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Fabian Cancellara
10. Januar 2012 23:12; Akt: 10.01.2012 23:13 Print
«Ich gehe meinen Weg»
von Nicolas Martin - Fabian Cancellara schielt erneut auf die Frühjahrs-Klassiker. Der Zeitfahr-Olympiasieger sprach mit 20 Minuten über sein neues Team und seine Ambitionen im Olympia-Jahr.
Fabian Cancellaras Karriere.
20 Minuten: Fabian Cancellara, Ihr Team RadioShack-Nissan-Trek ist ein Fusionsprodukt aus den letztjährigen Teams Leopard-Trek und RadioShack. Fühlen Sie sich im gleichen Team wie 2011 oder ist alles anders?
Fabian Cancellara: Es ist eine Art «Halb-Neuheit». Aus zwei Mannschaften wurde eine. Auf dem Papier ist es die stärkste Mannschaft der Welt. Aber es genügt nicht, nur auf dem Papier die Nummer 1 zu sein, man muss es auf der Strasse beweisen. Aber mit der Arbeit, die Sportdirektor Johan Bruyneel bereits gemacht hat, und mit den Neuen im Team bin ich wirklich sehr zuversichtlich, was die neue Saison betrifft.
Sie haben sich an der Tour de France 2011 für die Schleck-Brüder aufgeopfert. Würden Sie dasselbe 2012 wieder tun, wenige Wochen vor den Olympischen Spielen?
Jede Tour ist verschieden. Der Parcours scheint etwas weniger hart als letztes Jahr mit mehr Zeitfahren. Den Fakt, dass die Olympischen Spiele unmittelbar nach der Tour beginnen, halte ich für wenig problematisch. Man kann es auch so sehen, die Tour erlaubt mir, in Topform in London zu starten. Ich bin optimistisch
Was bringen die Neuen in Ihrer Equipe im Hinblick auf die Tour de France?
Mit Fahrern wie Andreas Klöden oder Chris Horner ist der Mix in unserer Mannschaft besser geworden. Um eine Tour-Equipe zu selektionieren, wird unser Staff die Qual der Wahl haben. Aber das ist ein Luxusproblem.
Wie beurteilen Sie die Entwicklung des Teams, das Ihnen erlauben dürfte, noch gezielter auf die Klassiker hinzuarbeiten?
Ich kann es kaum erwarten, dass die neue Saison endlich beginnt. Gerade für die Klassiker verfügen wir jetzt über mehr erfahrene Rennfahrer. Und ich selber habe ja auch an Erfahrung gewonnen im letzten Jahr, als er mit nicht gelungen ist, eine Classique zu gewinnen.
Was nehmen Sie aus diesem Jahr 2011 mit?
Es gibt in jedem Rennen Dinge, die nicht so laufen wie geplant. Und wenn 99 Prozent der Fahrer nur auf dich schauen, dann wird es noch schwieriger zu gewinnen. Ich habe keine Revanchegelüste, aber ich möchte wieder siegen.
Die Anwesenheit von Grégory Rast und Jaroslav Popovych an Ihrer Seite könnte wertvoll sein.
Ja, und die beiden haben schon gezeigt, dass sie sehr motiviert sind für die Klassiker. Es erfüllt mich mit viel Selbstvertrauen, diese beiden so erfolgshungrig zu sehen.
Glauben Sie, dass Sie so stark sein werden wie BMC mit Philippe Gilbert und Thor Hushovd?
Auch BMC hat eine grosse Equipe für die Frühjahrs-Klassiker. Aber ich glaube nicht, dass es viel bringt, wenn man zu viele Leader hat. Was uns betrifft, haben wir eine grosse Qualität: Wir sind sehr ausgeglichen und können vom ersten bis zum letzten Rennen der Saison um den Sieg fahren.
Was werden Ihre persönlichen Prioritäten sein?
In den Klassikern öfter zu siegen als letztes Jahr (lächelt). Ich hoffe auch, dass ich etwas mehr Wettkampfglück habe. Ausserdem finden die Olympischen Spiele statt; mein Traum ist, mit einer Medaille zurückzukehren. Das wäre quasi mein «Double» nach Peking 2008.
Wie sieht Ihr Programm zu Beginn der Saison aus?
Es wird identisch zu jenem aus dem letzten Jahr: zuerst die Qatar- und die Oman-Rundfahrt, dann die Eroica, Tirreno-Adriatico, Mailand-Sanremo und dann die Eintagesrennen in Belgien.
Philippe Gilbert möchte unbedingt die fünf Monumente Mailand-Sanremo, Flandern-Rundfahrt, Paris-Roubaix, Lüttich-Bastogne-Lüttich und Lombardei-Rundfahrt in seinem Palmarès stehen haben. Gibt es da eine Rivalität zwischen Ihnen und dem Belgier?
Nein. Er hat seine Ziele, ich habe meine. Ich gehe meinen Weg. Mir fehlt Lüttich, ihm fehlt Paris-Roubaix. Vielleicht finden wir ja eine Einigung und können etwas tauschen (lacht).
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