200'000 Franken in 50 Tagen

24. Januar 2018 15:40; Akt: 24.01.2018 23:06 Print

Aegerter lanciert Mega-Crowdfunding

von Fabian Sangines - Der Schweizer Töfffahrer sammelt Geld, um seine Saison finanzieren zu können. Dafür braucht er eine Rekordsumme.

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Wenige Wochen ist es her, als die Karriere von Dominique Aegerter auf der Kippe stand. Nur mithilfe von Sponsoren, Gönnern und dem Motorradhersteller KTM konnte das Moto-2-Team Kiefer finanziell gerettet werden. Ruhig ist es um den 27-Jährigen trotzdem noch lange nicht. Um seine Saison und den Betrieb zu finanzieren, lancierte der Oberaargauer am Mittwochmittag über die Plattform «I believe in you» ein Crowdfunding.

Das Sammelvideo von Dominique Aegerter. Video: Youtube/I believe in you

«Um an der Spitze der Moto 2 mitzufahren, braucht es aber weit mehr als nur das Team: Es muss in die ständige Verbesserung des Materials und der Abstimmung sowie in Sturzmaterial und Ersatzteile investiert werden», schreibt Aegerter in einer Medienmitteilung. Deshalb will er in den nächsten 50 Tagen 200'000 Franken sammeln – noch nie konnte ein Schweizer Einzelsportler mittels Crowdfunding eine derart hohe Summe eintreiben. «Die Schweiz hat eine unglaubliche Motorradsport-Tradition, und ich möchte diese Geschichte mithilfe der Schweizer Sportfans weiterschreiben. Dazu bin ich bereit, alles zu geben», schreibt Aegerter weiter.

«Alles» heisst im Fall des letztjährigen WM-Zwölften: Für 500 Franken darf man mit ihm auf eine Weindegustation, und für 1000 Franken gibt es ein Nachtessen mit Aegerter. Aufs Dinner angesprochen, verspricht er: «Es wird auf jeden Fall ein interessanter und lustiger Abend. Ein gutes Stück Fleisch klingt immer gut, ich kann mir aber auch vorstellen, ein Riz Casimir zu bestellen.»

Schirm halten für 5000 Franken

Oder haben Sie schon immer davon geträumt, Aegerter vor einem Rennen den Sonnenschirm zu halten? Wer 5000 Franken bezahlt, darf an einem Rennwochenende sein Grid-Girl sein. «Das ist ohne Frage eine sehr wertvolle Erfahrung. Es besteht die Möglichkeit, während des ganzen Wochenendes hinter die Kulissen zu blicken plus ist man hautnah vor dem Start mit dabei.» Was aber, wenn sich ein Mann das Grid-Paket ergattert? «Das kann natürlich auch sein. Dann wäre es halt eine Art Grid-Pass. Den Schirm auf der Start-/Zielgeraden würde dann aber wohl jemand anders – eine Frau – halten.»

Um die kommende Saison in Angriff zu nehmen, ist Aegerter sogar bereit, sein Auto, einen Honda Typ R, zu verkaufen. «Etwas Wehmut ist schon dabei, schliesslich bin ich das Auto – es ist ein supercooles – über ein Jahr gefahren.» Der Rennfahrer hat einiges investiert. «Ein Tuning, die Felgen...», erklärt er und hofft, «dass es einen tollen Besitzer kriegt, der es auch wertschätzt.» Im Rahmen des Crowdfunding wird es für 35'000 Franken angeboten.

Obwohl weder das Grid-Paket noch das Auto bisher verkauft wurden, ist das Projekt erfolgreich gestartet: Innerhalb der ersten fünf Stunden kamen über 6000 Franken zusammen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ruedi am 24.01.2018 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    ich würde ihm gerne

    den Schirm halten für CHF5000, aber ich weiss nicht, ob meine behaarten Beine gut ankämen.

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  • Twoface10 am 24.01.2018 16:10 Report Diesen Beitrag melden

    Öffne die Türen für den Rennsport

    Eine super Sache von Dominique, wünsche viel Glück das es klappt. Schade und traurig finde ich, das ein Spitzensportler das Geld aufbringen muss um den Rennstall und den Rest am Leben zu halten. Es ist wirklich mal an der Zeit, dass die Schweiz hier mal die Türen für den Rennsport öffnet, ob auf 2- oder 4 Räder. Ist hald nicht Fussball...

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  • Julia G. am 24.01.2018 15:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das wärs!

    Er soll Mirka Federer nehmen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Adrenalin No.39 am 01.02.2018 11:14 Report Diesen Beitrag melden

    Geldverschwendung

    SRF hat im Jahr mehr Budget im Jahr, als alle Moto (GP/2/3) Teams zusammen. Darum dürfen die feinen Reporter mehrheitlich Business um den Globus fliegen. Wiso nicht Allmosen für Aegeter oder No Billag?

  • Pat Müller am 26.01.2018 06:06 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Einfach nur peinlich. Soll sich endlich eine geregelte Arbeit suchen, anstatt betteln zu gehen. Und nebenbei was hat er bis jetzt erreicht?

    • Superschnusi am 28.01.2018 07:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pat Müller

      Unglaublich, ihre Aussage. Aber: was haben denn sie erreicht?

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  • Dänu am 25.01.2018 13:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Miteinander

    Da müssten nur die schweizersportlerInnen mithelfen. Eine nation ein team! Das geld ist bestimmt da...

    • Dänu_L am 25.01.2018 16:07 Report Diesen Beitrag melden

      Mirka als Gridgirl

      Ja, z.B. Roger könnte ja das Geld aus der Portokasse zahlen und dann wie Juli vorschlägt, Mirka als Gridgirl

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  • Bepo am 25.01.2018 10:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Erfolg

    Einen Tausendstel der Zielsumme bekommt er von mir... Domi Fighter muss einfach auf dem Sattel bleiben! :)

  • Marc am 25.01.2018 04:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    aus dem fenster geworfen

    in Nepal verhungern gerade 100000 weisen kinder. think about it..

    • Paul am 25.01.2018 07:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marc

      Dann unternimm mal was, lieber Marc.

    • Ron am 25.01.2018 07:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marc

      Ja Marc,da wird noch sehr vieles aus dem Fenster geworfen,aber geht es um einen Schweizer,dann sind unsere Gutmenschen immer einwenig knauserig!Hauptsache man kann sein Gewissen im Ausland aufbessern.

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