16. Juli 2007 14:42; Akt: 16.07.2007 15:57 Print

Tour de France wird zur Tour der Stürze

Nach dem Doping die Knochenbrüche: Die Tour de France 2007 hat bisher vor allem durch fürchterliche Stürze Aufmerksamkeit erregt. Bilder, Videos und Statistiken zur diesjährigen «Tour de Crash».

Der Anfang der Crashorgie: Massensturz auf der Zielgeraden der 2. Etappe.
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Prolog:
Bereits der Prolog fordert mit Tom O'Grady ein prominentes Sturzopfer, nachdem er eine Kurve völlig unterschätzt. Der Australier kann aber weiterfahren.

1. Etappe:
Die erste Etappe auf englischem Boden verläuft weitgehend problemlos.

2. Etappe:
Der erste schwere Crash der diesjährigen Tour de France: Auf der Zielgerade kommts zum Massensturz mit über einem Dutzend gestürzten Fahrern (siehe Video). Auch der damalige Schweizer Tour-Leader Fabian Cancellara wird in den Unfall verwickelt und verletzt sich am Handgelenk.

3. Etappe:
Ausgerechnet die am Vortag Gestürzten prägen die 3. Etappe, die schliesslich der am Handgelenk verletzte Cancellara nach einem Geniestreich auf der Zielgeraden für sich entscheidet. Der Amerikaner George Hincapie stürzt heftig, kann aber weiterfahren.

4. Etappe:
Der Spanier Xavier Zandio stürzt schwer, bricht sich das Schlüsselbein und muss aufgeben.

5. Etappe:
Der schwarze Tag für die Astana-Mannschaft: Andreas Klöden stürzt in einen Graben, kann die Etappe aber mit einem angerissenen Steissbein zu Ende fahren. Alexander Winokourow stürzt ebenfalls und zieht sich tiefe Schürfwunden an beiden Knien zu, die genäht werden müssen - der Astana-Chef verliert bereits viel Zeit. Auch CSC-Leader Carlos Sastre stürzt und erleidet grossflächige Schürfungen, nachdem er zwei Kindern ausgewichen ist. Zu guter Letzt muss der Australier Brett Lancaster aufgeben, wegen den Nachwirkungen einer Sturzverletzung aufder 1. Etappe.

6. Etappe:
Nach der Sturzorgie vom Vortag läuft die letzte Flachetappe vor den Alpen einigermassen ruhig ab.

7. Etappe:
Auch die 1. Alpenetappe mit dem Husarenritt des Deutschen Linus Gerdemann verläuft weitgehend sturz- und verletzungsfrei.

8. Etappe:
Der bisherige Tiefpunkt der diesjährigen Tour: Den Anfang macht der der ersten Tourwoche mehrmals gestürzte Brite Mark Cavendish, der nach 25 Kilometern den Bettel hinwirft. In der berüchtigten Abfahrt vom Cormet de Roselend stürzen der virtuelle Leader Michael Rogers und David Arroyo aus der Spitzengruppe. Arroyo muss gar durch ein Gebüsch über die Leitplanke zurückklettern, um weiterfahren zu können. Rogers bricht sich bei der Kollision mit der Leitplanke das Schlüsselbein und muss kurze Zeit später aufgeben. Ebenfalls bei der Abfahrt vonm Cormet de Roselend kommt Olympiasieger und Weltmeister Stuart O'Grady schwer zu Fall: Der Australier erleidet fünf Rippenbrüche, eine Lungenverletzung und einen Bruch des Schulterblatts. Zudem werden dem 34-jährigen Australier drei angebrochene Rückenwirbel diagnostiziert. Der schwerste Unfall des Tages geschiet nach Renn-Ende: Der Deutsche Patrik Sinkewitz kollidiert mit dem Velo auf dem Weg ins Hotel mit einem Zuschauer, beide bleiben schwer verletzt liegen. Der 27-jährige T-Mobile-Fahrer erleidet eine Mittelgesichtsfraktur, einen Nasenbeinbruch, Einschnitte am Knie sowie ein Schädel-Hirn-Trauma. Den angefahrenen Fan aus Luxemburg trifft es noch schwerer: Der Fan wurde mit schweren Verletzungen per Hubschrauber ins Krankenhaus nach Chambery gebracht. Gemäss den Angaben der Tour-Organisatoren schwebt er in Lebensgefahr.

9. Etappe:
Nach dem Ruhetag von Montag folgt in der Tour de France am Dienstag die dritte Alpenetappe. Auf der 159,5 km messenden Strecke von Val d'Isère nach Briançon sind die Pässe Iseran, Télégraphe und Galibier zu überqueren - inklusive halsbrecherischen Abfahrten. Als Leader startet der Däne Michael Rasmussen zur 9. Etappe.


Die bisherigen Tour-Ausfälle (18):

Agritubel/Frankreich (2): Eduardo Gonzalo (Spanien/1. Etappe), Romain Feillu (Frankreich/8.)

Barloworld (1): Enrico Degano (Italien/7.)

Caisse d'Epargne/Spanien (1): Xavier Zandio (Spanien/4.)

Cofidis/Frankreich (2): Geoffroy Lequatre (Frankreich/6.), Parra (Kolumbien/8.)

Credit Agricole/Frankreich (1): Cedric Herve (Frankreich/8.)

CSC/Dänemark (1): Stuart O'Grady (Australien/8.)

Discovery Channel/USA (1): Tomas Vaitkus (Litauen/3.)

Francaise des Jeux/Frankreich (1): Remy di Gregorio (Frankreich/4.)

Lampre/Italien (1): Danilo Napolitano (Italien/8.)

Milram/Italien (1): Brett Lancaster (Australien/5.)

Predictor Lotto/Belgien (1): Robbie McEwen (Australien/8.)

Rabobank/Niederlande (1): Oscar Freire (Spanien/7.)

Saunier Duval/Spanien (1): Ruben Lobato (Spanien/7.)

T-Mobile Team/Deutschland (3): Michael Rogers (Australien /8.), Mark Cavendish (England/8.), Patrik Sinkewitz (Deutschland/8.)

(mat)