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Vettel aufgepasst
19. November 2012 14:50; Akt: 19.11.2012 16:07 Print
Wenn die WM im letzten Rennen entschieden wird
Sebastian Vettel reist mit 13 Punkten Vorsprung auf Fernando Alonso nach Brasilien. Doch Obacht: Wie die Vergangenheit zeigt, kommt es im letzten Rennen manchmal anders, als man denkt.
Spannender könnte die Formel-1-Weltmeisterschaft nicht enden: Am kommenden Sonntag duellieren sich Sebastian Vettel und Fernando Alonso im letzten GP der Saison um den WM-Titel. 13 Punkte Vorsprung bringt der Deutsche mit nach São Paulo. Dennoch ist Vettel gewarnt: Wie man einen noch grösseren Vorsprung (15 Punkte) im letzten Rennen vergibt, musste Alonso 2010 am eigenen Leib erfahren.
Bildstrecken GP von AustinAufholjagden in der Formel 1 Infografik Formel 1 2012
Schon vorletzte Saison lieferten sich Alonso und Vettel ein heisses Duell bis zum Schluss. 15 Punkte Vorsprung wies der Spanier vor dem letzten Rennen in Abu Dhabi auf. Auch Mark Webber und Lewis Hamilton hatten noch Chancen auf den Titel. Das satte Polster war aber nicht genug. Vettel siegte vor Hamilton und Button und krönte sich damit zum jüngsten Weltmeister aller Zeiten. Alonso fehlten als Siebter letztlich vier Zähler zum Titel.
Die Tränen von Massa
Ein noch spektakuläreres Herzschlagfinale spielte sich 2008 in São Paulo ab. Mittendrin: Lokalmatador Felipe Massa, der mit sieben Punkten Rückstand in seine Heimat reiste und dort von A bis Z überzeugte: Der Ferrari-Pilot startete von der Pole und gewann das Rennen souverän. Doch es sollte dennoch nicht reichen.
Aufgrund heftiger Regenfälle sah sich das Feld kurz vor Rennende gezwungen, auf Regenreifen umzusteigen. Einzig Timo Glock - auf Rang vier fahrend - blieb draussen. Lewis Hamilton belegte den sechsten Rang und Massa wäre Weltmeister gewesen. In der letzten Runde konnten Hamilton sowie der an fünfter Stelle liegende Vettel aber am immer langsamer werdenden Glock vorbeifahren. Hamilton holte sich damit den nötigen Punkt zum Titel. Nach dem Rennen kämpfte Massa mit den Tränen.
Immer wieder Kimi
2007 hatten mit Kimi Räikkönen, Lewis Hamilton und Fernando Alonso in Brasilien gleich drei Fahrer noch Titelchancen. Lokalmatador Massa ging vor WM-Leader Hamilton von der Pole ins Rennen, Räikkönen von Platz drei und Alonso von Platz vier aus. Schon in der ersten Runde fiel der Brite nach einem Fahrfehler auf Platz neun zurück und musste seine Titelträume begraben. Den Titel schnappte sich der Finne, der Teamkollege Massa in der Boxengasse überholte. Alonso fuhr auf Rang drei und lag damit - genau wie Hamilton - in der Endabrechnung einen Punkt hinter Räikkönen.
Auch 2003 war Räikkönen dafür verantwortlich, dass es bis zum letzten GP in Suzuka spannend blieb. Michael Schumacher reiste als WM-Leader mit einem Polster von neun Punkten (Total 92) auf den Finnen nach Japan. Der Deutsche musste mit seinem Ferrari von Rang 14 aus starten. Hinzu kam eine Kollision in der sechsten Runde und der Gang an die Box. Doch Schumacher kämpfte sich vom letzten bis auf den achten Platz vor und sicherte sich noch einen Punkt.
Der Punkt war schlussendlich aber nicht nötig, denn Räikkönnen landete hinter Schumis Teamkollege Rubens Barrichello auf dem zweiten Platz. In der Endabrechnung fehlten dem Finnen damit zwei Zähler. Aber auch mit einem Sieg und den damit verbundenen zehn Punkten hätte es Räikkönen nicht gereicht. Bei Punktegleichstand entscheidet die Anzahl Siege pro Saison. Während Schumacher fünfmal reüssierte, vermochte der Finne keinen einzigen GP zu gewinnen.
Auch Irvine verspielt Vorsprung
1999 hatte Eddie Irvine die Chance, zum ersten und – wie die Zukunft zeigen sollte – letzten Mal Formel-1-Weltmeister zu werden. Der heute 47-jährige Ire, zwischen 1993 und 2003 für Jordan, Ferrari und Jaguar in der Königsklasse unterwegs, reiste mit einem Vorsprung von vier Punkten auf Mika Häkkinen nach Japan. Doch schon in der ersten Kurve ging der Finne im McLaren-Mercedes in Führung, Irvine im Ferrari musste sich mit Platz drei begnügen. Damit war Häkkinen mit zwei Punkten Vorsprung zum zweiten Mal nach 1998 Weltmeister.
Der wohl bekannteste WM-Final fand 1997 statt. Michael Schumacher ging mit einem Punkt Vorsprung auf Jacques Villeneuve in das letzte Rennwochenende in Jerez. Der Deutsche führte bis zur 48. Runde, doch der Kanadier kam immer näher und setzte danach zum Überholmanöver an. Schumacher riss das Lenkrad rum, um den Kanadier zu stoppen. Doch der Plan ging gründlich schief: Schumacher landete im Kiesbett, während Villeneuve in seinem Williams weiterfahren konnte und Weltmeister wurde.
Langeweile mit Schumacher
Eine der unspektakulärsten Saisons liegt zehn Jahre zurück. Michael Schumacher siegte beim GP in Magny-Cours und sicherte sich damit sechs Rennen vor Schluss seinen fünften WM-Titel. Am Ende der Saison hatte der Deutsche 144 Punkte auf dem Konto. Teamkollege Massa holte als erster Verfolger gerade einmal die Hälfte (77) aller Punkte. Dritter wurde Juan Pablo Montoya im Williams BMW mit 50 Zähler. Bereits 2001 hatten nur die Schumi-Fans etwas zu jubeln. Dort holte sich der Ferrari-Pilot den Titel im fünftletzten Rennen.
(als)
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Alle 31 Kommentare

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Letztes Rennen
Ich erinnere mich gerne zurück an Jerez 97. Da hat es einfach geheissen, jener Fahrer der vor dem anderen ins Ziel kommt ist Weltmeister. Solche knappen Punktabstände vor dem letzten Rennen gibt es leider nur selten. Trotzdem kann es ein Knüller werden, wie die Saisonfinale 2007/2008 gezeigt haben.
Kimi Räikönnen
Für mich ist der Iceman der bessere. Er stieg wieder in ein Cockpit, fährt die ganze Saisson lang und kommt in der WM-Wertung auf Platz 3. Für ein Comback ist das Bemerkenswert.
wirklich gut
der kimi ist eine extrem konstant gute saison gefahren. auch das auto hält gut.
nicht Massea
Rubens Barrichello war Team-Kollege im 2002, nicht Massa. Ausserdam machte sich Ferrari damals Freunde in dem sie im 6. Saisonrennen bereits eine Stallorder anwendeten, obwohl damals schon so gut wie sicher war, dass nur ein Ferrari-Pilot WM werden kann. #kanndasheutenochnichtverstehen