Nicht zu bremsen

05. November 2012 07:54; Akt: 05.11.2012 10:51 Print

Der dritte Platz war Vettel nicht genug

Mit einer grandiosen Aufholjagd fährt Sebastian Vettel in Abu Dhabi aufs Podest und verteidigt die WM-Führung. Fernando Alonso ist nach dem Rennen bedient.

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Kimi Räikkönen gewinnt den GP von Abu Dhabi: Er reiht sich als achter GP-Sieger der Saison ein. Es ist zudem der erste Sieg des Finnen seit seiner Rückkehr in den Formel-1-Zirkus. Der ruhige Finne kann seinen Erfolg wohl kaum fassen. Fernando Alonso fährt auf den zweiten Rang. Nach ein Aufholjagd schnappt sich Vettel kurz vor Schluss den letzten Podestplatz. Der Start zum GP von Abu Dhabi verläuft nach dem Geschmack von Hamilton (vorne) und Kimi Räikkönen, der einige Plätze gutmachen kann. Derweil kommt es auf den hinteren Rängen zu einigen Rencontre. Ein Crash von Nico Rosberg sorgt für eine lange Safety-Car-Phase. So sah der Crash von Nico Rosberg und Narain Karthikeyan aus. Während der Safety-Car-Phase fabriziert Vettel ein Beinahe-Crash und muss sich darauf in die Box begeben - und wieder ganz hinten anfangen. Dann schlägt das Pech bei Lewis Hamilton zu: Der McLaren-Pilot liegt deutlich in Führung. Doch dann gibt sein Bollide den Geist auf. Kimi Räikkönen übernimmt in diesem Moment die Spitze. Vettel zeigt eine beherzte Aufholjagd und kommt wieder an die Spitzenfahrer heran. Am Ende fährt er hinter Räikkönen und Alonso auf Rang 3. Damit kann der Spanier im WM-Rennen nur 3 Punkte auf den Deutschen gutmachen. Lewis Hamilton sichert sich die Pole Position fürs Rennen am Sonntag. Sebastian Vettel fährt auf den 3. Platz. Der WM-Leader wird später wegen zu wenig Benzin im Tank auf den letzten Startplatz zurückversetzt. Fernando Alonso belegt im Qualifying nur Platz 7. Sergio Perez wird im Sauber 11. Kamui Kobayashi 15. Beim dritten freien Training am Samstag ist WM-Leader Sebastian Vettel lange Zeit nur Zuschauer. Erst vier Minuten vor Schluss kann er ins Geschehen eingreifen, stellt dann aber doch noch die drittbeste Zeit auf. Die beiden McLaren-Piloten Lewis Hamilton und Jenson Button dominieren das Training. Sebastian Vettel stellt im Training am Freitag die Bestzeit auf. Fernando Alonso fährt dagegen nicht so schnell, wie die Sonnenuntergangsstimmung schön ist. Zweitschnellster ist Lewis Hamilton (r.) am Freitag. In Abu Dhabi wird alles für den Formel-1-GP rausgeputzt. Ein Maskottchen soll zudem für Stimmung sorgen. Sebastian Vettel kann gut lachen: Er hat schöne Erinnerungen an den GP von Abu Dhabi. Konkurrent Fernando Alonso sieht im Vorfeld des Rennens allerdings auch entspannt aus. Sein Team versucht derweil den Boliden in Topform zu bringen. Doch auch in der Red-Bull-Werkstatt wird fleissig gearbeitet. Für Sauber-Pilot Kamui Kobayashi ist das Ziel in Abu Dhabi klar: Es müssen wieder Punkte her.

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Fernando Alonso hatte nicht mit einer solchen Aufholjagd Sebastian Vettels gerechnet. Als der Spanier aber kurz vor Rennende per Funk mitgeteilt kriegte, dass der Red Bull gerade den hinter ihm fahrenden McLaren von Jenson Button überholt habe, muss sich Alonso wie im falschen Film vorgekommen sein. «Button hat geschlafen und Vettel ist an ihm vorbei», klagte Alonsos Renningenieur im besagten Funkspruch.

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Die Stimmung der Top 3 nach der Zielankunft beim GP von Abu Dhabi war stark unterkühlt. Nach dem obligaten Handshake kehrte Alonso Vettel und Sieger Kimi Räikkönen den Rücken. Während sich der Spanier den Kopf mit Wasser übergoss und dabei kein Lächeln übrig hatte, alberte Vettel mit dem sonst schweigsamen und unterkühlten Finnen ausgelassen rum. Alonso nervte sich und es war ihm egal, dass es die ganze Welt sehen konnte.

Dabei sah es so gut aus für den Mann aus Asturien. Am Vorabend um 23 Uhr wurde Vettel mitgeteilt, dass er aufgrund einer Benzinpanne im Qualifying von Rang drei in die letzte Startreihe zurückversetzt wird. «Ich lege mich jetzt schlafen und muss morgen schauen, was noch geht», sagte Vettel nach dem Urteil niedergeschlagen. Alonso, von Rang sechs gestartet, wird eine ruhigere Nacht am Persischen Golf verbracht haben.

Sebastian ist ein echter Rennfahrer

«Wir wussten, wie konstant Fernando in dieser Saison ist. Es war klar, dass er aufs Podest fährt», so Red-Bull-Boss Christian Horner. Die Österreicher drillten Vettels Bolide über Nacht auf Angriff, um Schadensbegrenzung zu betreiben. Eine Handvoll Punkte wurden angestrebt. Das Vorhaben drohte gleich zweimal zu scheitern. Zweimal beschädigte sich Vettel bei Kollisionen den Frontflügel, zweimal musste er das Feld von Neuem aufmischen.

«Wenn es Zweifel daran gab, dass Sebastian ein echter Rennfahrer ist, heute hat er diese aus dem Weg geräumt. Ich hatte Angst, dass er (Alonso, Anm. d. Red.) uns 10 bis 15 Punkte abknöpft», so Horner überglücklich. Vettel habe ein fantastisches Rennen gezeigt. «Das war eines der besten Rennen seiner Karriere.» Für den 23-jährigen Wahlschweizer hätte es noch mehr sein dürfen. «Das Ziel war es, das Rennen zu gewinnen. Da waren nur drei Autos vor mir», so Vettel gemäss «BBC».

Das Glas ist eher halb voll als halb leer

Auch Alonso hat in den Vereinigten Arabischen Emiraten einmal mehr eine einwandfreie Leistung abgeliefert. Dennoch ging seine Rechnung nicht auf. Weiter fehlen dem Spanier zehn Punkte auf Vettel. Von Platz sechs gestartet fährt er zwar auf Platz zwei vor. Mehr konnte er aber nicht tun. «Heute werde ich mit dem Gedanken, dass das Glas eher halb voll als halb leer ist, zu Bett gehen. Das war das Bestmögliche, das wir erreichen konnten. Wir waren nicht wirklich konkurrenzfähig an diesem Wochenende.»

Dennoch weiss der 31-jährige Spanier haargenau, dass er und sein Team eine dicke Chance verpasst haben. «Ich weiss, wir sind nicht schnell genug, aber ich werde weiter kämpfen.» Zwei Rennen bleiben dem Ferrari-Pilot und Weltmeister von 2005 und 2006. In zwei Wochen geht es in Austin (Texas) weiter. Eine neue Strecke. Danach folgt das Saisonfinale in São Paulo. Wie Ferrari die roten Bullen stoppen will, ist fraglich.

Abu Dhabi. Grand Prix der Vereinigten Arabischen Emirate:
1. Kimi Räikkönen (Fi), Lotus-Renault.
2. Fernando Alonso (Sp), Ferrari, 0,8 Sekunden zurück.
3. Sebastian Vettel (De), Red Bull-Renault, 4,1.
4. Jenson Button (Gb), McLaren-Mercedes, 7,7.
5. Pastor Maldonado (Ven), Williams-Renault, 13,0.
6. Kamui Kobayashi (Jap), Sauber-Ferrari, 20,0.
7. Felipe Massa (Br), Ferrari, 22,8.
8. Bruno Senna (Br), Williams-Renault, 23,5.
9. Paul di Resta (Gb), Force India-Mercedes, 24,1.
10. Daniel Ricciardo (Au), Toro Rosso-Ferrari, 27,4.
11. Michael Schumacher (De), Mercedes, 26,0.
Ferner: 15. Sergio Perez (Mex), Sauber-Ferrari, 56,7.

Ausgeschieden u.a.: Lewis Hamilton (Gb), McLaren-Mercedes; Romain Grosjean (Fr/Sz), Lotus-Renault; Mark Webber (Au), Red Bull-Renault; Nico Hülkenberg (De), Force India-Mercedes; Nico Rosberg (De), Mercedes.

WM-Stand (18/20). Fahrer:
1. Vettel 255.
2. Alonso 245.
3. Räikkönen 198.
4. Webber 167.
5. Hamilton 165.
6. Button 153.
7. Massa 95.
8. Rosberg 93.
9. Grosjean 90.
10. Perez 66.
11. Kobayashi 58.
12. Hülkenberg 49.
Teams:
1. Red Bull-Renault 422.
2. Ferrari 340.
3. McLaren-Mercedes 318.
4. Lotus-Renault 288.
5. Mercedes 136.
6. Sauber-Ferrari 124.
7. Force India-Mercedes 95.
8. Williams-Renault 73.
9. Toro Rosso-Ferrari 22.

(als)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Beat Stefan am 07.11.2012 07:27 Report Diesen Beitrag melden

    Alonso der schlechte Verlierer

    Alonso hat wieder einmal gezeigt, dass er ein ganz schlechter Verlierer ist. Nur wer auch solche Niederlagen akzeptieren kann, ist ein würdiger Weltmeister. In diesem Sinne wünsche ich Vettel die erfolgreiche Verteidigung des Titels. Der beste Fahrer soll gewinnen, nicht der sympatischere (sollte beim Gewinn keine Rolle spielen, obwohl mir Vettel sympatischer ist als Alonso, der mit mindestens gleich vielen Tricks in der Vergangenheit brillierte).

    • Dario Keller am 07.11.2012 16:01 Report Diesen Beitrag melden

      Obiektiv

      Mir sind beide als Menschen nicht sympatisch. Obiektiv gesehen, ist jedoch Alonso der bessere Rennfahrer.

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  • Achim am 06.11.2012 02:27 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Kimi, der Held! Hätte er auch gewonnen, wenn Hamilton nicht ausgeschieden wäre? Aber das haben ja alle hier schon vergessen... nur das Vettel so weit vor gekommen ist, lag ja nur daran, dass andere ausgeschieden sind oder ihn "vorbei" gelassen haben, klar... Alonso ist ein Held, Kimi so oder so... und Vettel ist nur ein arroganter, Deutscher Rennfahrer, wie Schumi, Rosberg, Hulk! Merkt ihr eigentlich wie lächerlich ihr immer seit, wenn es um Deutsche Sportler geht? Ist echt traurig... aber typisch! Ach ja... ich freute mich für "The Iceman" Kimi!

  • t.g. am 05.11.2012 15:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    trotzt SC Phasen

    ich hätte es nie geglaubt aber es war eine herrvorragende leistund trotz der SC phasen. bin auch nicht vettel fan

  • Klugsch Eisser am 05.11.2012 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Vettel - der Rechenkünstler???

    «Das Ziel war es, das Rennen zu gewinnen. Da waren nur drei Autos vor mir» Also, wenn er 3. wurde, dann waren doch nur noch 2 Autos vor ihm, oder seh ich das irgendwie falsch?

  • Sprit im Blut am 05.11.2012 14:36 Report Diesen Beitrag melden

    Kimi

    Die Aussage, er wusste er würde aufs Podest fahren, zeigt wieder mal Vettels Überheblichkeit. Ohne Safetycar Phasen wäre er nie und nimmer aufs Podest gefahren. Für mich ist der Mann der Saison ganz einfach Kimi. Er hat gezeigt, was mit einer überlegten Fahrweise möglich ist auch ohne Spitzenauto. Schade kann er nicht mehr Weltmeister werden. Ich freue mich schon auf nächste Saison.

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