Triathlon

09. September 2017 17:52; Akt: 09.09.2017 18:11 Print

«Ironlady» Ryf holt sich ihren dritten WM-Titel

Daniela Ryf schafft als erste Triathletin der Geschichte den dritten WM-Titelgewinn über die halbe Ironman-Distanz.

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In Chattanooga im amerikanischen Bundesstaat Tennessee siegt die Schweizerin überlegen. Ryf realisierte in der seit 2006 ausgetragenen 70.3-Ironman-WM den dritten Triumph nach 2014 und 2015 über 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 km Laufen.

Die 30-jährige Solothurnerin zeigte einmal mehr eine herausragende Gesamtleistung. Ryf deklassierte die Konkurrenz vorab im Radfahren. Dort erkämpfte sie sich bis zum Wechsel auf die abschliessende Laufstrecke über achteinhalb Minuten (!) Vorsprung auf eine neunköpfige Verfolgergruppe.

Auf dem Velo rasch an die Spitzenposition

Die anspruchsvolle zweite Disziplin mit rund 1000 Höhenmetern spielte der überragenden Radfahrerin Daniela Ryf in die Karten. Als Sechste kam Ryf mit der Spitzengruppe aus dem Wasser. Und mit durchschnittlich über 250 Watt fuhr sie der Konkurrenz bereits nach wenigen Kilometern im Alleingang davon. Zur Hälfte der Radstrecke betrug Ryfs Vorsprung schon fast fünf Minuten auf eine sechsköpfige Verfolgergruppe.

Wenige Kilometer vor der Halbzeitmarke war diese Verfolgergruppe noch von Holly Lawrence angeführt worden. Da die entthronte Titelverteidigerin aus England mitbekam, dass sich der Vorsprung von Ryf laufend vergrösserte, verlor Lawrence ihren Kampfwillen und stieg aus. Lawrences Landsfrau, die zweifache Duathlon-Weltmeisterin Emma Pallant, holte sich am Ende hinter Ryf mit der klar besten Laufzeit den 2. Rang.

Erfolg mit Ansage

Im Vorjahr hatte sich Ryf in Australien an der 70.3-Ironman-WM noch mit dem 4. Rang begnügen müssen. Nun schlug die von Brett Sutton trainierte Triathletin entschlossen zurück. Ryf fand schon im Vorfeld Gefallen an ihrer Rolle als Herausforderin: «Ich bin heiss auf diesen Wettkampf und freue mich darauf, diesmal nicht die Gejagte zu sein.»

Ryf hatte ihre Topform bereits im letzten Testwettkampf vor drei Wochen an den deutschen Mitteldistanz-Meisterschaften im Allgäu unter Beweis gestellt. Über 1,9 km Schwimmen, 84 km Radfahren und 20 km Laufen musste Ryf in der Overall-Wertung nur vier Männern den Vortritt lassen. Männer-Sieger Jan Frodeno, der Olympiasieger von 2008 und zweifache Ironman-Weltmeister, erreichte das Ziel lediglich gut 13 Minuten vor Ryf.

Und bereits Ende Juli in einem sogenannten 5150-Triathlon mit Windschattenfahrverbot über die olympische Distanz in Zürich hatte Ryf eine Leistung im Bereich der Männer-Podestplätze abgeliefert.

Ryf vor Saisonhöhepunkt

Dabei war Ryf zu Saisonbeginn noch ausgebremst worden. Wegen Rückenproblemen konnte sie im Frühjahr über Wochen hinweg nur mit reduziertem Umfang trainieren. Dennoch gewann sie unter anderem die kontinentalen afrikanischen Ironman-Meisterschaften in Südafrika und verteidigte auch ihren Titel an der Challenge Roth (ebenfalls über die Ironman-Distanz) jeweils ungefährdet.

Der Saisonhöhepunkt steht für Ryf nun erst noch bevor. Am 14. Oktober strebt sie an der Ironman-WM auf Hawaii ihren dritten WM-Titelgewinn in Folge an. 2016 hatte sie mit Streckenrekord und über 20 Minuten Vorsprung ihren Titel von 2015 erfolgreich verteidigt.

(nag/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Te Rasse am 09.09.2017 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Teufelsweib

    Herzlichen Glückwunsch und mein grösster Respekt

  • Jokky am 09.09.2017 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tri

    Einfach Weltklasse diese Frau der Superstar des Triathlon und total sympathisch

  • Snooker am 09.09.2017 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super weiter so

    Gratulation.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Alexander Wyrsch am 11.09.2017 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Grossartig, tolle Leistung

    Gratuliere zu dieser grossartigen Leistung! Hoffe sehr, dass es dir Daniela auch diesmal gelingt, auf Hawaii zu punkten! Dieses Jahr wäre dann der Titel "Sportlerin des Jahres" überfällig! Ich drücke die Daumen,

  • Swissgirl am 11.09.2017 07:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratuliere

    Daniela Ryf ist eine Klasse für sich. Gratuliere. Viel Glück auf Hawai.

  • Lars am 10.09.2017 17:38 Report Diesen Beitrag melden

    Zwischenzeit

    In der Zwischenzeit fragt man sich ob da noch wirklich alles ohne Doping abläuft.

    • Swissgirl am 11.09.2017 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lars

      Wieso muss jetzt wieder einer nach Doping schreien? Es gibt solche Ausnahmeläufer unter Frauen und Männern. Ich kenne selber so eine Läuferin. Und wissen Sie was? Die läuft sogar den Männern davon. Ohne Doping! Dafür mit ganz viel Training, Willen und Mentaler Stärke. Nur weil Ottonormalo sich auf der Couch räkelt heisst es noch lange nicht dass solche Sportler gedopt sind!

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  • Russin am 10.09.2017 09:26 Report Diesen Beitrag melden

    Kritik an die Medien CH.

    Schweiz muss stolz auf ihre Besten Sportler der Welt sein. Man sieht in CH- TV aber nur den Fussball, obwohl die Schweiz keine Fussballnation ist. Dagegen die Frauen Triathlonistinen sind weltgefürchtet. Keine andere Nation hat so starke Triathlonistinnen als die Schweiz. Viele Schweizer kennen nur den Roger Federer, aber nicht mal Namen Daniela Ryf. Schande für die Sportmedien in CH, sage es als Ausländerin. Daniela Ryf ist in die Sportgeschichte des Triathlons eingegangen. Das wissen die Russen (sogar). Aber eure Medien sind immer noch beim Grauen - dem schweizer Fussball. Pech.

    • Ruedi O am 10.09.2017 10:04 Report Diesen Beitrag melden

      Unter anderen

      Russkaja: Sie haben die Mountain Biker vergessen, die eben an der WM in Cairns, Australien, abgeräumt haben, Frauen und Männer. Vsjo ravno, balshoie spasiba :). Übrigens, man kann auch problemlos ohne TV leben.

    • Kosmpolit und Triathlet am 11.09.2017 07:28 Report Diesen Beitrag melden

      Randsport-Arten?

      Ja, Sie haben vollkommen Recht, Fussball und Eishockey und Tennis nehmen ca. 75% der Sendezeit am CH TV ein. Die restlichen Sportarten sind alles nur noch Rand-Notizen. Schade!

    • Swissgirl am 11.09.2017 07:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Russin

      Ja da haben Sie Recht. Die ganzen Berichterstattungen sind voll von Fussball, Eishockey und dann wieder Fussball .... Wir haben Super Triathlonathleten, Tennisspieler, Reiter, Beachvolleyballer. Wo die SkifahrerInnen diese Sauson stehen werden weiss ich nicht. Doch von diesen Sportlern liest man gerade mal "unter ferner liefen". Gerade mal Tennis wird noch hochgehalten neben Fussball. Das war's dann auch schon. Kann Fussball schon gar nicht mehr hören und sehen.

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  • F.J. K. am 10.09.2017 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    an Danali

    Liebe Dani!!!! Super!! ! Gratulation!!!du warst immer stark!!! Seit der Kindheit!!!