82. Tour de Suisse

13. Juni 2018 17:10; Akt: 13.06.2018 19:12 Print

Schweizer Rad-Hoffnung verliert Maillot jaune

Nach der 5. Etappe muss Stefan Küng das Leadertrikot der Tour de Suisse abgeben. Zum Handkuss kommt ein Teamkollege.

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Premiere im Tessin: Stefan Küng gewinnt erstmals eine Etappe bei seiner Landesrundfahrt. (17. Juni 2018) Für den Thurgauer Radprofi ist die Tour optimal verlaufen. Am Ende kann sich Gesamtleader Richie Porte behaupten und die Schweizer Landesrundfahrt gewinnen. Der Australier beweist, dass er für die Tour de France gerüstet ist. Arnaud Démare kommt als Erster in Bellinzona an und gewinnt die achte Etappe der Tour de Suisse. Der Blick nach oben: Ein Kolumbier macht die Rundfahrt wieder spannend. (15. Juni 2018) Nairo Quinitana macht mit seinem Etappensieg in Arosa die Tour wieder spannend. Leader bleibt allerdings der Australier Richie Porte. Leiden im Aufstieg nach Arosa: Der Luzerner Mathias Frank fällt zurück. Der grösste Triumph seiner Laufbahn: Sören Kragh Andersen ist im Ziel in Gommiswald SG überglücklich. (14. Juni 2018) Richie Porte kann seine Führung im Gesamtklassement in den Schweizer Bergen sogar ausbauen. Wenigstens schönes Wetter: Das Feld kämpft in der Königsetappe auf den steilen Alpenstrassen. Mathias Frank (M.) und Berufskollegen auf der rasanten Abfahrt vom Klausen. Der Luzerner stösst im Gesamtklassement auf Rang 14 vor. Tapfer geschlagen: Stefan Küng fällt im Gesamtklassement zurück. (13. Juni 2018) Neuer Leader ist Küngs australischer Teamkollege Richie Porte. Der Italiener Diego Ulissi gewinnt das fünfte Teilstück mit Ziel in Leukerbad VS. Angriff im Wallis: Stilstudie des Amerikaners Lawrence Warbasse. Eine Aureissergruppe auf dem Weg nach Crans-Montana. Feiert seinen bisher grössten Erfolg: Der Däne Christopher Juul-Jensen entscheidet die 4. Etappe der Tour de Suisse für sich. (12. Juni 2018) Der 28-jährige aus dem Team Mitchelton-Scott kann sich bis zur Zieleinfahrt in Gstaad vor dem Feld behaupten. Schon kurz nach dem Start in Gangsingen kann sich Juul-Jensen mit einer Fluchgruppe absetzen und fährt später solo voraus. Der Schweizer Michael Albasini freut sich über den Etappensieg seines Teamkollegen. Grund zur Freude hat auch Stefan Küng. Der Thurgauer (r.) vom BMC Racing Team nimmt die 4. Etappe im gelben Leadertrikot in Angriff. Küng erreicht das Ziel als 23. mit dem Feld und kann seine Führung im Gesamtklassement behaupten. Er hat weiterhin drei Sekunden Vorsprung auf seine ersten Verfolger. In Krauchthal im Emmental fährt der Tross an Kühen vorbei, die sich allerdings nicht aus der Ruhe bringen lassen. Der Franzose Nans Peters (Team Ag2r La Mondiale) bewältigt im Regen eine Steigung. Der Holländer Bauke Mollema vom Team Trek-Segafredo blickt den 189,2 km, die am Dienstag zu bewältigen sind, etwas kritisch entgegen. Hartnäckig in Gelb: Für Stefan Küng läuft es bisher bei der einheimischen Rundfahrt rund. (11. Juni 2018) Sonny Colbrelli (r.) setzt sich im Spurt in Gansingen durch. Der Italiener bezwingt auch Weltmeister Peter Sagan. Mit Michael Albasini (M.) mischtauch ein Schweizer um den Etappensieg mit. Der formstarke Thurgauer wird am Ende Vierter. Er fühlt sich hierzulande wohl: Peter Sagan lässt die Konkurrenz in Frauenfeld stehen. (10. Juni 2016) Der Slowake erfreut mit seinem 16. Etappensieg an der Tour de Suisse auch die Fans aus seiner Heimat. Etappensieg des slowakischen Weltmeisters hin oder her: Stefan Küng bleibt nach der 2. Etappe Leader der Tour de Suisse. Teamkollege Greg van Avermaet wünscht dem einheimischen Tourleader alles Gute. Das Feld während des zweiten Teilstücks rund um Frauenfeld. Zeichen gesetzt: Stefan Küng darf sich in seiner Heimat das gelbe Trikot überziehen lassen. (9. Juni 2018) Küng und das BMC Racing Team gewinnen das Teamzeitfahren in der 1. Etappe der Tour de Suisse überlegen. AG2R La Mondiale mit dem Luzerner Mathias Frank dagegen verliert schon viel Zeit. Am Sonntag geht die Landesrundfahrt weiter mit einem Rundkurs rund um Frauenfeld. Zwei treue Fans der Tour lassen sich das Spektakel nicht entgehen. Keiner zu klein, um an der Tour de Suisse dabei zu sein. Wie sieht so ein futuristisches Ding mit zwei Rädern überhaupt genau aus? Heisser erster Tag: Im Schatten lässt sich wunderbar ausharren. Fans aus Kolumbien schauen sich im Fahrerlager in Frauenfeld um. Es geht los – die Landesrunfahrt ist in der Ostschweiz perfekt lanciert worden.

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Nach vier Tagen im Gelben Trikot ist Stefan Küng nicht mehr Gesamterster der Landesrundfahrt. In der 5. Etappe von Gstaad nach Leukerbad vermochte er im Schlussanstieg wie erwartet nicht mit den Bergspezialisten mitzuhalten. Küngs Mannschaftskollege Richie Porte trägt neu Gelb.

Küng kämpfte mit letzter Kraft um seine Spitzenposition in der Tour de Suisse. Es reichte dennoch nicht: Sechs Kilometer vor dem Ziel musste der 24-Jährige abreissen lassen. Bis nach Leukerbad verlor der Ostschweizer, der die Tour seit der 1. Etappe angeführt hatte, 3:23 Minuten auf die besten Fahrer des Tages.

Einer der Favoriten in Poleposition

Den Etappensieg sicherte sich der Italiener Diego Ulissi. Der Profi vom Team UAE Emirates setzte sich im Zielsprint der Spitzengruppe vor dem Spanier Enric Mas und dem Niederländer Tom-Jelte Slagter durch. Für Ulissi, der in seiner Karriere bereits sechs Etappen des Giro d'Italia gewonnen hatte, war es der erste Erfolg an der Tour de Suisse und der erste Saisonsieg.

Im Gesamtklassement führt Richie Porte 20 Sekunden vor den zeitgleichen Niederländern Wilco Keldermann und Sam Oomen. Küng fiel auf Platz 31 zurück und wird fortan als Helfer für Porte – der Australier gilt als einer der Favoriten auf den Gesamtsieg – in die Pedale treten. Im abschliessenden Einzelzeitfahren am Sonntag in Bellinzona wird Küng noch einmal die Chance auf ein Spitzenergebnis erhalten.

Dilliers erfolglose Angriffe

Von den Schweizern zeigte bisher nicht nur Küng eine starke Tour, sondern zum Beispiel auch Silvan Dillier. Der Aargauer, der sich bereits in der 2. und 4. Etappe an der Spitze gezeigt hatte, ging am fünften Tag erneut in die Offensive und gehörte der Fluchtgruppe des Tages an. Erneut blieb seine Attacke aber erfolglos.

Im Gegensatz zu Küng und Dillier vermochte Mathias Frank im Finale mit den besten Profis mitzuhalten. Der Luzerner versuchte auf dem letzten Kilometer gar, die Favoriten mit einem Angriff zu düpieren. Die Aktion gelang zwar nicht, als 15. der Etappe und 16. im Gesamtklassement ist Frank mit einem Rückstand von 1:07 auf Porte aber nun der bestklassierte Schweizer.

Der Zentralschweizer dürfte von den einheimischen Profis auch am Donnerstag in der 186 Kilometer langen Königsetappe über Furka- und Klausenpass nach Gommiswald im Fokus stehen.

Das Dach der Tour

Das Dach der 82. Tour de Suisse ist der Furkapass, der in der 6. Etappe zu überwinden ist. Die auf 2429 Metern über Meer gelegene Verbindung vom Urserental im Urner Oberland ins Goms im Kanton Wallis wurde in diesem Jahr am 8. Juni für den Verkehr freigegeben.

Der Furka wurde bislang in der Geschichte der Landesrundfahrt 20-mal befahren. Erstmals 1938, als der nachmalige Gesamtsieger Giovanni Valetti aus Italien als erster Fahrer oben war. Schweizer, die als Führende über den Furka fuhren, waren Ferdi Kübler (1947), Heinz Imboden (1985), Tony Rominger (1993) und Michael Albasini (2006).

Höhere Ziele im Nachbarland

Zum Vergleich: In den letzten drei Jahren lag das Dach der Tour de Suisse höher, da jeweils ein Abstecher nach Sölden in Tirol auf dem Programm stand. 2017 befand sich das Ziel am Fuss des Tiefenbachgletschers und damit auf 2780 Metern über Meer. Auf einer solchen Höhe endete zuvor noch nie eine Etappe einer bedeutenden Rundfahrt. In den zwei Austragungen davor lag das Ziel gut 100 Höhenmeter tiefer beim Rettenbachgletscher. Dort, wo im Oktober die alpinen Skifahrer ihren Weltcup-Prolog absolvieren.

In der Schweiz ist von den Pässen, die von der Tour de Suisse schon befahren worden sind, nur der Nufenen (2478 Meter über Meer) höher gelegen als die Furka. Ebenfalls in den Top 5 dieser Liste figurieren Flüela (2383), Bernina (2323) und Albula (2312).

82. Tour de Suisse. 5. Etappe, Gstaad - Leukerbad (155 km): 1. Diego Ulissi (ITA) 3:37:31. 2. Enric Mas (ESP). 3. Tom-Jelte Slagter (NED). 4. Wilco Kelderman (NED). 5. Bauke Mollema (NED). 6. Simon Spilak (SLO). 7. Nairo Quintana (COL). 8. Richie Porte (AUS). 9. Sam Oomen (NED). 10. Bjorg Lambrecht (BEL). Ferner: 15. Mathias Frank (SUI), alle gleiche Zeit. 19. Mikel Landa (ESP) 0:14 zurück. 38. Stefan Küng (SUI) 3:23. 44. Reto Hollenstein (SUI) 6:20. 71. Silvan Dillier (SUI) 18:36. 86. Michael Albasini (SUI) 19:27. 99. Gregory Rast (SUI) 24:19. 128. Michael Schär (SUI), gleiche Zeit. - 146 Fahrer gestartet, 144 klassiert.

Gesamtklassement: 1. Porte 17:03:53. 2. Kelderman 0:20. 3. Oomen, gleiche Zeit. 4. Mas 0:21. 5. Jack Haig (AUS) 0:29. 6. Quintana 0:33. 7. Ion Izagirre (ESP) 0:36. 8. Ulissi 0:40. 9. Spilak 0:46. 10. Landa 0:47. Ferner: 16. Frank 1:07. 31. Küng 3:20. 51. Hollenstein 14:17. 61. Dillier 19:54. 84. Albasini 29:57. 107. Rast 37:31. 123. Schär 43:47.

(fal/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dura Ace am 13.06.2018 17:43 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo!

    Bravo Stefan! Er hat Alles gegeben. Respekt! Wenigstens ist das gelbe Trikot im Super-Team BMC geblieben. Ich wünsche allen Teilnehmern eine sichere Tour de Suisse.

  • Giachem Gidon am 14.06.2018 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Hauseckenrennen

    Die langweiligste Rundfahrt bis anhin in diesem Jahr. Etappenplan katastrophal. Die TdS verkommt zu einem Hauseckenrennen. Man sieht dies bereits an dem geringen Zuschauerinteresse besonders bei den Zieleinfahrten.

    einklappen einklappen
  • Speiche am 14.06.2018 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Absteigend

    Tds rad rennen! Plötzlich kommt ein dopingfall und dann die ehrendame rinder geht auch nicht!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Speiche am 14.06.2018 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Absteigend

    Tds rad rennen! Plötzlich kommt ein dopingfall und dann die ehrendame rinder geht auch nicht!

  • Giachem Gidon am 14.06.2018 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Hauseckenrennen

    Die langweiligste Rundfahrt bis anhin in diesem Jahr. Etappenplan katastrophal. Die TdS verkommt zu einem Hauseckenrennen. Man sieht dies bereits an dem geringen Zuschauerinteresse besonders bei den Zieleinfahrten.

    • FFHis am 14.06.2018 09:47 Report Diesen Beitrag melden

      Leider

      Absolut richtig. Es gibt so schöne Etappenmöglichkeiten, aber nein... naja die Tour de France kommt ja bald :)

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  • Dura Ace am 13.06.2018 17:43 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo!

    Bravo Stefan! Er hat Alles gegeben. Respekt! Wenigstens ist das gelbe Trikot im Super-Team BMC geblieben. Ich wünsche allen Teilnehmern eine sichere Tour de Suisse.