Tom Lüthi

24. August 2017 05:48; Akt: 24.08.2017 07:10 Print

«Mein Traum ist wahr geworden»

Bevor das Abenteuer MotoGP beginnt, hofft Tom Lüthi auf eine erfolgreiche Abschiedstour.

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Reicht es für den WM-Titel? Drei Rennen vor Schluss weist der Berner einen Rückstand von 19 Punkten auf Franco Morbidelli auf. Lüthi beeindruckt über die ganze Saison gesehen mit konstanten Leistungen, die ihm bereits diverse Podestplätze und einen Sieg (in Brünn) eingebracht haben. Das zahlt sich aus. Am 23. August wird bekannt, dass der 30-Jährige ab der kommenden Saison in der MotoGP-Klasse an den Start geht. Speziell: Sein Teamkollege wird Franco Morbidelli sein. Der Italiener stand Lüthi 2017 bislang vor der Sonne. Er hat die besten Karten, um sich den Titel in der Moto2 zu krallen. Lüthi überzeugt mit konstanten Leistungen und belohnt sich mit vier Saisonsiegen: Katar, Grossbritannien, Japan und Australien. In der Endabrechnung muss er sich nur von Johan Zarco (M.) geschlagen geben. Der Franzose wechselt danach in die MotoGP. Ende 2016 wird bekannt, dass Dominique Aegerter (r.) das Schweizer Team Derendinger Racing Interwetten verlässt. Geballte Schweizer Moto2-Power. Tom Lüthi (M.) bildet neu ein Team mit Dominique Aegerter (l.) und Robin Mulhauser. Der 125er-Weltmeister von 2005 setzt sich im teaminternen Duell klar durch. Dennoch verläuft die erste Saison nach dem Wechsel durchzogen. Lüthi beendet sie im 5. Rang. Lüthi dreht im Herbst auf und gewinnt die Rennen in Japan (Bild) und Valencia. Im WM-Klassement belegt er am Ende Rang 4. Saison 2013: </B> Seit Mai bestreitet Tom Lüthi nach seinem Sturz bei den Tests wieder Rennen. 2013 endet ohne einen GP-Sieg und mit Rang 6 in der WM. Nach dem Unfall bei den Tests will Tom Lüthi die Rückkehr in den GP-Zirkus beim zweiten Rennen in Texas (21.4.) erzwingen. Er muss die Übung aber nach dem ersten Training abbrechen. Die Schmerzen sind zu gross. Jetzt versucht er das Comeback in Jerez am 5. Mai. Die Saison 2013 startet sehr unglücklich. Lüthi wird bei den Testfahrten in Jerez von Ratthapark Wilairot «abgeschossen» und zieht sich eine Schulter- und Armverletzung zu. Er muss operiert werden und verpasst den Saisonstart. Tom Lüthi testete zuvor während drei Tagen seine neue Moto2-Maschine in Valencia. Nach dem Sturz beim zweitletzten GP der Saison in Australien holt Marc Marquez den Titel. Lüthi erreichte in der WM-Wertung 2012 Rang 4. Im ersten Rennen nach der Sommerpause in Brünn fährt Tom Lüthi zum sechsten Mal in dieser Saison auf Podest. Er wird hinter Marc Marquez Zweiter. Tom Lüthi fährt beim GP von Italien zum fünften Mal in der Saison 2012 aufs Podest. In Silverstone läuft es Tom Lüthi nicht nach Wunsch. Nach einem Trainingssturz und Rang 8 im Rennen verliert der Emmentaler am 17. Juni die WM-Führung. Am 3. Juni 2012 übernimmt Tom Lüthi erstmals seit dem WM-Titel 2005 wieder die WM-Führung. Ein zweiter Rang in Barcelona in der Moto2-Klasse reicht dem Emmentaler dazu. Nach einem fünften Rang zum Auftakt und zwei dritten Plätzen gewinnt Tom Lüthi in Le Mans sein erstes Rennen der Saison 2012 und rückt WM-Leader Marc Marquez bis auf zwei Punkte auf die Pelle. Es ist Lüthis siebter Karrieren-Sieg. Die ersten Tests im März 2012 verlaufen für Tom Lüthi verheissungsvoll. Ausserdem sichert ihm Bike-Bauer Eskil Suter in diesem Jahr eine intensivere Betreuung zu. Perfekte Voraussetzungen für den Angriff auf den Moto2-WM-Titel? Ein erfolgreiches Duo spannt noch enger zusammen: Auf die Saison 2012 hin übernimmt Lüthis Freundin Fabienne Kropf die Medienarbeit für den Töff-Star und bringt sich in dessen Vermarktung mit ein. Ihr erster Schachzug: Lüthi fährt nicht mehr Subaru, sondern BMW. Schliesslich beendet Lüthi die Moto2-Saison 2011 als WM-Fünfter. Und er kann es doch noch: Drei Wochen später gewinnt Lüthi gar den GP von Sepang. Es ist der erste Sieg des Emmentalers seit über fünf Jahren! Ende Saison geht es mit Tom Lüthi wieder bergauf: Am 2. Oktober fährt er beim GP von Japan als Dritter zum ersten Mal seit Anfang April wieder in einem Rennen in die Top 3. Mitte September platzt für Tom Lüthi ein Traum: Er wird nächste Saison nicht in der MotoGP fahren. Sein Manager konnte nicht die nötigen finanziellen Mittel organisieren. Es kommt auch Polemik auf: Lüthi werde vom Schweizer Fahrwerkhersteller Eskil Suter zu wenig umsorgt. Allerdings hat dieser dem Emmentaler vertraglich nie eine Sonderbehandlung zugesichert. Doch die Saison geht nicht so verheissungsvoll weiter, wie sie begonnen hatte: Es folgen für Lüthi Stürze und Platzierungen ausserhalb der Top-Ränge. Ein Rückschlag. Beim zweiten Saisonrennen in Jerez muss sich der Emmentaler nur von Stefan Bradl schlagen lassen und fährt auf Rang 2. Zum Auftakt in Katar erreicht Lüthi den dritten Rang und startet somit so gut wie schon lange nicht mehr. Noch vor Saisonstart 2011 wird bekannt, dass Lüthis Manager Daniel Epp fürs kommende Jahr ganz grosse Pläne hegt: Der Emmentaler soll in die «Königsklasse», die MotoGP, aufsteigen. Für die Saison 2011 wechselt Lüthi auf die Maschine des Schweizer Herstellers Suter. In einer Klasse, in der alle die gleichen Motoren besitzen, will er wieder um den Titel mitreden. Lüthi gehört auf der Moriwaki mit fünf Podestplätzen zu den Spitzenfahrern. Er verpasst aber den angestrebten WM-Titel und wird im Klassement mit 156 Punkten Vierter. : Sportlich wird aus der Viertelliterklasse 2010 die neugeschaffene Moto2. Ein Jahr nach der Trennung von Fabienne finden die beiden Ende 2009 wieder zusammen. Lüthi wird Siebter der 250er-Klasse mit 120 Zählern - aber ohne Podestplatz. 2009 gehts wieder etwas aufwärts - zumindest im WM-Klassement. Er holt immerhin 2 Podestränge, aber nur noch 108 Punkte, was in der WM Platz 11 bedeutet. Auch in diesem Jahr kann Lüthi nicht um den Titel mitfahren. Die erste Saison auf der Aprilia läuft nicht optimal: Kein Podestplatz, WM-Rang 8 mit 133 Punkten. In der Saison 2007 wechselt Lüthi in die 250er-Klasse und lernt italienisch, um seine Mechaniker besser zu verstehen. 2007 verliebt sich Lüthi in Fabienne Kropf, Miss Bern 2005. Nach einem Jahr trennt sich das Paar wieder. Er gewinnt ein Rennen und holt 113 Punkte. Das bedeutet WM-Rang 8. Lüthi kann den Titel in der Achtelliterklasse nicht bestätigen. Lüthi bei seiner Teilnahme am Super10Kampf der Sporthilfe. Der Emmentaler erhält die Auszeichnung zum Schweizer Sportler des Jahres 2005. Mit 242 Punkten wird er mit 19 Jahren der sechstjüngste Weltmeister der Geschichte. Er holt fünf Poles, vier Siege und insgesamt acht Podestplätze. 2005 startet Lüthi total durch. Lüthi fährt nie aufs Podest und sammelt nur 14 WM-Punkte. Am Ende bedeutet dies Gesamtrang 25. In diesem Jahr fährt der Schweizer auch einmal aufs Podest. Am Ende ists WM-Rang 15 für ihn. In der Saison 2003 absolviert Lüthi seine erste vollständige Saison. Er holt dabei 68 Punkte. Lüthi, der am 6. September 1986 geboren wurde, absolvierte als 15-Jähriger seine erste Saison in der 125er-Klasse. In sieben Rennen holt er sieben Punkte und WM-Rang 27. Damals ahnte noch niemand, dass hier der nächste Weltmeister sitzt. Als Neunjähriger startete er seine Karriere auf dem Pocket-Bike. Aus Linden im Emmental eroberte Tom Lüthi die Töff-Welt.

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Fehler gesehen?

Zwölf Jahre nach seinem Weltmeistertitel in der 125er-Klasse und zehn Jahre nach seinem Aufstieg in die Moto2 (seit 2010) beginnt für Tom Lüthi ein neues Abenteuer. «Mein Traum ist wahr geworden», bezeichnet der Schweizer seinen Wechsel zum Honda-Privatteam Marc VDS.

Wenn man bedenkt, wie lange der 30-Jährige darauf hingearbeitet hat, ging am Ende alles schnell. Vor zwei Wochen in Spielberg zirkulierten Gerüchte, wonach er zum belgischen Team, für welches heuer der Australier Jack Miller und Tito Rabat, der spanische Moto2-Weltmeister von 2014, fahren, wechseln könnte.

Mittlerweile ist klar, dass es mehr als Gerüchte waren. Sein Manager Daniel M. Epp führte zu diesem Zeitpunkt Verhandlungen. Am Dienstag unterschrieb Lüthi in Anières am Genfersee einen Einjahresvertrag, am Donnerstag in Silverstone wird sein Aufstieg in die Königsklasse offiziell verkündet.

Keine Mitgift

Lüthis Manager, der seinen Schützling seit dessen erstem Grand Prix vor über 15 Jahren eng begleitet, betont, «dass Marc VDS Tom aus sportlichen Überlegungen will. Er ist von all den infrage kommenden Fahrern der klar stärkste. Wir müssen keine Mitgift mitbringen.» Ob das Abenteuer ein, zwei oder drei Jahre dauern werde, werde man sehen, so Epp.

Duell mit dem neuen Teamkollegen

Die ersten Tests stehen Mitte November, unmittelbar nach dem letzten Saisonrennen in Valencia, an. Sein Teamkollege wird ebenfalls ein Rookie sein: Franco Morbidelli. Lüthi ist der härteste Widersacher des 22-jährigen Italieners im Kampf um den WM-Titel in der Moto2. Das Duo wird auf Honda, der Marke, mit welcher der Berner vor zwölf Jahren Weltmeister geworden war, starten.

Vor Silverstone beträgt der Rückstand auf den WM-Leader 26 Zähler. Den Moto2-Titel, es wäre sein erster, hat Lüthi noch nicht abgeschrieben. Mit einem Triumph wie 2016, könnte er im Hinblick auf den Finish ein Zeichen setzen. Dass es eine erfolgreiche Abschiedstournee wird, liegt Lüthi aus einem weiteren Grund am Herzen. «Ich möchte mich bei meinem Schweizer Team bedanken, das mir geholfen hat, auf einem solchen Niveau zu fahren.»

Nach dem Abgang Dominique Aegerters hat das Team binnen eines Jahres beide Zugpferde verloren. «Bis Ende Saison werde ich alles dafür tun, um noch für viele gute Momente zu sorgen», so Lüthi.

Fast 20 Jahre nach Eskil Suter

Zuvor letzter Schweizer Starter in der Königsklasse des Motorradrennsports war Eskil Suter 1998 in der damals noch unter 500 ccm firmierenden Kategorie. Der Zürcher kam damals für das deutsche MuZ-Team in acht Rennen als Ersatz für den verletzten Stammfahrer zum Einsatz. Suter punktete bei drei Gelegenheiten, bestes Resultat war ein 13. Platz.

(jcs/als/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • SMT 990 am 23.08.2017 08:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Neuigkeit

    Ein längst fälliger Schritt für einen hervorragenden Motorrad-Sportler. Ich wünsche Ihm, dass er Material zur Verfügung gestellt bekommt, dass auch Konkurrenz fähig ist.

    einklappen einklappen
  • Jacky am 23.08.2017 08:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tom id GP

    Hammer!!! Das hat er voll und ganz verdient

    einklappen einklappen
  • Fään am 23.08.2017 08:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tom Tom

    juhuuu endlich!! super Tom wünsche dir alles Gute in der Moto GP Klasse!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Walter Müller am 24.08.2017 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich hast Du es Geschäft Tom

    Bravo Tom! Gratuliere Dir von Herzen, dass Dein lang ersehnter Traum doch noch in Erfüllung gegangen ist, ich freue mich jetzt schon auf die Saison 2018, und hoffe Du kommst schnell zu recht mit dem PS-Monster......:-)) ) !!!

  • marko 32 am 24.08.2017 18:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tom Lüthi

    Das wird spannend

  • Toni Mang am 24.08.2017 17:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Willkommen in der Königsklasse

    Ein freudiges Wiedersehen mit Marc Marquez. Nur Mitfahren wird seinen Sponsoren auch nicht reichen.

  • Paul Moser am 24.08.2017 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    Viele PS sind zu bewegen?

    Viele PS sind zu bewegen? Ist es nicht so, dass die (vielen) PS zur Verfügung stehen und damit sich selber bewegen. Sind nicht eher die vielen Kilogramm der schwereren Motorräder zu bewegen?

  • gimmu am 24.08.2017 13:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    an alle nörgler

    Ein schweizer in der motogp! einfach nur geil! wenn man denkt das lüthi bei den 22 besten töfffahrer der welt mitfahren wird obwohl wir diesen sport in der schweiz nicht mal trainieren kann!! wünsche tom und den anderen schweizer töffprofis nur das beste für die zukunft und hoffentlich noch viele erfolge!

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