Alonso freut sich

21. November 2012 15:05; Akt: 21.11.2012 16:10 Print

Formel-1-Final könnte Regen-Schlacht werden

Für das finale Rennwochenende ist Regen vorausgesagt. Wenn es beim GP von Brasilien zu schütten beginnt, dann herrscht Chaos. Geht es nach Fernando Alonso, soll genau dies eintreffen.

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Das Training und das Qualifying finden unter nassen Bedingungen statt. Dennoch können die Piloten problemlos auf Intermediate-Reifen ihre Runden drehen. Bei diesem Anblick denkt man nicht ans Fahren. Das dritte freie muss wegen Regens um fast eine Stunde verschoben werden. Danach können die Piloten für 18 Minuten auf die klitschnasse Strecke. Brauchbare Rundenzeiten sind an diesem Tag Mangelware. Auch das Qualifying findet unter starkem Regen statt. Die Boxengasse wird so gut es geht vom Nass befreit. Dennoch lässt die Rennleitung die Fahrer auf die Piste. Aber: Bereits nach vier Minuten muss der erste Abschnitt unterbrochen werden. Die Boliden fliegen weiter in Scharen ab und so muss auch der zweite Abschnitt unterbrochen werden. Nach gut einer Stunde kann das Qualifying weitergehen. Vor dem Start öffnet Petrus die Schleusen, es schüttet unaufhörlich. Die Rennleitung entscheidet, den Start zehn Minuten nach hinten zu verschieben. Auch nach dem Start regnet es heftig, die Fahrer kämpfen sich aber tapfer durch den Kurs. Im weiteren Verlauf des Rennens verziehen sich Regenwolken und der Asphalt trocknet etwas. Kurz vor Rennende wird das Feld von erneuten Regenfällen überrascht. Sämtliche Boliden müssen nochmals an die Box und Slicks holen. Durch das Regenchaos verliert Felipe Massa (Bild) den sicher geglaubten WM-Titel. Der Brasilianer gewinnt denn GP in seiner Heimat und geht bei der Zielankunft davon aus, dass Lewis Hamilton auf den sechsten Platz fährt. Doch seine Rechnung geht nicht auf: In der letzten Runde fährt der Brite noch auf den fünften Platz und holt damit den nötigen Punkt zum Titelgewinn. Das Rennen muss nach 54 Runden abgebrochen werden, weil die Strecke durch heftigen Regen teilweise überschwemmt wird. Bis dahin ereignen sich diverse und zum Teil schwere Unfälle. Auch Mark Webber im Jaguar (Bild) erwischt es. Das Wetter zeigt sich zu Beginn des Rennens von seiner besten Seite. Später ziehen Wolken auf und schliesslich regnet es. Sauber-Pilot Nick Heidfeld steuert seinen Boliden über die nasse Strecke.

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Den ersten Matchball im Kampf um den WM-Titel hat Sebastian Vettel in Austin vergeben. Dass sich das Duell mit Fernando Alonso nun in Brasilien entscheidet, dürfte dem Deutschen nicht schmecken. In Interlagos ist nämlich mit Regen zu rechnen. Ein Faktor, der Vettel auf dem Weg zum dritten Titel in Folge aufhalten könnte.

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Die Wettervorhersage (wetter.com) prophezeit für das finale Rennwochenende eine Regenwahrscheinlichkeit von über 60 Prozent. Das betrifft das Qualifying vom Samstag sowie das Rennen vom Sonntag. Und Obacht: Wenn Petrus über Interlagos die Schleusen öffnet, dann bleibt es nicht bei einem harmlosen Schauer. Dieser kann im Verlauf des Tages oder innerhalb von wenigen Stunden erheblich zunehmen. Die unberechenbaren Wetterverhältnisse in Brasilien kennt auch F-1-Boss Bernie Ecclestone. «Wir wissen nicht, ob es in Brasilien regnen wird. Es könnte am Vormittag regnen und am Nachmittag wieder trocken sein.»

Alonso ist zuversichtlich

Genau auf ein solches Regenchaos hofft Alonso. Der Spanier ist ein ausgezeichneter Regenfahrer, in dieser Saison siegte der Ferrari-Pilot im Regen von Malaysia und holte sich trotz Huddelwetter in Silverstone die Pole. «Meine Chance beträgt auf dem Papier vielleicht 25 Prozent», so Alonso. Das gilt für normale Bedingungen. Doch sobald es nass ist, steigen die Chancen auf seinen 3. WM-Titel. Das weiss auch er. «Für mich fühlt sich die Chance viel grösser an. Wer weiss, vielleicht regnet es ja.»

Wie schwierig es ist, die Boliden über die klitschnasse Strecke von Interlagos zu manövrieren, zeigte sich 2003. Nach 54 Runden wurde das Rennen abgebrochen, nachdem die Strecke durch heftige Regenfälle regelrecht überschwemmt wurde. Zahlreiche Unfälle und Ausfälle bewegten die Rennleitung zu diesem Entscheid. Unter anderem krachte Mark Webber im Jaguar auf der Start- und Zielgeraden in die Mauer. Bei diesem Crash erwischte es auch Alonso, der den abgerissenen Rädern des Jaguars auf der rutschigen Unterlage nicht ausweichen konnte.

2009 sorgt Regen für erneuten Unterbruch

Auch in jüngster Vergangenheit schüttete es wie aus Eimern. 2010 waren die Wetterverhältnisse aber vergleichsweise human. Damals fand lediglich das Training vom Freitag und das Qualifying unter erschwerten Bedingungen statt. Die Fahrer drehten mit Intermediates ihre Runde. Ganz im Gegensatz zu 2009. Das dritte freie Training musste wegen Regens um fast eine Stunde verschoben werden. Danach konnten die Piloten für 18 Minuten auf die klitschnasse Strecke. Brauchbare Rundenzeiten waren an diesem Tag jedoch Mangelware. Auch das Qualifying wurde von Unterbrüchen nicht verschont. 2008 musste der Start aufgrund eines Regengusses zehn Minuten nach hinten verschoben werden, und als in den Schlussminuten der Himmel seine Schleusen nochmals öffnete, wurde gar die WM aufgrund des Regens auf den letzten Metern entschieden.

(als)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hans Dampf am 21.11.2012 15:19 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Kunst mehr!

    Wo bleibt denn der Rennsport?? Geht es nun nur noch um die Rundenzeiten unter besten Bedingungen oder geht es auch um das fahrerische Können? Ich finde die Formel1 wird von Jahr zu Jahr überflüssiger... Wo sind die technischen Unterschiede, das fahrerische Können? Wenns nur um die Rundenzeiten geht, dann kann man auch eine Slotrennbahn kaufen und sich damit messen, wäre deutlich Umweltfreundlicher und viel einfacher zu kontrollieren... Wenn schon alles identisch sein muss und keine Umwelteinflüsse mitspielen dürfen dann ist es wirklich für nichts...

    • Pirre am 21.11.2012 15:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Skifahren

      Haben das Skifahren vergessen. Da ist es ja noch schlimmer. Fällen ein paar Schneeflocken wird verschoben oder Abgesagt.

    • Tim am 21.11.2012 15:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      NASCAR

      Deshalb empfehle ich NASCAR. Simple Technik und "gleiche" Autos für alle 43 Fahrer, da kommts noch auf das Können draufan!

    • Leon am 21.11.2012 15:39 Report Diesen Beitrag melden

      Was den sonst?

      Wie willst du sonnst den "besten" herrausfinden? Wer das schönste Überholmanöver machte? Wer die höchste Geschwindigkeit erreichte? Aber eigentlich geht es ja nur in der Quali um die schnellste Rundenzeit. Danach entscheidet über VIELE Runden, wer den ersten Platz erreich/behält. Beim Fussball wird der Sieger, welcher den schönsten Angriff machte? Nein der am Ende das beste Ergebnis erreicht am ENDE des Spiels! Überdenk nochmal deine Aussage...

    • Matthias am 21.11.2012 15:39 Report Diesen Beitrag melden

      Kann ich nur zustimmen

      Was mich am meisten stört an der F1 dass ein mittelmässiger Fahrer, der kein Talent hat zu überholen, durch ein völlig überlegenes Auto Weltmeister wird. Es geht eh nicht mehr darum möglichst schnell auf der Strecke zu sein sondern die Reifen zu schonen. Michael Schumacher hatte völlig recht als er sagte, das es Nichts mit Autorennen zu tun hat wenn man fast die ganze Strecke auf 60% fährt.

    • Iceman am 21.11.2012 17:44 Report Diesen Beitrag melden

      an Matthias

      Mittelmässige Fahrer schaffen es erst garnicht in die F1. Auch wenn nur einer von ihnen Weltmeister werden kann, wer dort fährt gehört einfach zu den besten.

    • Kontsa am 21.11.2012 22:20 Report Diesen Beitrag melden

      Reifenroulette

      Webber sagte ja betreffend: "Am Samstag fahren wir Formel 1 und am Sonntag schonen wir Reifen." Was zum Regen kommt: der Vettel holte seine ersten Siege eben beim Regen. Ein genialer Fahrer. Obwohl ich für Kimi stehe...

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  • MotoGP am 21.11.2012 15:18 Report Diesen Beitrag melden

    Vettel und Alonso beide gut im Regen

    Lassen wir uns überraschen. Vettel selbst ist ja auch ein exzellenter Regenfahrer. Seine beiden ersten Siege hatte er damals im Regen eingefahren. Dennoch würde der Regen alles unberechenbarer machen. Hamilton würde ich im Regen auch ganz stark sehen.

    • Marcelo Caine am 21.11.2012 15:55 Report Diesen Beitrag melden

      Abschuss

      Vettel soll in guter alter Senna und Schumi Manier einfach Alonso abschiessen ...e voila...TRI-Campeao!

    • Stefan Ypsilon am 21.11.2012 16:33 Report Diesen Beitrag melden

      Zonk

      Wann soll Senna bitte schön wen abgeschossen haben? Das war Prost der Senna abgeschossen hat... Also nicht verwechseln...

    • Stephan am 21.11.2012 17:13 Report Diesen Beitrag melden

      Doppelzonk

      1989 Prost schiesst Senna ab (Prost Weltmeister) 1990 Senna schiesst Prost ab (Senna Welmeister) Es waren alles keine Waisenknaben :)

    • F. B. am 21.11.2012 17:29 Report Diesen Beitrag melden

      Senna vs Prost

      Suzuka 1990: Rache für Suzuka 1989?

    • Bernie am 21.11.2012 20:08 Report Diesen Beitrag melden

      Der Zonk des Zonks

      Die Antwort für dich Stefan: Suzuka 1990

    • MotoGP am 21.11.2012 21:50 Report Diesen Beitrag melden

      Senna/Prost

      Senna tat dies 1990 mit Ansage. Balestre, damals FISA Präsident, Franzose und somit Prost-Fan, verlegte die Pole Position in Suzuka kurzerhand auf die schmutzige Seite. Senna war um so wütender, was ihn in seiner Kollisionsabsicht sicher bekräftigte. Grundsätzlich hoffe ich auf ein faires Rennen am Sonntag. Kollisionen werden heutzutage sowieso immer bestraft, und eine Entscheidung am grünen Tisch will ich nicht.

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