(si)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • F1 Fan am 26.11.2012 00:55 Report Diesen Beitrag melden

    Es zählt was hinten raus kommt...

    Das ganze Lamentieren ist muessig. Wer am Ende vorne steht ist verdienter Weltmeister, ohne hätte, wenn und aber. Wer es dann noch dreimal hintereinander schafft, hat den Respekt verdient.

  • Champion am 25.11.2012 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weltmeister Vettel

    Alonso Fans können es nicht wahr haben das Vettel besser ist. Und immer die Ausrede mit dem Auto ist dich lächerlich 3 x hintereinander Weltmeister werden liegt nicht nur am Auto sondern auch am Fahrer.wenn es am Auto liegen würde wäre Webber 2. in der Weltmeisterschaft

    • Mike am 26.11.2012 08:32 Report Diesen Beitrag melden

      @Champion

      Das gleiche gilt ja wohl auch für Massa der es im Gegensatz zu Webber nicht einmal auf einen Sieg in der laufenden WM brachte. Überhaupt begreife ich nicht warum Red Bull und Ferrari nur auf einen Piloten setzten. Würde zu gerne einen Hamilton mit Vettel im gleichen Team sehen. Dem Deutschen würden wohl schnell graue Haare wachsen.

    • Champion am 26.11.2012 12:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @mike

      Massa muss auch immer langsam fahren das Alonso ihn überholen kann....

    einklappen einklappen
  • Stjepan am 25.11.2012 21:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konstant..?

    Wenn hamilton eine konstante leistung bringen würde, wäre er bestimmt um die WM-Punkte vorne mitgefahren..

  • Alonso-Fan am 25.11.2012 20:51 Report Diesen Beitrag melden

    Glückwunsch!

    Das war über die Saison gesehen eine reife Leistung von Vettel, auch wenn mir Alonso lieber gewesen wäre. Glückwunsch, Seb! Und nächstes Jahr: Auf ein Neues!

  • Das Otzelot am 25.11.2012 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Absolut verdient

    Absolut verdienter Titel für Vettel. Den ohne die lächerliche Stallorder von Ferrari wäre Alonso die letzten 5 Rennen alle hinter Massa gelandet.

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