Italien-Rundfahrt

28. Mai 2017 18:07; Akt: 28.05.2017 20:23 Print

Holländische Premiere nach Krimi im Giro

Tom Dumoulin wird im abschliessenden Zeitfahren Zweiter und sorgt für den Umschwung an der Spitze der italienischen Jubiläums-Rundfahrt.

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Tom Dumoulin hat als erster Niederländer den Giro d'Italia gewonnen. Dem 26-Jährigen vom deutschen Team Sunweb reichte im abschliessenden Einzelzeitfahren der 2. Rang hinter seinem Landsmann und Tagessieger Jos van Emden zum Gesamtsieg bei der 100. Ausgabe der Italien-Rundfahrt.

Auf den letzten 29,3 km von Monza nach Mailand entwickelte sich der erwartete Krimi. Dumoulin, der vor eineinhalb Wochen die erste Prüfung im Kampf gegen die Uhr gewonnen hatte, wurde seiner Favoritenrolle auch im zweiten Zeitfahren gerecht. Der Captain des deutschen Teams Sunweb wurde auf den letzten 29,3 km des Jubiläums-Giros nur von seinem Landsmann Jos van Emden geschlagen. Dank diesem 2. Rang verbesserte sich Dumoulin in der 21. und letzten Etappe von Platz 4 auf 1.

Am Schluss machte die Differenz zwischen dem Gesamtsieger und dem zweitplatzierten Kolumbianer Nairo Quintana 31 Sekunden aus. Quintana, der mit einem Vorsprung von 53 Sekunden auf Dumoulin ins Zeitfahren gestartet war, konnte immerhin die Angriffe der anderen Gegner abwehren. Auf den Gesamtdritten und italienischen Vorjahressieger Vincenzo Nibali rettete er lediglich neun Sekunden.

Historischer Erfolg

Mit dem undankbaren 4. Gesamtrang musste der Franzose Thibaut Pinot vorliebnehmen. Sein Rückstand auf den Gesamtsieger Dumoulin betrug ebenfalls nur 1:17 Minuten. Pinots wichtigster Helfer, der Walliser Sébastien Reichenbach, schloss die Italien-Rundfahrt als bester Schweizer auf Platz 15 ab.

Mit dem Giro-Gesamtsieg gelang Dumoulin in seiner noch jungen Karriere ein historischer Erfolg. Der 26-Jährige aus Maastricht ist erst der dritte Niederländer, der eine grosse Rundfahrt über drei Wochen gewinnen konnte. Zuletzt durften die radsportverrückten Niederlanden 1980 über einen Gesamtsieg in einer Grand-Tour jubeln. Damals setzte sich Joop Zoetemelk bei der Tour de France durch, nachdem er im Jahr zuvor bereits die Spanien-Rundfahrt gewonnen hatte. Gleiches war Jan Janssen in den Jahren 1968/1967 bereits gelungen.

100. Giro d'Italia (World Tour). Sonntag, 21. Etappe, Einzelzeitfahren Monza - Mailand (29,3 km): 1. Jos van Emden (NED) 33:08 (53,058 km/h). 2. Tom Dumoulin (NED) 0:15 zurück. 3. Manuel Quinziato (ITA) 0:27. 4. Wassil Kirijenka (BLR) 0:31. 5. Joey Rosskopf (USA) 0:35. 6. Jan Barta (CZE) 0:39. 7. Georg Preidler (AUT) 0:51. 8. Bob Jungels (LUX) 0:54. 9. Jan Tratnik (SLO) 0:57. 10. Andrey Amador (CRC) 1:02.

Ferner: 13. Vincenzo Nibali (ITA) 1:09. 19. Silvan Dillier (SUI) 1:17. 27. Nairo Quintana (COL) 1:39. 28. Thibaut Pinot (FRA) 1:42. 31. Bauke Mollema (NED) 1:46. 33. Ilnur Sakarin (RUS) 1:49. 51. Adam Yates (GBR) 2:28. 59. Domenico Pozzovivo (ITA) 2:49. 66. Sébastien Reichenbach (SUI) 3:00. 132. Steve Morabito (SUI) 4:31. - 161 Fahrer gestartet und klassiert. - Nicht gestartet: Angel Vicioso (ESP).

Samstag. 20. Etappe, Pordenone - Asiago (190 km): 1. Pinot 4:57:58. 2. Sakarin. 3. Nibali. 4. Pozzovivo. 5. Quintana, alle gleiche Zeit. 6. Jungels 0:15. 7. Adam Yates. 8. Reichenbach. 9. Mollema. 10. Dumoulin, alle gleiche Zeit.

Ferner: 39. Morabito 12:32. 114. Dillier 35:57. - 163 Fahrer gestartet, 162 klassiert. - Aufgegeben: Giovanni Visconti (ITA). - Nicht gestartet: Steven Kruijswijk (NED).

Schlussklassement: 1. Dumoulin 90:34:54. 2. Quintana 0:31. 3. Nibali 0:40. 4. Pinot 1:17. 5. Sakarin 1:56. 6. Pozzovivo 3:11. 7. Mollema 3:41. 8. Jungels 7:04. 9. Adam Yates 8:10. 10. Davide Formolo (ITA) 15:17. Ferner: 15. Reichenbach 28:11. 53. Morabito 2:28:42. 67. Dillier 3:02:38. Der Zwischenstand in der World Tour (nach 21 von 37 Rennen): 1. Greg van Avermaet (BEL) 2528 Punkte. 2. Alejandro Valverde (ESP) 1995. 3. Tom Dumoulin (NED) 1851. 4. Michal Kwiatkowski (POL) 1701. 45 Philippe Gilbert (BEL) 1670. 6. Nairo Quintana (COL) 1536. 7. Richie Porte (AUS) 1362. 8. Peter Sagan (SVK) 1305. 9. Daniel Martin (IRL) 1215. 10. Sergio Henao (COL) 1152. 11. Alberto Contador (ESP) 1143. Ferner die besten Schweizer: 20. Michael Albasini 775. 109. Silvan Dillier 136. 120. Stefan Küng 118. 125. Sébastien Reichenbach 104. 156. Mathias Frank 66. 215. Reto Hollenstein 36. 256. Steve Morabito 24.

(fal/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Herr Max Bünzlig am 28.05.2017 17:37 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    kein Wunder, die schnellen Holländer , werden mit einem Velo geboren

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Herr Max Bünzlig am 28.05.2017 17:37 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    kein Wunder, die schnellen Holländer , werden mit einem Velo geboren

    • sepp veloschluch am 28.05.2017 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Herr Max Bünzlig

      Mit Velo geboren ? Aber nicht ausgeliehen bei der Basler Polizei

    • Gümmeler am 28.05.2017 20:43 Report Diesen Beitrag melden

      Mittelchen

      ...ja mit dem Velo geboren und mit den entsprechenden Mittelchen versorgt. Es wird nach wie vor gedopt bei den Rennfahrern. Leider!

    • Hug. am 28.05.2017 21:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gümmeler

      Ich gehe davon aus, dass Du keine einzige Etappe am Fernseher verfolgt hast. Die Zeitabstände und die Fahrweise zeigen deutlich dass der heutige Radsport sauber ist. Die ewig gestrigen Sprüche über "Mittelchen" entberen jeder Grundlage. Wirklich kein fundierter Kommentar.

    • DD am 29.05.2017 01:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hug.

      ob er komplett sauber ist, wage ich zu bezweifeln. er ist sicher sauberer geworden und ja ich habe de ganzen giro gesehen.

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