Doping-Untersuchung

30. November 2011 17:17; Akt: 30.11.2011 17:17 Print

Immer noch kein Urteil im «Fall Ullrich»Immer noch kein Urteil im «Fall Ullrich»

Im Doping-Verfahren gegen Ex-Radprofi Jan Ullrich ist der endgültige Entscheid eines weiteres Mal verschoben worden. Damit wird auch das mögliche Doping-Geständis des Deutschen nicht so bald folgen.

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(Clenbuterol): Gab die Schuld am positiven Test an einem Ruhetag der TdF 2010 «verunreinigten Lebensmitteln», genauer gesagt einem Stück Fleisch. Am Tag nach der Kontrolle bestand Contador den letzten Test auf dem Col du Tourmalet. (Testosteron): Aus einer offenen Flasche Jack Daniel’s «mindestens vier Whiskys getrunken». (erhöhter Nandrolonwert): «Ich hab nicht gedopt. Ich hab nur Avocados gegessen!» (Kokain): «Meine Mutter schickte mir Bonbons aus Peru. Und diese waren in Kokablättern eingepackt. Beim Zweiten mal war wohl etwas im Tee, den mir meine Tante schickte». Die 1999 in seinem Blut nachgewiesenen Spuren würden von einer Salbe kommen, welche er sich an seinen Hintern schmierte. Radfahrer Jan Ullrich (Amphetamine): Im Sommer 2002 war sein Wert zu hoch. Daran schuld seien zwei Pillen, welche ihm am Abend vor der Kontrolle in einer Disco angedreht worden seien. Radfahrer Christian Henn (l., Testosteron): Ein Kräutertee seiner Schwiegermutter hätte seine Zeugungskraft stärken sollen. (Clenbuterol): «Mein Hund hat Asthma». (Fenoterol): Ein explodierender Asthmaspray: Dabei sei eine Spraywolke ausgetreten, die Kraft eingeatmet haben soll. (Testosteron): «Ich hatte fünf Flaschen Bier und viermal Sex - es war ihr Geburtstag, und die Lady hatte eine Extra-Behandlung verdient.» (erhöhter Nandrolonspiegel): Der deutsche Langstreckenläufer Dieter Baumann gab nach positiven Tests an, ihm hätten unbekannte Täter Nandrolon in die Zahnpasta getan. 2001 sei sein Masseur schuld gewesen, welcher ihm die Beine mit einer testosteronhaltigen Salbe «positiv massierte». Der Beschuldigte wies die Vorwürfe zurück. (anabole Steroide): Das Medikament zur Penisvergrösserung enthält die verbotene Substanz. (Kokain): «Jemand hat es mir in den Fruchtsaft getan.» (erhöhter Nandrolonwert): «Ich bin Moslem und halte mich strikt an die Regeln, die Drogen als Todsünde ansehen - also auch das Doping.» (Blutdoping): «Ich bin ein Mischwesen, die fremden Zellen in meinem Körper werden von den Stammzellen meines vor der Geburt gestorbenen Zwillingsbruders produziert.» «Ich wollte meine sexuelle Leistung verbessern.»

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Eigentlich wollte Ex-Radprofi Jan Ullrich mit seiner Vergangenheit definitiv abschliessen. Für Mittwoch war das Urteil im letzten Prozess gegen den Deutschen um seine Verwicklung in die Doping-Affäre Fuentes erwartet worden. Doch der Internationale Sportgerichtshof CAS hat den Entscheid zum dritten Mal hinausgeschoben.

Sowohl Antidoping Schweiz als auch der Radsport-Weltverband UCI hatten vor dem CAS gegen die Einstellung des Verfahrens gegen Ullrich durch Swiss Olympic Einspruch eingelegt. Für den Einspruch von Antidoping Schweiz erklärte sich der in Lausanne ansässige CAS für nicht zuständig.

Diese Entscheidung betrifft jedoch nicht den Einspruch der UCI. «Der CAS habe seine Zuständigkeit für diesen Fall bereits offiziell anerkannt und wird seine finale Entscheidung in etwa sechs Wochen bekannt geben», hiess es in der Pressemitteilung. Die Entscheidung sollte ursprünglich im September gefällt werden, war jedoch seitdem bereits zweimal verschoben worden.

Wohl (noch) kein Doping-Geständnis

Mit der erneuten Verzögerung wird wohl auch das mögliche Doping-Geständnis des Tour-de-France-Siegers von 1997 nicht stattfinden. Der Manager Jan Ullrich hatte ankündigt, dass der Deutsche nach der Beendigung des Verfahrens einen Schlussstrich unter seine Vergangenheit ziehen und fünf Jahre nach seinem Rücktritt reinen Tisch machen will. Ein Geständnis würde allerdings niemanden mehr vom Hocker hauen. Von Rolf Aldag bis Erich Zabel - viele seine früheren Teamkollegen haben ihre Dopingvergehen längst zugegeben.

(pre)

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