Nach dem Contador-Urteil

06. Februar 2012 16:32; Akt: 06.02.2012 16:59 Print

«Das ist ein schlechter Tag für den Radsport»«Das ist ein schlechter Tag für den Radsport»

Während das Team Saxo Bank zur Dopingsperre ihres Schützlings Alberto Contador schweigt, melden sich die Radprofis zu Wort. Fabian Cancellara und Andy Schleck bedauern, was passiert ist.

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«Das ist ein bizarrer Tag für den Radsport und ein schlechter Tag für den Sport im Allgemeinen. Es ist bedauerlich, dass so viel Zeit vergehen musste, um zu einem Verdikt zu gelangen.» «Die einzigen positiven Nachrichten bestehen darin, dass nach 566 Tagen der Ungewissheit endlich ein Urteil gefallen ist. Ich vertraue dem Schiedsgericht, dass es nach dem Studium von 4000 Seiten alle Argumente in die Entscheidungsfindung einbezogen hat. Mein Ziel lautet, die Tour de France auf einem sportlichen Weg zu gewinnen. Sollte mir dies im Juli dieses Jahres gelingen, würde ich dies wie meinen ersten Triumph betrachten.» «Ich verfolgte den Fall wie jeder Fan. Ich weiss nichts vom Prozess. Aber eines ist klar, es dauerte zu lange, der Fall zog sich so lange hin. Ich kenne die Wahrheit nicht und weiss auch nicht, was in der ganzen Situation richtig und was falsch ist.» «Ich bin enttäuscht. Dem Radsport wurde ein Bärendienst erwiesen. Ich wünschte mir, in anderen Sportarten würde ebenso peinlich genau nach kaum nachweisbaren Spuren von Clenbuterol gesucht...» «Zwei Jahre Sperre gegen Alberto Contador, und im Urteil steht, dass Doping nicht nachgewiesen werden konnte? Von welchem Niveau ist ein solches Schiedsgericht? Schon Alejandro Valverde wurde ohne Nachweis gesperrt. Wahrscheinlich verbünden sich alle gegen uns Spanier...» «Zusammen mit meinem Team Lampre anerkenne ich das Urteil des Schiedsgerichts. Aus menschlicher Sicht tut es mir leid für Alberto. Das Verdikt ändert nichts am Wert der von mir erzielten Ergebnisse und an meinen Zielen.» «Das ist eine Schweinerei. Das habe ich nicht erwartet. Das ist eine schlechte Nachricht.»

Das denken Cancellara & Co. über Contadors Sperre.

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In den ersten Umfragen zur Sperre gegen Albert Contador vertraten die Berufskollegen des Spaniers vorwiegend die Meinung, dass das Urteil des Internationalen Sportgerichts in Lausanne einem schlechten Tag für den Radsport gleichkäme.

Das dänische Team Saxo Bank hüllte sich zur Dopingsperre für seinen spanischen Captain Alberto Contador vorerst in Schweigen. Teamsprecher Anders Damgaard sagte der Nachrichtenagentur Ritzau am Montag in Kopenhagen: «Wir brauchen Zeit für ein genaueres Studium, ehe wir das kommentieren.» Der Teamchef und frühere Tour-de-France-Sieger Bjarne Riis äusserte sich überhaupt nicht. Auch auf der eigenen Internetseite ging das Team Saxo Bank am Montag mit keinem Wort auf die Sperre durch den Internationalen Sportgerichtshof CAS ein.

Der Luxemburger Andy Schleck, der am 'grünen Tisch' zum Gesamtsieg in der Tour de France 2010 gelangte: «Es gibt keinen Grund, jetzt glücklich zu sein. In erster Linie fühle ich mit Alberto. Ich habe immer an seine Unschuld geglaubt. Es handelt es sich um einen sehr schlechten Tag für den Radsport. Weitere Radprofis - unter anderem auch der Schweizer Fabian Cancellara - haben sich zur Affäre Contador geäussert. Erfahren Sie in der Diashow, was der Schweizer und weitere Radprofis über die zweijährige Sperre denken.

(si)

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