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Fuentes-Kunde
10. Februar 2012 11:02; Akt: 10.02.2012 11:26 Print
Ullrich gesteht Kontakt zu Doping-Arzt
Der ehemalige deutsche Radprofi Jan Ullrich hat quasi ein Geständnis abgelegt. Er hat zugegeben, mit dem spanischen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes Kontakt gehabt zu haben.

Das ging nachträglich ins Auge. Jan Ullrich legt nach langem Schweigen quasi ein Doping-Geständnis ab. (Bild: Keystone)
Die ganze deutsche Nation lag ihm einst zu Füssen, doch seit Donnerstag ist es «amtlich»: Jan Ullrich hat gedopt. Knapp zwölf Stunden nach dem Urteil des Internationalen Sportgerichts in Lausanne (CAS) legte Ullrich gewissermassen ein Geständnis ab.
In einer Erklärung auf seiner Homepage bestätigte der inzwischen 38-jährige Jan Ullrich erstmals, Kontakt zum umstrittenen spanischen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes gehabt zu haben. «Ich weiss, dass das ein grosser Fehler war, den ich sehr bereue. Für dieses Verhalten möchte ich mich bei allen aufrichtig entschuldigen - es tut mir sehr leid», schreibt der Sieger der Tour de France 1997. Den Beweis für den Kontakt zu Fuentes hatte die Staatsanwaltschaft Bonn allerdings schon vor fünf Jahren erbracht.
«Ulle» akzeptiert Urteil
Ulrich kündigte auch an, den CAS-Spruch nicht anzufechten. «Nicht, weil ich mit allen Punkten in der Urteilsbegründung übereinstimme, sondern weil ich das Thema endgültig beenden möchte», betonte der Deutsche in der kurz vor Mitternacht veröffentlichten Erklärung. «Persönliche Konsequenzen habe ich ja bereits 2007 mit dem Rücktritt vom Profiradsport gezogen.»
Ullrich beschrieb in der Erklärung auch den Druck, unter dem er 2006 stand: «Ich wollte für die Tour 2006 nochmals alles rausholen. Nach meinem Toursieg 1997 und fünf zweiten Plätzen war der Druck der Öffentlichkeit, der Sponsoren und auch mein Eigendruck immens gross. Alle wollten einen zweiten Toursieg, besonders nach dem Rücktritt von Lance Armstrong.»
Ullrich wollte schon früher auspacken
Nach seiner Suspendierung kurz vor dem Tour-Start 2006 fühlte sich Ullrich überfordert. «Die ganze Welt wollte mich an die Mauer stellen und dann bin ich instinktiv in Deckung gegangen, habe mich erst mal zurückgezogen», meinte der Rostocker. «Ich wollte schon damals, kurz nach meiner Suspendierung, den Fehler, den ich gemacht habe, öffentlich eingestehen, aber mir waren die Hände gebunden.» Auf Anraten seiner Anwälte habe er zu den Vorwürfen geschwiegen. Seine spätere Burn-out-Erkrankung sei auch Folge des Drucks gewesen.
Weitere Statements, die über die Erklärung hinausgehen, will der bisher einzige deutsche Tour-Sieger nicht mehr abgeben. «Für mich ist damit das Kapitel meiner aktiven Radsportkarriere endgültig abgeschlossen und ganz persönlich ist es für mich und meine Familie das Ende einer über Jahre hinweg schwierigen Zeit.»
Fünf Jahre nach seinem Rücktritt war der ehemalige Radsport-Held am Donnerstag vom CAS überführt worden, Blutdoping betrieben zu haben. Ihm wurden sämtliche Erfolge ab 1. Mai 2005 bis zu seinem Karriereende aberkannt.
(si)
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Frage..
Täusche ich mich, oder wurde bisher eigentlich jeder wirklich gute Radsportler letztendlich des Dopings überführt? Kann es sein, dass es also gar nicht mehr ohne geht, man sich dopen muss, um vorne mitzufahren? Vielleicht sollten die Rennmodalitäten mal grundsätzlich überdacht werden. Der menschliche Körper hat schliesslich auch seine Grenzen..