Wegen WM-Titel

30. November 2012 16:57; Akt: 01.12.2012 09:46 Print

Red Bull muss über 3 Millionen blechen

Bittere Pille für Red Bull: Das Team von Weltmeister Sebastian Vettel wird mehr als alle anderen Teams in der neuen Saison zur Kasse gebeten.

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Portrait des 19-jährigen Deutschen Sebastian Vettel als Testfahrer beim Formel-1-Team BMW-Sauber im August 2006. Im ersten freien Training beim GP der Türkei 2006 markierte Vettel zum Einstieg in die Formel 1 gleich mal die Bestzeit. In Interlagos 2006 würdigte Vettel noch sein Vorbild Michael Schumacher auf der Rückseite des Heckflügels. Zum Abschluss der Saison 2006 servierte Vettel zusammen mit Robert Kubica (l.) und Nick Heidfeld (r.) Käse in Flims. Vorstellung des BMW Sauber F1 Teams zur Saison 2007, Vettel war zu dieser Zeit noch immer Testfahrer. Sebastian Vettel während des GP von Kanada, die Rolle als Zuschauer behagte ihm sichtlich nicht. Am 31. Juli 2007 gab Sebastian Vettel den Wechsel zu Toro Rosso bekannt, die Zeit als Testfahrer war vorbei. Beim GP von Ungarn feierte Vettel seine Premiere bei der Scuderia Toro Rosso und holte als Achter gleich seinen ersten WM-Punkt. Der Höhenflug fand seine Fortsetzung - Rang 4 beim GP von Shanghai 2007. Mit dem doppelten Daumen und neuer Frisur feierte der Newcomer seine bisher beste Platzierung. Zusammen mit Michael Schumacher triumphierte Vettel im Dezember 2007 beim Race of Champions Nations Cup. Mit dem Erfolg kommen auch die Grid Girls - Vettel beim GP von Bahrain im April 2008. Im Juli 2008 wurde der Deutsche auch für das alljährliche Charity-Fussballspiel aufgeboten - seine Fussballkünste brachten nicht nur Michael Schumacher zum Schmunzeln. In Hockenheim 2008 gönnte sich der junge F1-Pilot auch gerne mal eine deftige Bratwurst. 2008 holte Vettel beim GP von Monza seine erste Pole-Position - und der Zeigfinger taucht ein erstes Mal im Rampenlicht auf. Vettel liess sich nicht lumpen und krönte das Wochenende in Monza gleich mit seinem 1. GP-Sieg seiner F1-Karriere. Die Freude war gross - endlich da angekommen, wo er schon immer hinwollte, zuoberst aufs Podest bei den Besten. Das liess auch Peter Sauber nicht kalt, der Vettel von Herzen zur Premiere gratulierte. Mit dem Erfolg kamen auch die Verpflichtungen: Vettel zusammen mit Schauspielerin Salma Hayek und Modedesigner Karl Lagerfeld bei «Wetten dass...». Der mittlerweile in der Schweiz in Walchwil wohnhafte Formel-1-Pilot wurde zuhause von Alphornbläsern empfangen. Auf die Saison 2009 folgte der Aufstieg von Toro Rosso zu Red Bull - Posieren mit Teamkollege Mark Webber. Beim GP von China im April 2009 gab Vettel seinem Teamkollegen gleich den Tarif bekannt und holte seinen ersten GP-Sieg für das neue Team. In Budapest durfte sich der Schweizer Sebastian Buemi zu seinem Namensvetter setzen - im Rahmen der Red Bull Street Parade. Im Juni 2009 feierte Vettel seinen zweiten Saisonsieg beim GP von Silverstone. Im Oktober 2009 folgte der dritte Streich - Sieg auf dem Suzuka Circuit in Japan. Auch in Abu Dhabi 2009 sah Vettel als erster die Zielflagge. Vettel liess sich von der Menge feiern und streckte wieder mal seinen Zeigfinger in die Höhe. In der Saison 2010 musste Vettel nicht lange auf den ersten Sieg warten - Erster beim GP von Malaysia. Aber es lief auch nicht immer alles rund - beim GP in Istanbul kollidierte der Deutsche mit Teamkollege Webber. Und das Gemüt erhitzte sich bei Vettel über Gebühr. Auch beim GP von Kanada liefs für Vettel nicht rund - zu Fuss gings an die Box zurück. Im Juni 2010 fand Vettel in Valencia beim GP von Europa aber wieder zum Siegen zurück. In Spa musste der Heissporn aber wieder Lehrgeld bezahlen und crashte mit Jenson Button zusammen. In Suzuka grüsste Vettel dann aber schon wieder von zuoberst auf dem Podest. Vettel siegte auch in Brasilien 2010 und setzte seinen Gegnern die Hörner auf. Zum Saisonabschluss in Abu Dhabi krönte sich Vettel erstmals zum Weltmeister. Die Freude war gross, Vater Norbert umarmte seinen Sohn so fest er nur konnte. Auch Sebastian war vom Erfolg überwältigt und musste ein paar Tränen lassen. Dann wurde der jüngste Formel-1-Champion der Geschichte aber von seinem Team feuchtfröhlich gefeiert. Da konnte auch das einstige Idol Schumacher nicht hintenanstehen. Er gratulierte Vettel zu seinem Titel. Der Triumph hatte Folgen: Sein Heimatort Heppenheim wurde kurzfristig in Vettelheim umgetauft. Vettel wurde zudem in Deutschland zum Sportler des Jahres gewählt. Bei der Präsentation zur neuen Saison posiert der Weltmeister stolz mit der Nummer 1. Zum Auftakt in Australien gab sich Vettel von der coolen Seite. In Australien muss ein Champion nicht nur schnell fahren können, auch das Schafe-Scheren will gelernt sein. Vettel zeigte gleich zum Saisonauftakt, wen es in der Saison 2011 zu schlagen gilt, und siegte beim GP von Australien überlegen. Grund genug, wieder mal den Zeigefinger hervorzunehmen ... Am 10. April 2011 holte sich Vettel beim GP von Malaysia gleich den nächsten Sieg und bekam von Jenson Button eine Champagner-Dusche. Sieg in Istanbul 2011: Der Deutsche gewinnt sein drittes Saisonrennen. Und im fünften Grand Prix folgt der vierte Sieg: Vettel gewinnt erstmals beim GP von Spanien und Der fünfte Streich folgte sogleich und wurde in Moncaco im Pool gefeiert. Nach einem GP Unterbruch stand Vettel auch beim GP von Europa in Valencia zuoberst auf dem Treppchen. Dann gabs eine «Durststrecke» von drei Rennen, ehe der Deutsche in Spa ... ... und in Monza seine Saisonsiege Nr. 7 und 8 feierte. Auch in Singapur gewinnt Vettel - doch die vorzeitige Sicherung des WM-Titels gelingt ihm nicht. Dem Deutschen fehlt ein winziges Pünktchen zum Double. In Suzuka ist es dann soweit: Dank Rang 3 hinter Jenson Button und Fernando Alonso wird Sebastian Vettel im fünften Rennen vor Saisonende zum jüngsten Doppel-Weltmeister aller Zeiten. 2012 kann Vettel den Formel-1-Zirkus nicht mehr so dominieren. Seinen ersten Saisonsieg feiert Vettel im vierten Rennen in Bahrain. Doch bis achtletzten Rennen der Meisterschaft kommt kein Sieg dazu. Fernando Alonso weist zu diesem Zeitpunkt mit 179 Zählern einen Vorsprung von 39 Punkten auf den Deutschen aus. Dann gibt Vettel aber Gas: In Singapur, Japan, Südkorea und Indien gewinnt er viermal in Serie und übernimmt die WM-Führung. Nach Rang 3 in Abu Dhabi könnte der Deutsche bei der Premiere in Austin (Texas) in seinem 100. GP vorzeitig Weltmeister werden. Doch er wird «nur» Zweiter und nimmt ins letzte Saisonrennen in Sao Paulo 13 Punkte Vorsprung auf Fernando Alonso mit. Am 25. November ist es soweit: Sebastian Vettel sichert sich den Weltmeistertitel in Sao Paulo - es ist sein dritter in Folge. Die Saison 2013 läuft für Vettel nach Plan: Bei Hälfte der zu fahrenden Rennen hat sich der Deutsche bereits einen guten Vorsprung erarbeiten können. Beim GP von Japan hat er den ersten Matchball für den vierten Weltmeistertitel in Folge. Diesen kann er noch nicht nutzen. Vettel hat es wieder geschafft: Am 27. Oktober krönt sich der Deutsche in Indien zum vierten Mal in Serie zum Weltmeister. Am 10. Dezember 2013 wird bekannt, dass Vettel zum ersten Mal Vater wird.

Die Karriere von Sebastian Vettel.

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Der Formel-1-WM-Titel kommt das Red-Bull-Team teuer zu stehen. Zum Fristende am Freitag musste der Rennstall mit Fahrer-Weltmeister Sebastian Vettel eine Startgebühr in Rekordhöhe für die Saison 2013 an den Automobil-Weltverband (FIA) entrichten.

Nach Berechnungen des Fachmagazins «Autosport» wurden für Red Bull wegen der Reform des Gebührensystems 3,26 Millionen Dollar fällig. Die FIA verlangt für das kommende Jahr von jedem Team einen Fixbetrag von 500'000 Dollar. Red Bull muss als Konstrukteurs-Weltmeister dazu 6000 Dollar für jeden seiner 460 Zähler locker machen, die restlichen Teams 5000 pro Punkt. Sauber, die Nummer 6 der Konstrukteurswertung, wurde für die 126 Punkte deshalb mit 1,13 Millionen Dollar zur Kasse gebeten.

Bisher hatte jedes Team lediglich 400'000 Dollar pro Saison als Startgeld an die FIA überweisen müssen.

(si)

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