Cuche nach 1. Tag

12. Dezember 2012 19:13; Akt: 13.12.2012 07:56 Print

«Ich bin nicht der Retter der Ski-Nation»

Didier Cuche hat am Mittwoch seinen ersten Tag in seiner neuen Funktion für Swiss-Ski hinter sich gebracht. Als Berater hilft er primär den unerfahrenen jungen Fahrern.

Bildstrecke im Grossformat »
Am 29. Dezember 1993 startete Didier Cuche in Bormio zu seinem ersten Rennen. Er wurde Zweitletzter. In Kitzbühel feiert der Neuenburger auf der legendären Streiff seinen ersten grossen Erfolg. Bis zu seinem nächsten Weltcupsieg sollten allerdings vier Jahre vergehen. 1998 gewann der Neuenburger an den Olympischen Winterspielen von Nagano im Super-G die Silbermedaille. 2002 gewann Didier Cuche seinen ersten Riesenslalom - ausgerechnet in Adelboden am «Chuenisbärgli». Dort zeigte er auch zum ersten Mal seinen Trick mit dem sich überschlagenden Ski. 2005 zog sich Cuche in Adelboden einen Kreuzbandriss zu. Nach einer Saison, in der er sich wieder an die Weltspitze herantastete, gewann Cuche 2007 an den Weltmeisterschaften in Are Bronze im Riesenslalom. Im selben Jahr holte er die kleine Kristallkugel in der Abfahrt. Auch 2008 gewann Cuche die kleine Kugel in der Abfahrt. An den Weltmeisterschaften 2009 in Val d'Isère gewann der mittlerweile 34-Jährige die Goldmedaille im Super-G und die Silbermedaille in der Abfahrt. 2009 gewinnt Didier Cuche die Wahl zum Sportler des Jahres vor Roger Federer. 2010 gewinnt Cuche auf der Streif in Kitzbühel sowohl den Super-G als auch die Abfahrt. Bei Olympia 2010 wollte der beste Abfahrer der letzten Jahre gross auftrumpfen. Doch die Spiele in Kanada endeten für ihn in einer einzigen grossen Enttäuschung. An den Weltmeisterschaften 2011 in Garmisch-Partenkirchen holt Cuche Silber in der Abfahrt - damit ist er der einzige Skirennläufer, der in drei verschiedenen Jahrzehnten einen Medaillengewinn an einem Grossanlass feiern durfte. Grosse Emotionen eines grossen Sportlers: Didier Cuche gewinnt im Weltcup-Finale 2011 in der Lenzerheide zum vierten Mal (nach 2007, 2008 und 2010) den Abfahrtsweltcup. Stolz präsentiert der Neuenburger die kleine Kugel. Nur einen Tag später holt sich Cuche auch die Kugel im Super-G. Das Rennen am Weltcupfinale in Lenzerheide musste wegen des schlechten Wetters abgesagt werden - Cuche ist erstmals der beste Super-G-Fahrer der Saison. Im November 2011 gewinnt der 37-jährige Neuenburger die Abfahrt in Lake Louise. Es ist sein 18. Weltcupsieg. Am 11. Dezember 2011 gewinnt Cuche zum zweiten Mal die Wahl zum Schweizer Sportler des Jahres. Didier Cuche wird am 14. Januar 2012 sogar noch zum Schweizer des Jahres gewählt. Am 19. Januar 2012 gibt der 37-jährige Neuenburger in Kitzbühel bekannt, dass er seine Karriere Ende Saison 2011/12 beendet. Drei Tage nach seiner Rücktrittsankündigung gewinnt Cuche auf der legendären Streif zum fünften Mal die Abfahrt. Er ist damit alleiniger Rekordhalter. Auch in Garmisch stand der Neuenburger wieder zuoberst auf dem Podest. Der Triumph in der Sprintabfahrt war bereits der 20. Weltcup-Sieg seiner Karriere. In Crans-Montana, bei Cuches letztem Heimrennen, konnte der Neuenburger noch einmal Jubeln: Sieg im Super-G. Beim Saisonfinale in Schladming bedankt sich Cuche nach seinem letzten rennmässigen Einsatz im Super-G bei den Fans. Die grpsse Abschiedsshow gibt er im Riesenslalom. In der Saison 2012/13 nimmt Didier Cuche bei Swiss Ski eine beratende Funktion ein.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Um Didier Cuches neuen Berater-Job bei Swiss Ski war am vergangenen Wochenende eine Polemik entstanden, die inzwischen bereinigt ist. Didier Défago, der das Engagement von Cuche als eine Reaktion auf die schlechten Schweizer Ergebnisse zum Saisonstart sah, konnte sich in einem Gespräch mit Cheftrainer Osi Inglin davon überzeugen, dass die Massnahme mit dem Neuenburger seit längerem angestrebt war und mit der aktuellen Baisse im Schweizer Team nichts zu tun hat.

«Wenn es in Übersee zwei oder drei Schweizer Podestplätze gegeben hätte, hätte das an meiner Aufgabe hier in Val Gardena nichts geändert. Ich habe mich nicht kurzfristig verpflichtet», erklärte Didier Cuche in Val Gardena. «Und ich bin auch nicht der Retter der Ski-Nation Schweiz.»

Nur in den Trainings vor Ort

Die Idee, Cuche als Berater zu engagieren, entstand bereits letzten Winter, nachdem klar geworden war, dass der Neuenburger zurücktreten würde. «Nur habe ich eben auch noch diverse andere Aufgaben für meine Partner zu erfüllen, weshalb nicht klar war, an welchen Rennen ich zur Verfügung stehen würde. Deshalb erfolgte die Kommunikation über mein Engagement relativ spät.» Cuche steht an den Trainingstagen zur Verfügung, an den Rennen selber kommt er nicht zum Einsatz. Dies wird nach Val Gardena auch noch in Wengen und Kitzbühel sowie beim Saison-Finale auf der Lenzerheide der Fall sein.

Cuche arbeitete am Mittwoch mit Nils Mani, Christian Spescha und Sandro Viletta, also jenen drei Schweizern, die auf der Saslong in Val Gardena erstmals starten. «In erster Linie geht es dabei um kleine Tipps wie Linienwahl, Gelände lesen, Wellen drücken und viele kleine Details mehr.» Sollten ihn jedoch auch die arrivierten Fahrer um Rat fragen, würde er sich auch diesen Wünschen gerne annehmen.

(si)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bernhard am 13.12.2012 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    Schade, so wirds nichts

    Nein, du bist die BREMSE zu sehr guten Resultaten! Schade, dass dir unsere Schweizer Skirennfahrer nicht mehr am Herzen liegen, sonst hättest du bemerkt, wie überflüssig du geworden bist.

  • Erwin am 13.12.2012 09:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Didier

    Wenn er nur halb so gut als trainer ist, wie als skifahrer.... Im ernst, es ist verdammt schwer didiers abgang als fahrer und die verletzungen von feuz zu verkraften

  • Erwin Matter, Bern am 13.12.2012 07:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Didier for Chief!

    Doch Didier. Ich hoffe das du den Nichtsnutz Urs Lehmann ersetzen kannst. Allez Didier!! Zu Urs Lehmann. Gehen Sie, aber schnell wenn ich bitten darf! Solche die keine Ahnung haben, braucht es nicht.

    • Urs Lehmann am 13.12.2012 10:47 Report Diesen Beitrag melden

      Erwin Matter for Chief!

      Zum Glück spricht hier einer der Ahnung hat, und ganz bestimmt mehr vom Skisport versteht als Herr Lehmann.

    einklappen einklappen
  • Dänu am 13.12.2012 07:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken

    Ich finde es toll dass Didier den jungen Fahrern beisteht. Leider ist es so wie immer, es ist zumindest für diese Saison zu spät. Der Skiverband ist leider so wie andere Verbände auch zu stark mit Themen beschäftigt bei denen Sie vergessen das Wichtigste zu fördern und das sind die jungen Fahrer. Leider spielt das Geld zu sehr eine große Rolle. Es ist einfach traurig. Man hat das schon vor zwei Jahren einschätzen können das diese Situation wie sie heute ist , kommen wird. Da braucht man nicht einmal ein Spezialist zu sein. Man braucht nur normalen Menschenverstand doch leider fehlt der heute .

  • Ca.Li. am 13.12.2012 07:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    verwöhnt

    Die Jungen Leute heutzutage sind bloss zu verwöhnt! Von Nichts kommt bekanntlich auch "nichts"! Merci Didier Cuche!!

infografik