Schluss mit TV-Analysen

28. November 2017 07:46; Akt: 28.11.2017 08:18 Print

Das steckt hinter Laudas plötzlichem Abgang

Niki Lauda ist nicht mehr Formel-1-Experte bei RTL! Nach 21 Jahren gibt die PS-Ikone das Mikro endgültig ab. Hier die Gründe für seine Entscheidung.

Niki Lauda verkündet seinen Abschied in Abu Dhabi live im TV. (Video: RTL)
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«Ich habe eine persönliche Entscheidung getroffen, und zwar, dass ich nächstes Jahr nicht mehr RTL-Experte sein werde!» Mit diesen Worten schockierte Niki Lauda nach dem Formel-1-Saisonfinale in Abu Dhabi die Motorsport-Fans. 21 Jahre lang analysierte er die Rennen der PS-Königsklasse auf RTL. Jetzt wird sich der 68-Jährige ganz auf seinen Job als Mercedes-Aufsichtsratsboss konzentrieren können. Das sind die Gründe für den Rückzug des dreifachen Weltmeisters.

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Fehlende Perspektive

Der Vertrag von RTL für die TV-Übertragungen der Formel-1-Rennen läuft aus. Um eine Fortsetzung ab 2018 wird gepokert. Die Gespräche laufen seit Monaten, eine Einigung gibt es bisher allerdings noch nicht.

Streit mit den Chefs

Dementsprechend stockten auch die Verhandlungen mit Lauda über eine Fortsetzung des Engagements (geschätztes Honorar: 1 Million Euro). Schon zuvor hatte er Ärger mit den RTL-Bossen. Man einigte sich darauf, dass Lauda nur noch bei 13 Rennen als Experte auftritt.

Schwierige Doppelrolle

Seit September 2012 ist Lauda auch Aufsichtsratsvorsitzender des Mercedes-Teams. Obwohl der Österreicher selbst zehn Prozent des Rennstalls besitzt, trat er stets als neutraler Experte auf – und gab den eigenen Piloten nicht immer uneingeschränkt Rückendeckung. Das gefiel einigen Mitarbeitern bei Mercedes nicht. Ebenso wenig die Tatsache, dass Lauda auch interne Informationen ausplauderte.

Unglückliche Aussagen

Ein Beispiel: Im Juli 2016 bestätigte Lauda auf ServusTV, dass Lewis Hamilton nach der Qualifikation für das Rennen in Baku in seinem Quartier ausgerastet war. Eine Information, die bis dahin nur als Gerücht existierte. Mercedes dementierte umgehend mit einer Pressemitteilung: «Niki be­dau­ert es sehr, wenn da­durch Miss­ver­ständ­nis­se ent­stan­den sein soll­ten. Seine Aus­sa­gen wur­den in einem lo­cke­ren Um­feld ge­tä­tigt und stark aus dem Zu­sam­men­hang ge­ris­sen.»

Reaktionen auf Rücktritt

Fest steht: Fans wie Kollegen bedauern den Abgang Laudas bei RTL. «Ich habe erst gedacht, Niki verarscht mich. Aber dann habe ich ihm tief in die Augen geschaut und gemerkt, dass es ihm ernst ist», sagt Moderatoren-Kollege Florian König. Sebastian Vettel ergänzt: «Er war immer sehr direkt und geradeaus. Aber er wird sicher immer noch seine Meinung sagen, wenn man ihn fragt.» Weltmeister Lewis Hamilton: «Er redet nicht um den heissen Brei herum, sondern sagt klar, was Sache ist. Für mich ist er eine grosse Legende dieses Sports.»

(heute)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • werner zuercher am 28.11.2017 08:20 Report Diesen Beitrag melden

    mann mit rückgrat!

    niki lauda machte schon zu seiner zeit als einer der besten rennfahrer , nie eine mördergrube aus seinem herzen! er lässt sich nie verbiegen. in der heutigen zeit der rückgradlosigkeit vieler menschen eckt er damit sehr oft an! wie auch ein mehmet scholl im fussball. schade das er geht! aber die zeit läuft für jeden irgendwann ab!

  • Heiri 57 am 28.11.2017 08:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorbild und Kämpfer

    Nicki Lauda = Gradlinig, Erlich ,Direkt, Konsequent. Das Zeichnet einen waren Champion aus.Mit seiner Art eckt er hald beim grossteil der Menschen an. Die meisten ertragen eben die Wahrheit nicht die wohlen lieber wischiwaschi hören.

  • tronicson am 28.11.2017 08:21 Report Diesen Beitrag melden

    Niki

    Ich habe an ihm immer bewundert wie ein Mensch seinen Prinzipien treu bleiben kann und immer das unbeschönigt und lakonisch sagt was Sache ist. Sein Schicksal, welches er eigentlich vermieden hätte (hätte man damals am Nürburgring auf ihn gehört in der Fahrerbesprechung) hat er kämpferisch gemeistert. Wenige Menschen haben heute diese Qualitäten die er vereint. Mal sehen was RTL nun macht - schlau wäre wohl, es nun gut sein lassen...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Meier am 28.11.2017 19:58 Report Diesen Beitrag melden

    Niki

    Wir werden weiterhin Interviews von Niki sehen. Er ist auch auf anderen Sendern. ORF, Sky, etc... Ich denke Sie sind verpflichtet Interviews zu geben, halt nur noch ganz kurze.

  • ChriguBern am 28.11.2017 17:37 Report Diesen Beitrag melden

    Schade, nun zu ORF wechseln

    Eigentlich passte mir die ORF-Berichterstattung besser als die zu aufgeblasene RTL-Sendung (mit vielen Werbepausen), doch Niki Laudas Kommentare waren klar und nachvollziehbar. Auch wenn ich kein Ösi-Fan bin, ORF hat nun die besten Formel-1-Sendungen. Danke Niki, werde Dich vermissen.

  • Willi Joller am 28.11.2017 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Show

    Ich war früher sehr oft an F 1 Rennen, zu Jo Sigfferts und Clay Regazzonis Zeiten, heute ist das alles nur noch eine riesen Show mit halben Kindern am Steuer und Fairness ist auch nur noch an einem sehr kleinen Ort.

  • steff am 28.11.2017 16:07 Report Diesen Beitrag melden

    Miesepeter

    Sorry, aber wenn ich frustrierte Miesepeter sehen will, gehe ich arbeiten. In der Freizeit muss ich mehr solche Leute nicht auch noch antun.

  • Urs der Nörgeli am 28.11.2017 13:51 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Profi sondergleichen

    Wirklich schade, ich habe mich immer gefreut auf seine Statements nach dem Rennen. Und was die Umfrage betrifft "Keine Ahnung, ich höre am liebsten sowieso Michael Stäuble auf SRF 2 zu" Ich bin gottenfroh, das ich bei RTL den Moderatoren Danner und Heiko Wasser zuhören darf. Sehr kompetent und einfach genüsslich, im Gegensatz zu unserem SRF Laferi Stäuble. Warum tönt das so grell und unappetitlich? Und Werbung kann ich auch auf RTL schauen. Tschüss Stäubli und Billag. Und noch etwas an die Billag Befürworter. Statt Billag zu zahlen, ein Abi bei Premiere, kostet auch, aber ohne Werbung.

    • Ringen schwingen am 28.11.2017 14:11 Report Diesen Beitrag melden

      Stäuble und Girardelli

      Girardelli wird Co Kommentator von Stäuble in der Formel 1, gemäss SRF sei es in Ordnung damit sind 2 zusammen ohne Ahnung von Moderation

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