Showdown in der Formel 1

22. November 2012 13:53; Akt: 22.11.2012 13:53 Print

Alonsos offene Rechnung mit Vettel

Der Formel-1-Titelkampf zwischen Sebastian Vettel und Fernando Alonso wird im letzten Rennen entschieden. Bereits 2010 war das so, damals allerdings mit umgekehrten Vorzeichen.

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Fernando Alonso unterschreibt beim italienischen Rennstall Minardi. Sein Manager Flavio Briatore, Teamchef von Benetton, vermittelt dem damals 19-jährigen das Cockpit. Alonso holt zwar während der Saison 2001 keinen einzigen Punkt, macht aber mit guten Qualifying-Ergebnissen auf sich aufmerksam. Ein Jahr später wechselt Alonso als Testfahrer zu Renault. Das Team ist aus dem ehemaligen Benetton-Rennstall hervorgegangen und wird von Alonsos Manager Briatore geführt. Dort muss er sich mit der Reservistenrolle begnügen: Jarno Trulli (l.) und Jenson Button (r.) bilden das Fahrerduo. Der junge Alonso posiert in der Mitte etwas schüchtern. Im darauffolgenden Jahr bildet der Spanier zusammen mit Trulli das Duo bei Renault. In seinem zweiten Rennen, beim GP von Malaysia, holt Alonso die erste Pole Position seiner Karriere. Im Rennen reicht es «nur» für Platz drei. Alonso ist der erste Spanier, der in der Königsklasse eine Podestplatzierung herausfährt. Beim GP von Ungarn gewinnt der 22-Jährige den ersten Grand Prix seiner Karriere. Damit ist der der jüngste Fahrer, der bis dahin ein Formel-1-Rennen gewonnen hat. Alonso beendet die Saison mit 55 Punkten auf dem guten sechsten Platz. Noch ein Erfolg: Der Spanier punktete in jedem WM-Lauf, bei welchem er die Zielflagge sah. Trulli (r.) holt 33 Punkte und wird Achter in der Gesamtwertung. Seine zweite Saison verläuft weniger erfolgreich. Alonsos beste Platzierung ist ein zweiter Platz in Magny-Cours, dennoch belegt er in der WM-Klassierung Ende Jahr den ausgezeichneten vierten Platz. Mit Giancarlo Fisichella kriegt Alonso einen neuen Teamkollegen. Insgesamt sieben Siege, fünft zweite und drei dritte Plätze fährt Alonso 2005 heraus. Im drittletzten Rennen der Saison, beim GP von Brasilien in Sao Paolo, holt sich Alonso mit einem dritten Platz vorzeitig den WM-Titel. Mit 24 Jahren ist der Spanier der bis dato jüngste Formel-1-Champion. Schon zu Beginn der neuen Saison gibt der Spanier bekannt, dass er Renault zum Jahresende in Richtung McLaren verlassen wird. Briatore wird nicht länger sein Manager sein. Sein härtester Konkurrent in der Saison 2006 ist Michael Schumacher. Die beiden liefern sich bis zum Schluss ein Kopf-an-Kopfrennen. Alonso sichert sich beim Saisonfinale in Brasilien mit einem zweiten Platz die Titelverteidigung. Das teaminterne Duell mit Fisichella entscheidet der Spanier mit 134 zu 72 Punkten klar für sich. In seiner Heimat Oviedo wird der Doppelweltmeister wie ein König in Empfang genommen. Tapetenwechsel: Das neue Fahrerduo von McLaren mit Alonso und dem jungen Lewis Hamilton (r.) in seiner ersten Saison. Der Brite stösst als amiterender Meister der GP2-Serie dazu. Die Saison beginnt fantastisch. Nach dem zweiten Platz in Australien gewinnt Alonso das zweite Rennen in Malaysia und übernimmt sogleich die WM-Führung. Danach ist es immer mehr Hamilton, der innerhalb des Teams den Ton angibt. Nach dem neunten Rennen hat der Brite 70 Punkte und Alonso 58 Punkte auf dem Konto. Im zweiten Teil der Saison verschlechtert sich die Situation zwischen den beiden Piloten immer mehr. Alonso beschwert sich gar, dass McLaren Hamilton bevorzugt. Alonso, wie auch Hamilton müssen sich im Kampf um den WM-Titel von Kimi Räikkönen im Ferrari geschlagen geben. Der Finne hat am Ende einen Punkt mehr auf dem Konto als die beiden McLaren-Piloten. Zwei Tage nach dem letzten WM-Lauf wird bekannt, dass Alonso das Team nach einem von drei Vertragsjahren verlässt. So kehrt Alonso zu seinem alten Team Renault zurück. Alonso feiert in seiner Rückkehr-Saison zwei Siege mit Renault. Beim GP von Singapur und ... .. in Japan steht er zuoberst auf dem Podest. In der Saison-Endabrechung belegt der Spanier den fünften Platz. Renault ist in der neuen Saison nicht konkurrenzfähig. Das beste Resultat erzielt Alonso in Singapur mit dem dritten Platz. Am selben Tag gibt der Pilot bekannt, dass er das Team Ende Saison verlassen wird. Alonso unterschreibt bei Ferrari einen Dreijahresvertrag. Zusammen mit Felipe Massa, der schon seit 2006 im Team ist, geht die Scuderia in die Saison. Der Spanier legt einen phänomenalen Start hin und gewinnt gleich sein erstes Rennen. In Bahrain feiert Ferrari einen Doppelsieg. Vier weitere Saisonsiege folgen in den kommenden Monaten. Am Schluss reicht es dem Spanier aber nicht zu seinem dritten WM-Titel. Alonso geht zwar als WM-Leader (15 Punkte Vorsprung) in das letzte Rennen in Abu Dhabi, dort wird er aber nur Siebter. Der Titel geht stattdessen an Sebastian Vettel (l.). Damit löst der Deutsche Alonso als bislang jüngster Weltmeister in der Geschichte der Formel 1 ab. Trotz zehn Podestplätzen reicht es Alonso in seiner zweiten Saison nicht unter die Top 3. Dies, weil er nur einen GP gewinnt. Er belegt am Ende der Saison den vierten Rang. In der teaminternen Wertung hat der Spanier aber erneut die Nase vorn. Mit 257 Punkten holt er mehr als doppelt so viele wie Massa (118 Punkte). Alonso hat nach einer schwachen Saison wieder ein besseres Auto zur Verfügung. Die Ausgeglichenheit unter den Teams ist aber gross und der Kampf um die Führung in der WM ein Kopf-an-Kopfrennen. Mit Button, Alonso, Rosberg, Vettel, Maldonado, Webber und Hamilton geht der Sieg in den ersten sechs Rennen an sechs verschiedene Piloten. Ab Saisonhälfte macht Alonso den konstantesten Eindruck und übernimmt die WM-Führung und baut diesen folglich aus. Im Herbst 2012 dreht der Wind aber: Da Vettel die Rennen in Singapur, Japan und Korea allesamt gewinnt, ist der Vorsprung bald weg. Vettel wird schliesslich zum dritten Mal in Serie Weltmeister. Auch in diesem Jahr scheint der Deutsche zu stark zu sein. Vettel ist auf bestem Weg zu seinem vierten Titel. Derweil wird bekannt, dass Alonso mit Kimi Räikkönen in der kommenden Saison einen starken Teamkollegen bekommt.

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Im letzten Rennen der Saison, dem GP von Brasilien, wird entschieden, wer Weltmeister wird - Sebastian Vettel oder Fernando Alonso. 13 Punkte beträgt der Vorsprung des Red-Bull-Piloten. Doch sein spanischer Konkurrent wird bis zum Schluss kämpfen. Vor zwei Jahren musste er nämlich am eigenen Leib erfahren, dass ein solcher Vorsprung, keine Titelgarantie mit sich bringt.

Schon die ganze Saison zeigen sich Alonso und Ferrari kämpferisch. Mit vereinten Kräften haben sie es – trotz dem unterlegenen Auto – geschafft, dass der WM-Kampf erst im letzten Rennen entschieden wird. Nun will das Team die Möglichkeit beim Schopf packen. Denn bei Ferrari weiss man seit 2010, dass in dieser Situation alles möglich ist. Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali erzählt gegenüber «motorsport-aktuell.com»: «Vor zwei Jahren waren wir in einer ähnlichen Situation. Damals waren die Rollen zwischen Vettel und Fernando umgekehrt verteilt.»

Vettel entreisst Alonso den Titel

2010 war es Alonso, der mit einem Vorsprung von 15 Punkten in das letzte Saisonrennen stieg. Der letzte GP fand da noch in Abu Dhabi statt. Es war Vettel, der das Rennen für sich entschied, während der Spanier und sein Team sich mit der Strategie vertan hatten. Alonso blieb hinter Renault-Pilot Witali Petrow hängen und kam nicht über den siebten Platz hinaus. Im letzten Moment schob sich Vettel damit am Ferrari-Pilot vorbei und entriss ihm den schon sicher geglaubten WM-Titel.

Geht es nach Ferrari, soll es in diesem Jahr in São Paolo genau umgekehrt laufen. «Wir müssen perfekt arbeiten, damit wir die Chance nutzen können, falls irgendetwas passiert», meint Domenicali. Man müsse überlegt ans Werk gehen und im Hinterkopf behalten, dass das Team nichts zu verlieren habe. «Wir werden unser Bestes geben, und wenn Sebastian dann gewinnt, werden wir ihm gratulieren», rundet er seine Aussage ab.

Hohe Sicherheitsmassnahmen für die Fahrer

Neben einem spannenden Rennen erwarten die beiden Titelanwärter und ihre Kollegen aber auch grosse Sicherheitsvorkehrungen. São Paolo gilt aufgrund der Drogen-Banden als sehr unsicheres Pflaster. Mehr als 90 Polizisten und 260 Zivilisten sind laut dem Online-Portal der englischen Zeitung «Mirror» in etwas mehr als einem Monat getötet worden. Schon immer waren die Sicherheitsmassnahmen für das Rennen in Brasilien gross. Wie im vergangenen Jahr werden die Formel-1-Piloten, die am Mittwoch in Brasilien ankamen, mit gepanzerten Fahrzeugen und mit Polizeieskorten zur Rennstrecke gebracht.

(fbu)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jan am 22.11.2012 21:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vettel

    Vettel wird dieses ding schon Schaukeln er wird Weltmeister.Mach diesen Alonso fertig.

  • Tomy am 22.11.2012 20:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Go Alonso.... 

    ...und zeigs diesem Vettel.

  • David Gut am 22.11.2012 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer ist besser????

    Was Alonso aus seinem unterlegenen Auto gemacht hat, ist Extraklasse. Meiner Meinung nach ist Alonso der klar bessere Fahrer. Nur hat Vettel ein weit überlegenes Auto. Und da das massgebend ist, hat Vettel auch die Vorteile auf seiner Seite. Aber ich würde den Titel beiden Fahrern gönnen.

    • Urs Meier am 22.11.2012 21:58 Report Diesen Beitrag melden

      Er wird Weltmeister!

      Ja, find ich auch - er soll Weltmeister werden!

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  • Ferrarista am 22.11.2012 16:35 Report Diesen Beitrag melden

    Alonso talentiertester Fahrer..

    Als Ferrarista muss ich Alonso danken, ohne ihn wäre Ferrari noch viel weiter hinten. Alonso ist der Beste Fahrer dieser Formel 1, leider stimmt das Auto nicht. Alonso-Red Bull und die WM wäre schon lange entschieden.. hoffe das nächste Jahr wird Ferrari Alonso ein besseres Auto zur Verfügung stellen.

    • Jan am 22.11.2012 21:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Hopp Vettel

      Meiner Meinung nach hat es Vettel mehr Verdinnt als Alonso. Denkt nur mal alle dran wo Schumacher Weltmeister wurde hatte Alonso nichts besseres zu tun als in den Mittelfinger zu zeigen. Ich drücke Vettel die Daumen hoffe das die Lichtmaschine hält.

    • roman w am 22.11.2012 21:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      go kimi

      alonso ist definitiv ein guter fahrer, für mich persönlich ist aber kimi die nr 1...was der mt dem auto zeigt ist wahnsinn und extraklasse

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  • Vito Sette am 22.11.2012 15:38 Report Diesen Beitrag melden

    I Love Alonso

    Alonso sieht mit Bart und Schnauz so heiss aus! Da schmelze sogar ich als Mann dahin...

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